Bundesliga

BVB-Coach Tuchel: Ich bin gar kein Jammerlappen

Vor dem Hertha-Spiel gibt sich Dortmunds Trainer Thomas Tuchel trotz erheblicher Personalnot gelassen. Und fühlt sich missverstanden.

Borussia Dortmunds Trainer Thomas Tuchel fühlt sich missverstanden

Borussia Dortmunds Trainer Thomas Tuchel fühlt sich missverstanden

Foto: Bernd Thissen / dpa

Dortmund.  Thomas Tuchel ist vorsichtig geworden. „Ich gehe sehr gelassen damit um. Mir ist auch nicht ganz klar, wie das Thema Hertha tangiert. Das ist nicht das Thema von Pal Dardai“, sagte der 43-Jährige. Tuchel hatte sich nach der Niederlage in Leverkusen über die harte Gangart des Gegners beschwert, Hertha-Trainer Dardai hatte diese Kritik als grenzwertig bezeichnet.

Der BVB-Coach erklärte, er habe sich allein auf die Statistik berufen und das „krasse Missverhältnis“ der Fouls beklagt. „Wenn das dreimal passiert, habe ich den Verdacht, dass Methode dahinter steckt“, so Tuchel. Nur weil man gegen Bayer verloren habe, seien seine Aussagen besonders wahrgenommen worden. „Danach wurde die Gelegenheit genutzt, mir das Schild mit der Aufschrift „Schlechter Verlierer oder Jammerlappen“ umzuhängen.“

Auskünfte zum kickenden Personal gibt Tuchel zudem nur noch unter Vorbehalt, nachdem ihn vor dem Spiel gegen Hertha BSC am Freitag (20.30 Uhr, Sky) fast täglich eine neue Krankmeldung erreichte.

Dem BVB fehlen zehn Feldspielerverletzt

Lukasz Piszczek, der sich bei der polnischen Nationalmannschaft am Knie verletzte? „Das wird nicht reichen.“ Adrian Ramos, wegen muskulärer Probleme in den vergangenen Tagen nur im Lauftraining? „Geht nicht.“ André Schürrle, Sokratis, Gonzalo Castro, Raphael Guerreiro? „Geht auch nicht.“ Mit den Langzeitverletzten Marco Reus, Sven Bender, Erik Durm und Neven Subotic fehlen zehn von 26 Feldspielern.

Da ist man in Dortmund froh über jede positive Nachricht: Pierre-Emerick Aubameyang kehrte wohlbehalten von seinen Länderspielen mit Gabun zurück. Dass er am Donnerstag im Training fehlte, hatte persönliche Gründe. „Er kann am Freitag spielen“, sagte Tuchel.

Ousmane Dembélé ließ zwar ein Länderspiel des französischen U21-Nationalteams wegen Knöchelproblemen aus, konnte aber seitdem wieder trainieren und steht gegen Hertha zur Verfügung. Ebenso Innenverteidiger Marc Bartra, der nach überstandenem Faserriss im Adduktorenbereich am Dienstag ins Mannschaftstraining zurückkehrte. So hat Tuchel nur auf zwei Positionen eine echte Auswahl: Im Mittelfeldzentrum kommen Mario Götze oder Shinji Kagawa in Frage, auf den Außenbahnen gibt es mit Ousmane Dembélé, Christian Pulisic und Emre Mor drei Spieler für zwei Positionen.