Fussball

Willkommen in der Milliarden-Liga

963 Millionen Euro haben die Premier-League-Klubs zum Saisonstart in neue Spieler investiert und warten mit erfolgreichen Trainern auf.

Foto: Nigel Roddis / dpa

Berlin/London.  Die beiden verfeindeten Toptrainer wollen sich vertragen. Aber dennoch wartet die Premier League zu ihrem Saisonstart an diesem Wochenende mit allerhand Irrsinn auf.

„Die großen Trainer, zu denen er gehört, helfen mir, besser zu werden“, sagte Pep Guardiola über José Mourinho. Der gelobte Portugiese wiederum versicherte, dass die Rivalität der erfolgreichsten Fußball-Teammanager auf der Insel ad acta gelegt werde. Das Duell zwischen Guardiola (45), seit dieser Saison Coach bei Manchester City, und Mourinho (53), der Lokalrivale Manchester United zu alter Größe verhelfen soll, ist in England eine der großen Geschichten, die es in der anstehenden Spielzeit zu erzählen gilt.

In der Vergangenheit flogen zwischen beiden regelmäßig die Fetzen. Und nun? „In Spanien mögen persönliche Kämpfe ja Sinn gemacht haben, weil das manche Dinge beeinflussen kann“, sagte Mourinho. „In der Premier League ist das anders. Wenn ich mich auf ihn und City konzentriere, und er sich auf mich und United, dann gewinnt eine andere Mannschaft die Meisterschaft.“ Denn nicht nur die beiden Manchester-Klubs, sondern auch der Rest der Liga hat dank der üppigen TV-Summe (pro Saison rund 3,2 Milliarden Euro) aufgerüstet.

Sané und Gündogan kamen aus der Bundesliga

Bis kurz vor dem Saisonstart zwischen Hull City und dem Sensationsmeister Leicester City am Sonnabend (13.30 Uhr) holte Manchester City neue Profis für rund 195 Millionen Euro, darunter die deutschen Nationalspieler Leroy Sané von Schalke 04 (50 Millionen) und Ilkay Gündogan von Borussia Dortmund (27 Millionen). Zuletzt gab Guardiola 55 Millionen Euro für John Stones aus. Der 22-Jährige kommt vom FC Everton und ist nun der teuerste Verteidiger aller Zeiten.

Mourinho gab zwar zehn Millionen Euro weniger aus. Dafür spielt mit Paul Pogba künftig der teuerste Fußballer der Welt im United-Trikot. Der Franzose kommt für offiziell 105 Millionen Euro von Juventus Turin. Außerdem entschied sich Superstar Zlatan Ibrahimovic (ablösefrei aus Paris) für die Roten Teufel. Und dann war da ja auch noch der Transfer von Eric Bailly (22): Der ivorische Innenverteidiger, der vor anderthalb Jahren noch für 5,7 Millionen Euro von Espanyol Barcelona zum FC Villarreal gewechselt war, kostete nun 38 Millionen Euro.

Derartige Summe sind in Manchester mittlerweile üblich: Auch der Dortmunder Henrikh Mkhitaryan (27) war Mourinho 42 Millionen Euro wert. „Darum bin ich nach England gekommen. Hier den Titel zu gewinnen, ist die größte aller Herausforderungen“, sagte der deutsche Trainer Jürgen Klopp vor seiner zweiten Saison mit dem FC Liverpool. Auch Klopp hat schon 80 Millionen Euro in neue Beine investierten – unter anderem 41,2 Millionen Euro für den senegalesischen Offensivmann Sadio Mané aus Southampton.

Mustafi steht vor Wechsel zu Arsenal

Am Donnerstag wurde zudem bekannt, dass der FC Arsenal nach der Verpflichtung von Granit Xhaka von Borussia Mönchengladbach für 45 Millionen Euro auch noch den deutschen Nationalverteidiger Shkodran Mustafi kaufen möchte. Fast eine Milliarde Euro haben die 20 englischen Erstliga-Klubs bis zum Saisonstart insgesamt bei Transfers ausgegeben: genau 963,04 Millionen Euro laut transfermarkt.de. Das ist fast doppelt so viel wie die italienische Seria A auf Rang zwei (543,19 Millionen Euro). Die Bundesliga liegt mit 452,53 Millionen auf Rang drei. Die Premier League ist zur Milliarden-Liga geworden. Und sie wartet zudem mit den erfolgreichsten Trainern der Welt auf.

Den FC Chelsea, der für Michy Batshuayi 39 Millionen Euro und N’Golo Kanté 35,8 Millionen Euro bezahlte, trainiert nun der ehemalige italienischen Nationaltrainer Antonio Conte. Dazu Klopp, Guardiola und Mourinho. In keiner anderen Liga tummeln sich so erfolgreiche Trainer: Die Teammanager der 19 Klubs (der Job bei Hull ist noch frei) haben bislang 66 Titel gewonnen. Die 18 Bundesligatrainer kommen zusammen auf 19. 14 davon gewann allein Bayern-Coach Carlo Ancelotti.