Champions League

Warum Manuel Pellegrini Pep Guardiola nicht böse ist

Guardiola sitzt im Sommer auf dem Stuhl des Trainers von Manchester City. Der aktuelle Coach hat gegen Real Madrid eine Rechnung offen.

Pep Guardiola (l.) und Manuel Pellegrini vor dem Champions-League-Gruppenspiel Manchester City gegen Bayern München am 25. November 2014

Pep Guardiola (l.) und Manuel Pellegrini vor dem Champions-League-Gruppenspiel Manchester City gegen Bayern München am 25. November 2014

Foto: Jon Super / picture alliance / AP Photo

Manchester.  Dieser Mann ist motiviert. Und er hat allen Grund dazu. Manuel Pellegrini war zwischen 2009 und 2010 Trainer bei Real Madrid. Sechs Jahre nach seinem Rauswurf trifft der Chilene mit Manchester City im Halbfinal-Hinspiel der Champions League am Dienstag (20.45 Uhr, Sky) auf seinen Ex-Klub.

„Wir haben den Gegner, den wir haben wollten. Wir werden rausgehen, um zu attackieren“, sagte Pelligrini, der im Sommer bei den Citizens von Bayern-Coach Pep Guardiola abgelöst wird. Da will sich der 62-Jährige natürlich mit einem Erfolg verabschieden.

Am besten gar mit dem Gewinn der Champions League. „Ich hoffe, wir können dieses Jahr den Titel holen“, erklärte der Chilene: „Für mich als Trainer wäre es sehr wichtig, die Champions League zu gewinnen, weil es hier vorher niemand geschafft hat.“

Nach Guardiolas Bekanntgabe ging es zunächst bergab

Für Pellegrini wäre dies eine doppelte Genugtuung, weil die Scheichs eher Guardiola den großen Sprung zutrauen und weil er bei Real 2010 nach nur einer Saison geschasst worden war, als die Königlichen etwa im Achtelfinale gegen Olympique Lyon ein bitteres Champions-League-Aus erlebten. Aber Pellegrini hegt keine Revanche-Gelüste. „Ich habe einen guten Draht zu den Spielern in Madrid. Ich hege keinen Groll und will keine Rache“, sagte er „El País“.

Auch dem Nachfolger ist er nicht böse. „Ich wusste von Anfang an, dass City mit Guardiola arbeiten wollte, und so wird es nun kommen.“ Allerdings habe die frühzeitige Bekanntgabe der Verpflichtung von Guardiola zur Folge gehabt, dass sein Team mitten in der Saison in ein Formtief geriet. „Man hatte den Eindruck, die Spielzeit wäre vorzeitig zu Ende. Als wir den anstehenden Trainerwechsel verarbeitet haben, ging es wieder aufwärts.“

Einen großen Anteil daran hat Kevin de Bruyne. Die Offensive der Citizens erwachte nach der Rückkehr des verletzten Ex-Wolfsburgers wieder zur alten Stärke. Sergio Agüero traf in den vergangenen fünf Liga-Spielen siebenmal. Mit dem Spanier David Silva bilden die beiden Ausnahmekönner, wie die Zeitung „Manchester Evening News“ schrieb, ein „schreckliches Trio“.

Real hat seit sieben Jahren kein Spiel in England verloren

Allein Kevin de Bruyne sorgte mit zwei Treffern unter anderen dafür, dass sich der Tabellendritte der Premier League im Viertelfinale gegen das favorisierte Paris St. Germain durchgesetzt hat. „Es treffen zwei Mannschaften mit großartigen Spielern aufeinander. Aber Madrid hat den Vorteil, dass sie das Rückspiel zu Hause haben“, sagte Pellegrini vor dem Spiel gegen Real.

Während die Engländer erstmals überhaupt die Chance auf das Endspiel (28. Mai in Mailand) haben, geht es für Real um die 14. Teilnahme der Klubgeschichte. Und dabei dürfen die Spanier wohl auch wieder auf die Dienste von Cristiano Ronaldo hoffen. Nachdem der Superstar am Sonnabend gegen Rayo Vallecano (3:2) verletzt pausiert hatte, trainierte er zuletzt ohne Probleme.

Besuche auf der Insel scheinen den Madrilenen dabei gut zu tun: Real verlor seit sieben Jahren kein Spiel bei einem englischen Klub. Und das soll natürlich so bleiben. „Der Schlüssel wird es sein, dass wir auswärts ein Tor schießen und keins kassieren. Zu Hause sind wir dann sehr stark“, sagte der Waliser Gareth Bale.

Ronaldo drohen Pfiffe in Manchester

Im Viertelfinale hatte dieser Plan nicht funktioniert, und Real mit Trainer Zinédine Zidane unterlag zunächst überraschend mit 0:2 beim VfL Wolfsburg. Dank Ronaldos Dreierpack im Rückspiel reichte es nach einem 3:0 noch für das Weiterkommen.

„In solchen großen Spielen mit zwei Topteams gibt es keine Favoriten. Wir gehen aber sehr selbstbewusst in das Spiel“, sagte Bale. Der 26-Jährige tritt erstmals seit seinem Rekordtransfer für geschätzte 100 Millionen Euro vor knapp drei Jahren von Tottenham nach Madrid wieder in England an. „Es wird großartig zurückzukehren. Ich habe es immer geliebt, in der Premier League zu spielen und schaue mir die Spiele auch jetzt noch an“, sagte Bale.

Wesentlich unangenehmer dürfte die Rückkehr für Ronaldo werden. Der 31-Jährige gewann mit Citys verhasstem Stadtrivalen Manchester United einst dreimal die Premier und einmal die Champions League. Der Portugiese dürfte mit einem Pfeifkonzert begrüßt werden. Fraglich ist unterdessen der Einsatz von Reals Karim Benzema. Der französische Angreifer hat sich am Wochenende am Knie verletzt.