Vor dem Hessen-Derby

Ben-Hatira: „Das wird ein Krieg, wir freuen uns darauf“

Vor dem heißen Risiko-Spiel Darmstadt gegen Frankfurt hat das Verwaltungsgericht das Innenstadtverbot für Eintracht-Fans gekippt.

Der Ex-Herthaner Änis Ben-Hatira spielt seit Anfang Februar für Eintracht Frankfurt

Der Ex-Herthaner Änis Ben-Hatira spielt seit Anfang Februar für Eintracht Frankfurt

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Frankfurt/Main. Der massive Widerstand gegen das Aufenthaltsverbot für Eintracht-Frankfurt-Fans in Darmstadt hat einen ersten Erfolg gebracht. Das Verwaltungsgericht Darmstadt gab am Donnerstagabend fünf Eilanträgen gegen das Verbot statt.

Man habe die aufschiebende Wirkung von Widersprüchen gegen die Verfügung der Stadt Darmstadt wieder hergestellt, teilte das Gericht mit. Damit kann das Innenstadtverbot nicht wie geplant am Freitagabend in Kraft treten. Die Stadt kann jedoch ihrerseits gegen die Entscheidung vor den Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel ziehen.

Verbot sollte Freitag um 19 Uhr beginnen

Insgesamt lagen dem Gericht sechs Eilanträge vor, von denen die Kammer fünf für zulässig und in der Sache auch begründet erachtet. Die Begründung werde im Laufe des Freitags vorgelegt. Unter anderem hatte der 40.000 Mitglieder starke Fanclubverband der Eintracht gegen die Verfügung geklagt.

Ursprünglich sollten am Freitag um 19 Uhr jene 36 Stunden beginnen, in denen Frankfurt-Anhänger nicht die Innenstadt von Darmstadt betreten dürfen. Diese ungewöhnliche Maßnahme hatte die Stadt aus Angst vor Randale ergriffen: Wegen der Ausschreitungen im Hinspiel haben Eintracht-Fans ein Stadionverbot.

Die Polizei rechnet dennoch mit 3000 Anhängern, die am Sonnabend zum brisanten Bundesliga-Derby (15.30 Uhr) anreisen. Die Stadt beruft sich auf das hessische Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung.

Verheirateter Familienvater wehrt sich gegen Sippenhaft

Die örtliche Kanzlei Lankau gehört zu jenen, die einen Antrag beim Verwaltungsgericht eingereicht haben. „Wir vertreten einen Eintracht-Fan, der in Darmstadt wohnt, einen verheirateten Familienvater“, sagte Anwalt Tobias Timo Weitz. „Er fühlt sich zu Unrecht in eine Ecke gestellt und wehrt sich nun gegen eine Sippenhaft wegen Generalverdachts.“

Nach Polizei-Angaben gehören bei der Eintracht „mehrere hundert“ Fans der gewaltbereiten Szene an. Gegen 33 Personen wurden dazu polizeiliche Betretungsverbote für das Stadion und Innenstadt-Bereiche ausgesprochen. Unter den „Lilien“-Fans gelten etwas über 100 Anhänger als problematisch.

Wenig hilfreich sind allerdings Äußerungen, wie sie Änis Ben-Hatira tätigte. Der Ex-Herthaner, seit Anfang Februar in Frankfurt und vergangenen Sonntag Matchwinner beim 2:1 gegen Mainz, sagte: „Wir müssen auf Sieg spielen und wollen gewinnen. Das wird kein Spaßspiel, das wird ein Krieg, und darauf freuen wir uns.“ .