Borussia Dortmund

Hummels-Abschied wird von Misstönen begleitet

Statt des DFB-Pokalsiegs begleitet ein Knatsch mit Trainer Tuchel Hummels’ letzten Auftritt für den BVB. Und Schelte am Schiedsrichter.

Mats Hummels verabschiedet sich ohne den DFB-Pokal von Borussia Dortmund

Mats Hummels verabschiedet sich ohne den DFB-Pokal von Borussia Dortmund

Foto: Lars Baron / Bongarts/Getty Images

Berlin.  Er war der Letzte aus dem Tross von Borussia Dortmund, der das Podium der Siegerehrung im Olympiastadion verließ. Die Schritte schwer, gepeinigt von der geschundenen Wade, gedrückt von der schier unendlichen Last der Niederlage gegen den FC Bayern .

Noch einmal drehte sich Mats Hummels um, winkte zur Haupttribüne, das Lächeln eher bemüht. Die Leere, die einen nach einem verlorenen Pokalfinale so sehr vereinnahmt, wird sich doch irgendwie füllen lassen. Doch das Nichts nach seinem letzten Auftritt für den BVB ließ sich nicht füllen.

Kein One-Night-Stand mit dem DFB-Pokal auf seinem Zimmer im Schlosshotel Grunewald. Stattdessen eine Nacht, die einen tiefen Kratzer in dem sonst so großartigen Bild hinterlässt, das die achteinhalb Jahre des Nationalspielers in Dortmund dokumentiert. Wegen des Knatsches mit Trainer Thomas Tuchel, der Hummels’ Leistung kurz mit „Er kann es besser“ kommentierte und dessen Auswechslung in Minute 78 mit den Worten „Er hat darum gebeten“. Was Hummels prompt verneinte: „Ich habe nichts angedeutet. Ich denke, der Trainer hat gesehen, dass nichts mehr ging.“

Weit weg vom Vollbesitz seiner Kräfte

Ein Kratzer auch deshalb, weil Hummels statt einer glorreichen letzten Fahrt mit dem Pott durch den Pott ein „Scheiß-Ende“ erlebte. Dass sich Hummels als zweimaliger Zweiter zu den Bayern verabschiedet nach einem „geilen, aufregenden Teil meines Lebens“ in Schwarz-Gelb, ist eine Sache. Das durch die finale Enttäuschung genährte Empfinden, sich von Schiedsrichter Marco Fritz (Korb) betrogen zu fühlen, weil Franck Ribérys Fingerfertigkeit gegen Gonzalo Castro nur mit Gelb statt mit erhofftem Rot geahndet wurde, kommt dann noch hinzu.

„Geschichte wiederholt sich. 2013, 2014 und heute – wir haben einen Hattrick geschafft in Finalspielen, die die Schiedsrichter beeinflusst haben. Jeder hat gesehen, was war“, sagte Hummels. Doch jeder hat auch einen Hummels gesehen, der weit weg vom Vollbesitz seiner Kräfte gewesen ist.

Vom fehlerfreien Spiel, das der Neu-Münchner im Vorfeld heraufbeschworen hatte, war jedenfalls nichts zu sehen. Wohl aber eine Dortmunder Mannschaft, die „Berlin erhobenen Hauptes verlassen kann“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Inklusive Hummels, der „eine Ära geprägt“ hat, so Watzke. Wenn da bloß nicht diese Leere wäre.