Europa League

Jürgen Klopp beschwört den Geist von Anfield

Der Liverpool-Trainer kündigt nach dem 0:1 bei Villarreal für das Rückspiel erneut große Taten an. Was ihn so zuversichtlich macht.

Gibt sich nach dem Spiel kämpferisch: Jürgen Klopp

Gibt sich nach dem Spiel kämpferisch: Jürgen Klopp

Foto: Albert Gea / REUTERS

Liverpool.  Nachdem Jürgen Klopp selbst Leidtragender einer Last-Minute-Niederlage geworden war, beschwor der Liverpooler Teammanager fast trotzig den „Mythos Anfield Road“. „Als ich gesehen habe, dass jeder um mich herum feiert, habe ich nur gedacht: ,Entschuldigung, aber das war es noch nicht – ihr müsst erst noch nach Anfield’“, sagte Klopp nach dem 0:1 (0:0) im Halbfinal-Hinspiel der Europa League beim FC Villarreal. Und kündigte selbstbewusst an: „Wir werden bereit sein.“

Bis in die Nachspielzeit hatten die Reds ein 0:0 in Villarreal gehalten, ehe Adrian Lopez doch noch den umjubelten Siegtreffer für die Gastgeber erzielte. Doch die erste Enttäuschung bei Klopp und seinen Schützlingen dauerte nur kurz. Nicht erst seit dem spektakulären 4:3 im Viertelfinal-Rückspiel vor zwei Wochen gegen Borussia Dortmund ist das Vertrauen in die eigene Heimstärke groß.

„Falls wir ausscheiden, dann nach einem großen Kampf“

„Bitte vergleicht nicht alles mit Dortmund, aber es ist auf jeden Fall möglich. 1:0 ist jetzt nicht das beste Resultat“, sagte Klopp: „Wir werden ihnen im Rückspiel alles entgegensetzen. Es ist keine Schande, im Halbfinale zu scheitern, aber falls wir ausscheiden, dann nach einem großen Kampf. Mit der Hilfe von Anfield können wir eine Menge schaffen.“

Wie schon gegen den BVB ist erneut eine Aufholjagd nötig. Auch wenn die Aufgabe (noch) nicht so schwierig ist wie am 14. April, als der 18-malige englische Meister nach einem 1:1 im Hinspiel und 1:3-Rückstand in 33 Minuten drei Tore erzielte. Das letzte davon in der Nachspielzeit.

Zumal Klopp die Spieler mit seiner Zuversicht angesteckt hat. „Wir spielen noch zu Hause. Und mit unseren Fans im Rücken liegt in Anfield immer Magie in der Luft“, sagte Torwart Simon Mignolet: „Wir haben seit Weihnachten eine Menge Tore erzielt – warum nicht auch jetzt?“

Am Donnerstag muss Liverpool ins Tor treffen

Dafür ist aber nicht nur die Unterstützung der Fans nötig, sondern auch eine bessere Leistung auf dem Platz. Beide Teams hielten sich zurück, die 24.500 Fans im ausverkauften Estadio El Madrigal durften nur wenige Torchancen bewundern.

Die beste Chance für die Mannschaft des früheren Dortmunder Trainers, die ohne die verletzten Emre Can, Kapitän Jordan Hendersen, Divock Origi sowie den wegen Dopings suspendierten Mamadou Sakho auskommen musste, hatte der ehemalige Hoffenheimer Roberto Firmino. Sein Schuss in der 65. Minute traf allerdings nur den Pfosten.

Im Rückspiel am kommenden Donnerstag muss Liverpool treffen – ansonsten ist der Traum vom Europa-League-Finale am 18. Mai in Basel und dem ersten internationalen Titel seit 2005 vorbei. Genauso wie die mögliche Qualifikation für die Champions League.