Nationalmannschaft

Joachim Löw: „Das Ausland könnte mich reizen“

Der Bundestrainer kündigt Gespräche über die Zeit nach der WM 2018 an, lässt sich aber alle Optionen offen.

Joachim Löw lässt sich in Hamburg einen Espresso schmecken

Joachim Löw lässt sich in Hamburg einen Espresso schmecken

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Hamburg.  S-t-i-m-m-t. Ein Wort. Sechs Buchstaben – und ganz schön viel Aufregung. So sorgte Joachim Löws Antwort auf die Frage , ob es denn richtig sei, dass er nie wieder einen Bundesligaklub trainieren werde („Stimmt!“) auch am dritten Tag nach Erscheinen des Interviews in dieser Zeitung für einen ganz vortrefflichen Nationalmannschaftswirbel.

Auch am Freitagmittag, als es eigentlich auf der turnusmäßigen Spieltagspressekonferenz um Deutschlands WM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien an diesem Sonnabend (20.45 Uhr, RTL) gehen sollte, musste sich der 56 Jahre alte Fußballlehrer erneut erklären.

„Ich kenne die Bundesliga seit vielen Jahren, bin eigentlich permanent in der Bundesliga unterwegs und habe irgendwie alles gesehen“, sagte Löw, der allerdings präzisierte, dass ihm ein Job bei einem Verein im Ausland sehr wohl gefallen könnte: „Im Ausland könnte es mich zum gelegenen Zeitpunkt durchaus reizen, als Vereinstrainer zu arbeiten.“

„Ich gehe davon aus, dass wir gegen Tschechien die drei Punkte einfahren“

Doch heute ist bekanntlich heute und morgen ist morgen. Daran erinnerte auch Sami Khedira, als er ungefragt ein regelrechtes Loblied auf seinen Cheftrainer anstimmte. „Löw ist ein sehr moderner Trainer geworden, obwohl er schon so lange Nationaltrainer ist“, lobhudelte der Turiner, der damit wiederholte, was Manuel Neuer schon am Vortag in ähnlichen Worten zum Besten gegeben hatte: „Uns allen gefällt es sehr gut, dass Jogi Löw noch Bundestrainer ist. Andere Trainer bleiben stehen. Jogi hat die Nationalmannschaft immer weiter entwickelt.“

Diese Weiterentwicklung wird man auch an diesem Sonnabend im Hamburger Volksparkstadion bestaunen können. Kein „vielleicht“, kein „wahrscheinlich“, kein Konjunktiv. „Ich gehe davon aus, dass wir gegen Tschechien die drei Punkte einfahren“, kündigte Löw an, der auch aus seiner Aufstellung nur kein Geheimnis machen wollte. So verriet der Coach vorab, dass im Mittelfeld Khedira und Toni Kroos die Fäden ziehen werden, dem genesenen Ilkay Gündogan bleibt zunächst nur ein Platz auf der Bank.

Auch Löw selbst könnte noch sehr viel länger auf der Bank der Nationalmannschaft Platz nehmen, als manch ein Kritiker bislang annahm oder hoffte. „Es wird sicherlich das eine oder andere Gespräch mit dem Verband geben“, wiederholte Löw sein grundsätzliches Interesse, über die WM 2018 hinaus beim DFB zu bleiben. „Zu gegebener Zeit werden wir uns zusammensetzen“, sagte der Freiburger.