Champions League

Schwarzenbeck: „Atlético war damals schon eine harte Nuss“

„Katsche“ Schwarzenbeck erinnert sich an sein großes Tor im Landesmeisterfinale 1974 gegen Atlético Madrid.

Hans-Georg „Katsche“ Schwarzenbeck wurde durch das Tor gegen Atlético weltberühmt. Ansonsten war er der unscheinbare Vorstopper an der Seite des berühmten Liberos Franz Beckenbauer

Hans-Georg „Katsche“ Schwarzenbeck wurde durch das Tor gegen Atlético weltberühmt. Ansonsten war er der unscheinbare Vorstopper an der Seite des berühmten Liberos Franz Beckenbauer

Foto: Andreas Gebert / picture alliance / dpa

München.  Hans-Georg „Katsche“ Schwarzenbeck schoss vor 42 Jahren das Tor seines Lebens – für Bayern München, gegen Atlético Madrid. Der Treffer führte in das Wiederholungsspiel im Finale des Landesmeisterpokals. Damals gewannen die Bayern zum ersten Mal den Titel in der heutigen Champions League.

Berliner Morgenpost: Herr Schwarzenbeck, Sie gaben damals den zuverlässigen, zweikampfstarken Vorstopper, als Adjutant von Franz Beckenbauer – und jeder spricht Sie auf diesen Weitschuss an.

Hans - Georg Schwarzenbeck: Ja mei, die Leute erinnern sich halt gern daran. Es war ja auch ein herrlicher Augenblick. So einen Abend vergisst du dein ganzes Leben lang nicht. Du schießt nicht oft solch ein Tor. Und ich war auch nicht unbedingt der geborene Vollstrecker.

Sie mussten das Tor schon hunderte, tausende Male schildern – klar. Ihr damaliger Trainer Udo Lattek, der schon deprimiert auf dem Weg in die Kabine war, sah es nur über die Schultern und meinte später: „Der Katsche wusste gar nicht, wohin mit dem Ball, da hat er einfach draufgehalten.“

Der Ball kam vom Franz, dann habe ich nicht lange nachgedacht. Das war purer Instinkt. Ich hab aufs Tor draufgehalten, und auf einmal war der Ball drin.

Nach der Auslosung vor zehn Tagen meinte Thomas Müller euphorisch: „Katsche Schwarzenbeck muss uns nach Madrid begleiten!“ Als Glücksbringer. Fliegen Sie mit?

Das war nett gemeint vom Thomas, dass er da an mich denkt, obwohl er das Tor wohl nur aus Geschichtsbüchern kennt. Aber nein, der Stress wäre mir zu groß.

Wie groß war denn der Rummel um Ihre Person in den letzten Tagen?

Mei, einige Presseanfragen gab’s schon – sogar aus Spanien. Ich erzähle dann ja auch immer wieder das Gleiche. Aber es sind ja schöne Erinnerungen.

Wie schätzen Sie denn die Chancen auf den Finaleinzug ein?

Atlético war damals schon eine sehr harte Nuss, heute auch. Dennoch: Das klappt schon, das sagt mir mein Gefühl. Dass die Bayern das Double holen, da bin ich mir sicher, auch wenn die Dortmunder wieder ein sehr starker Gegner geworden sind. Auch für Atlético habe ich ein gutes Gefühl.

Dann geht es nach dem Pokalfinale auch noch um die Champions-League-Krone.

Ein Endspiel gegen Real wäre natürlich toll, aber man darf auch Manchester City nicht abwerten. Ich bin gespannt, wie die Engländer sich präsentieren.