Fussball

Der Stern strahlt auch dann, wenn VfB Stuttgart absteigt

Der Sponsor verlängert zwar seinen Vertrag bei den Schwaben, aber der Chefetage droht in Liga zwei das Aus.

Zumindest der Mercedes-Stern leuchtet noch beim VfB

Zumindest der Mercedes-Stern leuchtet noch beim VfB

Foto: Uli Deck / picture alliance / dpa

Stuttgart.  Die sportliche Lage ist fast aussichtslos, wenn der VfB Stuttgart am Sonnabend beim VfL Wolfsburg zum letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga antritt. Für die Schwaben erscheint der Gang in die Zweitklassigkeit unvermeidbar.

Immerhin aber kann der VfB auf seinen wichtigsten Sponsor zählen, die Daimler AG hat vor dem Saisonfinale den Vertrag bis 2019 verlängert. „Wir stehen zum VfB Stuttgart und drücken für das letzte Spiel die Daumen. Die Ausgangslage ist schwierig, aber im Fußball ist alles möglich“, sagte der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche.

Damit wäre der Klub auch für den wahrscheinlichen Abstieg in die Zweite Liga gut aufgestellt, um den sofortigen Wiederaufstieg anzupeilen. Mit der derzeitigen Chefetage wird dieses Unternehmen jedoch kaum in Angriff genommen werden.

Dutt trat mit großen Worten an, geändert hat sich aber nichts

Der fünfmalige Meister steht nach Jahren der Fehlplanung und Misswirtschaft vor umfassenden Veränderungen. Präsident Bernd Wahler, Sportvorstand Robin Dutt und Trainer Jürgen Kramny wackeln beim zweiten Abstieg der Vereinsgeschichte nach 1975.

„Es ist jetzt noch nicht der Zeitpunkt. Es besteht noch diese Restchance – und wir sollten ein anständiges, mit Siegeswillen versehenes Spiel abliefern“, sagte der angeschlagene Dutt, der noch Rückendeckung spüren will. Doch damit ist es offenbar nicht allzu weit her. Der Aufsichtsrat der Schwaben plant einen Neuanfang.

Als Nachfolger von Dutt, der vor knapp eineinhalb Jahren mit großen Plänen angetreten war, längst aber als gescheitert gilt, nennt der „Kicker“ bereits Ex-Nationalspieler und VfB-Ikone Karl Allgöwer. Den hatte der Aufsichtsrat zuletzt bereits als externen Berater des Vorstands installiert.

Ginczek und Gentner bleiben

Wahler, bei den Fans ohnehin umstritten, könnte bei einer Mitgliederversammlung im Juli scheitern. Und Kramny? Dass die Stuttgarter mit dem 44-Jährigen in die Zweite Liga gehen, ist doch eher unwahrscheinlich.

„Es ist klar, dass man die Kritik an bestimmten Personen aufhängt. Wir haben uns für einen Weg die nächsten Jahre entschieden. Dieser Weg hat auch vorgesehen, dass der worst case eintreten kann. Aber auch darauf werden wir sehr gut vorbereitet sein“, meinte Dutt.

Einige Spieler kündigten an, auch im Falle des Abstiegs zu bleiben, Weltmeister Kevin Großkreutz etwa. Kapitän Christian Gentner hat seinen Vertrag wohl ebenso verlängert wie Angreifer Daniel Ginczek.

Auch Serey Dié will offenbar bleiben. Sicher Pluspunkte für Dutt, doch insgesamt wohl zu wenig für jemanden, der bei seinem Amtsantritt von schlechter Kaderplanung, Konzeptlosigkeit beim Nachwuchs, furchtbarem Scouting beim VfB geredet hatte.