Premier League

Hier geht es für Klopps Liverpool um viel mehr als nur Sport

Liverpool gegen Manchester United am Montag - das Derby zweier Großmächte in Englands Nordwesten. Einem Team winkt die Tabellenspitze.

Fiebern dem Derby entgegen: Liverpools Coach Jürgen Klopp (l) und ManU-Trainer Jose Mourinho

Fiebern dem Derby entgegen: Liverpools Coach Jürgen Klopp (l) und ManU-Trainer Jose Mourinho

Foto: sampics / picture alliance / sampics / Ste

Liverpool.  Diese Rivalität ist ganz nach dem Geschmack von Jürgen Klopp. „This is the salt in the soup“, sagte der Teammanager des FC Liverpool über das Duell gegen den Dauerrivalen Manchester United. In bestem „Denglish“ nach Kloppscher Art. Doch was der ehemalige BVB-Trainer bereits Anfang des Jahres mit dem „Salz in der Suppe“ meinte, verstand auf der Insel auch so jeder.

Denn wenn am Montag der FC Liverpool auf Manchester United trifft, geht es um weit mehr als nur Fußball. Es geht um mehr als Tore, Punkte oder das Trainerduell zwischen Klopp und José Mourinho – es geht um die Rivalität, das Selbstverständnis und das Lebensgefühl zweier Städte, deren Geschichte untrennbar miteinander verbunden ist. Ein Derby zweier Fußball-Großmächte in Englands Nordwesten.

„Es wird niemals ein normales Spiel sein. Beide Klubs haben eine lange Tradition, die ganze Welt wird dieses Spiel anschauen“, sagte Klopp. Nun ja, die ganze Welt wird es sicherlich nicht sein, aber die enorme Bedeutung des Duells ist sich auch Portugals Star-Trainer Mourinho bewusst: „Es ist ein großes Spiel. Vergleichbar mit Madrid gegen Barcelona, Milan gegen Inter oder Porto gegen Benfica Lissabon“, sagt Mourinho. Und er muss es wissen, hat der Portugiese doch selbst Benfica Lissabon, Inter Mailand und Real Madrid trainiert. Nun also ist er für Manchster United verantwortlich.

Große Zeiten sind für beide vorbei

Ein Klub, dessen große Zeiten genauso vorbei sind wie die von Liverpool. Liverpool schaffte zwar in der vergangenen Saison den Sprung ins Europa-League-Finale, spielt aber in dieser Saison nicht international. Manchester United verpasste in der vergangenen Spielzeit wie schon 2013/2014 die Qualifikation für die Champions League. In der Liga trennen den Vierten Liverpool derzeit drei Punkte vom Rivalen. Bei einem Sieg mit drei Toren Unterschied könnte Klopps Team sogar an die Tabellenspitze springen.

Der gegenseitige Respekt ist ohnehin groß. „Unglücklicherweise kommt ein wirklich gutes Team nach Liverpool“, sagte Klopp, der vor wenigen Tagen als erster Deutscher zum „Teammanager des Monats“ in England gewählt worden war: „Sie sind erfahren, cool und müssen nicht unbedingt weltklasse spielen, um Spiele zu gewinnen. Sie haben jetzt Zlatan Ibrahimovic, sie haben jetzt Paul Pogba – die haben letzte Saison nicht gespielt. Die beiden machen eine Mannschaft bestimmt nicht schlechter.“

Als Gegenspieler bespuckt und verhöhnt wurden

Es sei „das größte Spiel in der gesamten Saison. Vielleicht kenne ich nicht die gesamte Geschichte, aber den Fans bedeutet dieses Spiel sehr, sehr viel“, sagte auch der inzwischen für die „Reds“ spielende Ex-Schalker Joel Matip. Doch die Rivalität der beiden Städte, die im 19. Jahrhundert mit dem Bau eines Schiffahrtskanals begann, überschreitet zeitweise weit die Grenzen des guten Geschmacks.

Uniteds Idol Eric Cantona wurde einst bespuckt, Spieler beider Vereine mit Essen und Münzen beworfen. Beim letzten Aufeinandertreffen im Europa-League-Achtelfinale, als sich Liverpool durchsetzte (2:0, 1:1), verhöhnten die Fanlager mit unappetitlichen Schmähgesangen den Gegner.

Vor dem brisanten Duell am Montag richteten die beiden Klubs daher einen gemeinsamen Aufruf an ihre Anhänger: „Wir bitten, respektvoll miteinander umzugehen und jegliche Formen von Provokationen und Diskriminierung aus unserem Spiel zu beseitigen“, hieß es in einer Mitteilung. Damit die Derby-Suppe nicht versalzen wird.