DFB-Pokal

Drama im Finale: Bayern schlägt BVB im Elfmeterschießen

Die Bayern haben das Pokal-Finale gewonnen. Ihr Startrainer zeigte sich bei seinem letzten Spiel für die Münchner sehr emotional.

Da ist der Pott - Bayern-Trainer Pep Guardiola stemmt den DFB-Pokal in die Höhe.

Da ist der Pott - Bayern-Trainer Pep Guardiola stemmt den DFB-Pokal in die Höhe.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Berlin.  Pep Guardiola versteckte sein Gesicht in den eigenen Händen. Die Tränen liefen dem Startrainer des FC Bayern über die Wangen. Eben erst hatte Douglas Costa den entscheidenden Elfmeter zum 4:3 (0:0) verwandelt, und jetzt brachen auch beim Katalanen alle Dämme, der in seinem allerletzten Spiel mit den Münchner noch ein Happy Ende erleben durfte.

>>>So feierte der FC Bayern den DFB-Pokalsieg<<<

Am Ende machten die Nerven den Unterschied in diesem nervenaufreibendem 73. DFB-Pokal-Finale im Berliner Olympiastadion zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund am Sonnabend. 120 Minuten lang hatten es die beiden besten deutschen Mannschaften nicht geschafft, einen Treffer zu erzielen. Dann aber verschossen auf Dortmunder Seite Sven Bender und Sokratis ihre Elfmeter, und Costa wurde zum Helden des Abends.

Zum 18. Mal ist der FC Bayern deutscher Pokalsieger – und das am Ende auch verdient. Über 120 Minuten war Guardiolas Elf die bessere, die gefährlichere Mannschaft und kann nun nach der Meisterschaft auch das Double feiern. Die Ära Guardiolas endet mit einem weiteren Titel, dem sechsten in Deutschland. Seine Spieler warfen Guardiola am Ende vor Freude in den Berliner Nachthimmel.

Alles war angerichtet für den höchsten deutschen Fußballfeiertag. Das Olympiastadion mit 74.322 Zuschauern - ausverkauft. Die Prominenz auf der VIP-Tribüne reichlich erschienen mit Außenminister Walter Steinmeier, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, Bundestrainer Joachim Löw. Im Finale standen sich die beiden besten Mannschaften gegenüber. Die Stimmung war eindrucksvoll, wobei Dortmund gefühlt zwei Drittel der Anhänger auf seiner Seite hatte.

Im Duell der Trainer gestikulierten der Borusse Thomas Tuchel sowie Pep Guardiola in seinem allerletzten Spiel für die Bayern ohne Unterlass. Es war spannend, weil bei der Galerie der Nationalspieler, die sich da tummelten, potenziell jede Aktion Gefahr versprach. Das Tempo der ersten halbe Stunde war hoch. Allein: Es tat sich kaum etwas.

Bis zur Pause konnte Manuel Neuer im Bayern-Tor keine Parade zeigen – schlicht, weil nichts auf sein Tor kam. BVB-Kollege Roman Bürki musste einmal eingreifen. Einen 16-m-Schuss von Douglas Costa wehrte der Schweizer Torwart nach vorne ab. Robert Lewandowski wollte den Abpraller verwerten, wurde aber von Gegenspieler Sokratis zu Boden gerangelt – kein Elfmeter entschied Schiedsrichter Marco Fritz (33.). Richtig. Wenig später hatte Franck Ribery Glück, dass er weiterspielen durfte. Der Franzose, einer der Besten an diesem Abend, schubste sich mit Gonzalo Castro, dann langte Ribery dem Dortmunder ins Auge – über einen Platzverweis hätte er sich nicht beschweren können. Der Unparteiische entschied sich allerdings für die salomonische Lösung und verwarnte beide Kontrahenten (38.).

Man kennt sich halt. Nach der Pause legten die Bayern zu. Vor allem über die Außen wurde der Druck erhöht: Ribery flankte von links, in der Mitte verfehlte Lewandowski den Ball um eine Fußspitze (52.). Costa setzt sich über rechts durch, Müller schob die Vorlage aus fünf Meter neben das BVB-Tor (55.). Aber auch der BVB zeigte sich. Marco Reus schob einen Hochgeschwindigkeitskonter an, am Ende schoß Pierre-Emerick Aubameyang knapp übers Bayern-Tor (57.).

Hummels muss in seinem letzten BVB-Spiel verletzt runter

Nach 78 Minuten nahm die Partie für Mats Hummels ein unbefriedigendes Ende. Der BVB-Kapitän in seinem letzten Spiel, ehe er zum FC Bayern wechselt, war nach Wadenproblemen sichtlich nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Zudem Gelb verwarnt holte Trainer Tuchel Hummels vom Platz, Matthias Ginter kam. Die Dortmunder fuhren noch einen kreuzgefährlichen Konter. Erneut Aubameyang schoss aus vollem Lauf knapp übers Bayern-Tor (84.) – dann ging’s in die Verlängerung. Wieder erarbeitete sich der Meister die erste Gelegenheit. Lewandowski wähnte sich freigespielt, doch Erik Durm blockte den Schuss des Münchener Torjägers im letzten Moment ab. Wieder fightete Dortmund zurück. Henrikh Mkhitaryan zog den Ball aus spitzem Winkel nur um Zentimeter am langen Pfosten des Bayern-Tores vorbei (103.).

Dann kam das Elfmeterschießen, dann die Fehlschüsse der Dortmunder. Und es brach die große Stunde von Douglas Costa an. Der Brasilianer versüßt Guardiola mit seinem Siegtreffer vom Elfmeterpunkt den Abschied nach drei Jahren in München.