Fussball

Ein Berliner wird neuer Chef der Schiedsrichter

Lutz Michael Fröhlich soll für bessere Leistungen der Unparteiischen sorgen. Kritik und interne Querelen sorgten für Unruhe.

Schiedsrichter-Chef beim DFB: Lutz Michael Fröhlich

Schiedsrichter-Chef beim DFB: Lutz Michael Fröhlich

Foto: Uwe Lein / dpa

Grassau.  Der Berliner Lutz Michael Fröhlich soll Deutschlands Fußball-Schiedsrichter nach viel Kritik und internen Querelen in bessere Zeiten führen. Der 58-Jährige tritt die Nachfolge von Herbert Fandel an, der nach sechs Jahren sein Amt an der Spitze der Bundesliga-Schiedsrichter auf eigenen Wunsch aufgab.

Fandels Rückzug vom Vorsitz der DFB-Schiedsrichterkommission hatte neben persönlichen Gründen auch mit Unstimmigkeiten in der Schiedsrichterführung zu tun. „Ich sehe mich als kommunikativen Typen, der eng an der Mannschaft der Schiedsrichter dran ist“, erklärte Fröhlich. Der ehemalige Bundesliga-Referee wird seine Funktion anders als Fandel hauptamtlich ausüben.

Machtkampf auf Mallorca

Er sei „kein Patriarch und kein Alphatier“, sagte Fröhlich zum Auftakt des fünftägigen Trainingslagers der besten deutschen Schiedsrichter im bayerischen Grassau. Der Berliner war bislang Ab­teilungsleiter Schiedsrichter innerhalb des DFB. Im vergangenen Winter-Trainingslager auf Mallorca war es innerhalb des Schiedsrichterlagers zu Unstimmigkeiten gekommen. Es schwelte ein Machtkampf zwischen Fandel und dem Ligavertreter Hellmut Krug.

Aus einer anonymen Umfrage unter den Bundesliga-Schiedsrichtern hat die Schiedsrichterkommission Konsequenzen gezogen. Zehn Bausteine zur Optimierung der Entscheidungs­qualität und Minimierung von Fehlentscheidungen wurden erstellt.

Brych wurde Schiedsrichter des Jahres

Mehr Qualität von den Schiedsrichtern verlangt auch die Deutsche Fußball-Liga (DFL). Andreas Nagel, Spielbetriebs-Direktor der DFL, kritisierte: „Die Leistungen waren nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Es war auffällig, dass sich Fehlentscheidungen in Drucksituationen gehäuft haben.“

„Die letzte Saison ist nicht rund gelaufen“, gestand Deutschlands EM-Schiedsrichter Felix Brych. „In erster Linie waren es Wahrnehmungsfehler“, sagte Fröhlich; etwa beim Handtor von Hannovers Leon Andreasen gegen den 1. FC Köln oder einem nicht gegebenen Treffer von Werder Bremen in Köln.

Als „Schiedsrichter des Jahres“ ­wurde zum dritten Mal Brych aus­gezeichnet. Der Münchner hatte bei der EM in Frankreich drei Partien geleitet. Deutschlands „Schiedsrichterin des ­Jahres“ ist Riem Hussein (35).