Chhampions League

Robert Lewandowski ist Carlo Ancelottis Liebling

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Patrick Strasser

Foto: Jerry Lampen / dpa

Der polnische Angreifer Robert Lewandowski ist bei den Bayern so unverzichtbar wie sonst nur noch Torwart Manuel Neuer.

Eindhoven.  Um die Wartezeit für die Bayern-Fans nach dem Spiel im Block zu verkürzen, legte die Regie der „Philips Arena“ Eindhoven Musik auf: Neue Deutsche Welle. „Dann hebt er ab und...“ Die Musik wurde runtergedreht, die Anhänger brüllten den Refrain von Peter Schillings „Major Tom“: „Völlig losgelöst von der Erde schwebt das Raumschiff völlig schwerelos...“ Währenddessen gaben die Bayern-Profis nach dem 2:1 gegen die PSV Eindhoven am Dienstag in der Champions-League-Vorrunde Interviews. Völlig geerdet.

Vor allem der Überflieger des Abends, Robert Lewandowski. Der Pole machte beide Treffer und traf zudem noch drei Mal Pfosten und Latte. Es war der achte Doppelpack des 28-Jährigen in der Königsklasse (je vier für Dortmund und die Bayern). Insgesamt kommt Lewandowski nun in dieser Saison auf 14 Tore in 15 Pflichtspielen.

Zwischendrin waren einmal 480 Minuten Leerlauf, doch mit dem Doppelschlag beim 3:1 in Augsburg am Sonnabend fand er wieder in die Torjägerspur. Ich habe mich gut gefühlt, wir haben das ganze Spiel sehr gut kontrolliert“, sagte er und fügte hinzu: „Mir war klar, dass Momente kommen können, in denen ich mal nicht treffe. Nun hat es wieder geklappt.“ Einmal mehr war Lewandowski der Matchwinner. Das Achtelfinale ist erreicht.

Der Strafraumplatzhirsch muss es meistens richten

Was würden die Bayern eigentlich machen, wenn er sich einmal verletzt? Mit Julian Green (21) ist ein Talent im Kader. Der US-Boy erzielte letzte Woche im Pokal sein erstes Pflichtspieltor für Bayern, schaffte es aber in Eindhoven nicht mal in das 18-Mann-Aufgebot. Da Mario Götze zum BVB zurückgegangen ist, kann sonst nur noch Thomas Müller die Rolle ausfüllen – ist aber nicht seine Paradedisziplin.

Der am Dienstag unglückliche Angreifer sagte über Lewandowski: „Er kann das einfach.“ Allerdings: „Es liegt immer auch an den Mitspielern. Natürlich ist es ein Mannschaftsprodukt, den Ball zu Lewy zu bekommen. Auch ich versuche, im Strafraum präsent zu sein, dadurch Räume zu schaffen. Er macht das Gleiche für mich, aber ich sollte mal wieder einen Ball reinschießen.“

Trainer Carlo Ancelotti hatte in den Gesprächen vor seinem Amtsantritt im Juli den Bossen versichert, keinen weiteren Angreifer verpflichten zu wollen. Strafraumplatzhirsch Lewy muss es richten. Als One-Man-Show. Er ist einer der Unverzichtbaren im Bayern-Kader, einer von Zweien. Lewandowski und Manuel Neuer – Mittelstürmer und Torhüter.

Neuer machte alle 1440 Pflichtspielminuten

Anders als der Rest des Kaders. Da sind die Vielrotierer Kimmich, Sanches, Coman, Costa und Alonso sowie die Etwas-weniger-Rotierer Lahm und Alaba plus Vidal, Thiago, Robben, Ribéry. Aus dem Innenverteidiger-Trio Boateng, Hummels und Martínez muss immer einer draußen bleiben, aktuell fehlt der Spanier verletzt.

An Welttorhüter Neuer gibt es für seine Stellvertreter Sven Ulreich und Tom Starke kein Vorbeikommen. Diese Saison machte Neuer sämtliche der 1440 Pflichtspielminuten. Zum Vergleich: Lewandowski absolvierte 1284 Minuten. Vergangene Saison fehlte Neuer nur in je einem DFB-Pokal- und Champions-League-Spiel sowie 39 Minuten in der Bundesliga.

Macht 4611 Pflichtspielminuten von möglichen 4830. Es wird nicht einfach für Bundestrainer Joachim Löw, seinen Torhüter davon zu überzeugen, eines der November-Länderspiele (die WM-Quali am 11.11. in San Marino oder das Testspiel am 15.11. in Mailand gegen Italien) auszulassen. Tormaschine Robert Lewandowski und Torwartfels Manuel Neuer wollen nicht einfach nur spielen. Sie wollen immer spielen. Und zwar immer gut.