Champions League

Ab 2018 sollen die reichen Klubs noch reicher werden

Eine Reform verändert die Königsklasse: Für den Gesamtsieg gibt es doppelt so viel Prämie wie jetzt, und es kommen neue Anstoßzeiten.

Stellt am Dienstag die Pläne vor: Karl-Heinz Rummenigge, Präsident der European Club Association (ECA

Stellt am Dienstag die Pläne vor: Karl-Heinz Rummenigge, Präsident der European Club Association (ECA

Foto: GES/Werner Eifried / BM

Berlin.  Der Fußball in Europa steht vor einer Zerreißprobe. Jedenfalls dann, wenn die Pläne angenommen werden, die Karl-Heinz Rummenigge in seiner Funktion als Präsident der European Club Association (ECA) an diesem Dienstag in Genf auf der 17. Generalversammlung den 214 Klub-Vertretern präsentieren wird.

So wird ab der Champions-League-Saison 2018/19 nicht nur die Summe erheblich steigen von 2,35 auf 3,2 Milliarden Euro. Vor allem wird der ­Verteilerschlüssel geändert. Profitieren werden besonders die reichen Klubs aus den großen Ligen in Spanien, Deutschland, England Italien.

In einer Modellrechnung, die der „Kicker“ veröffentlichte, hätte es für die Saison 2015/16 bedeutet, dass Champions-League-Sieger Real Madrid rund 135,5 Millionen Euro kassiert. Der unterlegene Finalist Atlético Madrid hätte 118,4 Millionen erhalten. Selbst Bayern München als unterlegener Halbfinalist würde auf 108 Millionen an Prämien kommen.

Auch der Verteilerschlüssel ändert sich

Die Zahlen ab 2018 entsprechen fast einer Verdopplung verglichen mit der jetzigen Dotierung der Königsklasse. Ebenfalls gravierend wirken die Veränderungen im Verteilerschlüssel. Aktuell gilt ein Drei-Säulen-System: 40 Prozent der Gesamterlöse der Klubs kommen aus dem Marktpool, der Rest verteilt sich auf das Startgeld (12,7 Mio. Euro für jeden der 32 Teilnehmer) und die sportlichen Prämien für Siege, Remis und das Weiterkommen. Ab 2018 wird das ­anders – zulasten der Kleinen.

Künftig sinkt der Anteil des Marktpools auf 15 Prozent. 25 Prozent werden als Startgeld verteilt. 30 Prozent gibt es an Erfolgsprämien. Um den Faktor Zufall möglichst gering zu halten, haben die mächtigen Klubs eine neue vierte Säule eingezogen: Einen Koeffizenten mit Erfolgen aus den vergangenen fünf Jahren, der ebenfalls mit 30 Prozent gewichtet wird.

Wer also immer schon gewonnen hat, wird dafür mit noch mehr Millionen belohnt. Giorgio Marchetti, Wettbewerbsdirektor der Uefa, behauptet: „Das neue System zielt darauf, die sportliche ­Leistung stärker zu honorieren.“

Vier garantierte Startplätze für Deutschland

Richtig ist, dass die großen Ligen alles tun, um kleinere Ligen draußen zu halten. Nach dem neuen Reglement starten nur zehn Landesmeister der 55 Mitgliedsländer der Uefa (bisher zwölf). Stattdessen erhalten die ersten Vier der Länderwertung (Spanien, Deutschland, England, Italien) garantiert vier Startplätze.

Um mehr exklusive Sendezeit im TV zu haben, wird die Anstoßzeit der Königsklasse geändert auf künftig am Mittwoch auf 19 und 21 Uhr. Kritik wird es nicht nur geben aus den Ländern, die durch die Qualifikation müssen. Auch in der Bundesliga wird die Schere noch extremer auseinander gehen zwischen den Klubs, die international spielen und dem Rest der Liga.