Bundesliga

Schalke-Coach Weinzierl: „Bei uns ist nicht alles schlecht“

Wie Trainer Weinzierl und Sportvorstand Heidel das glücklose Schalke in der Europa League in die Erfolgsspur bringen wollen.

Die Schalker Verantwortlichen: Trainer Markus Weinzierl (l.) und Manager Christian Heidel

Die Schalker Verantwortlichen: Trainer Markus Weinzierl (l.) und Manager Christian Heidel

Foto: Ina Fassbender / dpa

Gelsenkirchen.  Schalkes Sportvorstand Christian Heidel ist lange genug im Geschäft, um zu wissen, welche Hebel er zu welchem Zeitpunkt betätigen muss. Vor dem ersten Heimspiel in der Europa League heute gegen RB Salzburg nahm der 53-Jährige die komplette Belegschaft mit (19 Uhr, Sport1). Heidel lud zur halbstündigen Analyse nicht nur Trainerstab und Spieler, sondern auch alle engen Klub-Mitarbeiter ein. Selbst Busfahrer und Zeugwarte waren dabei, als der Kaderplaner sachliche, aber überaus deutliche Worte fand.

„Es war alles andere als spektakulär“, sagte Heidel, „es ging darum, alle zu sensibilisieren.“ Heidel setzte auch etwas Technik ein, um für visuelle Untermalung zu sorgen. „Es war keine Power-Point-Präsentation. Das hört sich an wie ein Workshop. Ich habe zwei Dinge an die Wand geworfen.“ Bildlich, versteht sich. Der ehemalige Mainzer plauderte – nach Absprache mit Trainer Markus Weinzierl – aus dem Nähkästchen, sprach von seinen Erfahrungen aus der Vergangenheit und erklärte Ralf Fährmann & Co., wie man mit solchen negativen Erlebnissen, von denen Schalke seit Wochen geplagt wird, umgeht.

Heidel sagt: „Ich habe der Mannschaft auch gesagt: Was haben wir uns vor dem Start gemeinsam versprochen? Und was ist bis jetzt herumgekommen?“

„Über Details spreche ich nicht“

Die Antworten bekam Christian Heidel nicht direkt bei dem Zusammentreffen, schließlich ging es nicht um eine Diskussion, bei der sich jeder einbringen sollte, sondern um klare Kante des königsblauen Frontmanns. „Über Details spreche ich nicht“, blockt der Sportvorstand ab, schob dann aber erklärend nach, „dass es sich um einen Appell gehandelt hat.“ Heidel: „Alle haben sehr aufmerksam zugehört.“ Ob die Worte, die für die englisch- und spanischsprachigen Spieler auch entsprechend übersetzt wurden, die Gehörgänge der Profis getroffen haben, wird sich gegen Salzburg und im Liga-Heimspiel gegen Mönchengladbach zeigen.

Dass Markus Weinzierl angesichts der ernüchternden Ergebnisse, die ­lediglich durch das 1:0 in der Europa League bei OGC Nizza aufgehellt ­wurden, am Boden ist, verneint Heidel. „Ich habe nicht den Eindruck, dass Markus resigniert. Er ist sich der Situation bewusst und verzieht sich nicht in sein Schneckenhaus.“

Weinzierl konterte Mutmaßungen, die Kommunikation zu Teilen des Teams sei nach einer langen Phase der Erfolglosigkeit abgekühlt: „Wenn ein Spieler ein Problem hat, kommt er zu mir. Meine Tür steht für die Jungs ­immer offen. Ich halte es wie immer: So, dass ich mit den Spielern spreche.“

Nach dem Rauschen muss es auf dem Rasen knallen

Dass angesichts der prekären Lage in der Bundesliga durch Heidel eine besondere Maßnahme eingeleitet wurde, ist für den 41-Jährigen logisch.

Die Kritik an der Spieler-Mentalität, mit Kalkül von Sportvorstand Heidel platziert, wird nicht ohne Rücksprache mit Weinzierl erfolgt sein. „So eine Diskussion gibt es immer in einer Negativ-Phase. Da kann man anführen, dass die Mannschaft mehr machen muss. Genau das gibt es jetzt“, sagt Weinzierl. Der Trainer weiß, dass es nach dem Rauschen der letzten Tage nun auf dem Rasen knallen muss. „Jeder hat kapiert, um was es geht“. sagt der Schalker Trainer, „bei uns war nicht alles schlecht. Die Ergebnisse waren schlecht.“

Weinzierl spricht von kurz- und langfristigen Zielen. Einfach gesagt: Ein Sieg gegen Salzburg und dann mit ­frischer Power ins Gladbach-Spiel. Es wäre ein Anfang.