Fussball

„Uwe Neuhaus ist der Vater des Erfolgs“

Dynamo Dresden feiert die Rückkehr in die Zweite Liga und seinen Trainer, der einst vom 1.FC Union Berlin kam.

Foto: Jens Wolf / dpa

Dresden.  Mit dem 2:2 (0:1) beim 1. FC Magdeburg hat Dynamo Dresden 706 Tage nach dem Sturz in die Drittklassigkeit die Wiederaufstieg geschafft. „Ich habe Gänsehaut gehabt, und mir sind auch leicht die Tränen gekommen“, gestand Kapitän Michael Hefele.

Noch am Abend wurden die Aufstiegshelden von den Fans daheim im Dresdener Stadion empfangen, allerdings ging dabei nicht alles reibungslos über die Bühne. Die Mannschaft hatte Mühe, in die Arena zu gelangen, denn überall wurden davor Bengalos gezündet. Die Aufsteigerstadt war in dichte Rauchschwaden gehüllt.

Auch die auf einer Bühne im Stadion geplanten Interviews konnten nicht wie geplant stattfinden, da die Fans den Platz stürmten, um ihren Helden ganz nah sein. Schon in Magdeburg war es zu Übergriffen gekommen, laut Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord wurden dabei 15 Polizisten sowie ein Ordner verletzt. Es gab 33 Strafanzeigen und Festnahmen.

Höhepunkt einer überragenden Saison

Nach dem Tor zum 2:2 Schiedsrichter Manuel Gräfe die Partie unterbrechen müssen wegen Aufruhrs im Gästeblock. Die Dynamo-Spieler und Coach Uwe Neuhaus versuchten, beruhigend auf die Fans einzuwirken, sodass nach sechs Minuten der Ball wieder rollte.

Letztlich war das Remis in Magdeburg Höhepunkt einer überragenden Saison. Seit dem dritten Spieltag stand Dynamo an der Spitze, ist die beste Heim- und Auswärtsmannschaft, hat die meisten Tore und Siege sowie mit nur zwei Niederlagen nach 34 Spieltagen einen Drittliga-Rekord aufgestellt - dank der Stürmer Justin Eilers (20 Tore) und Pascal Testroet (18).

Diese Werte und Statistiken sind vor allem das Arbeitszeugnis für den Aufstiegsmacher Uwe Neuhaus, der zuvor schon den 1. FC Union Berlin von der vierten Liga bis ins Unterhaus führte. Und genau dieses Ziel formulierte er klar bei seinem Dienstantritt im April 2015 – womit er gleich auf einer Wellenlänge mit Sportgeschäftsführer Ralf Minge war: „Wir haben nicht direkt im ersten Satz über den Aufstieg gesprochen. Aber natürlich war es ein wichtiges Thema. Wir wollten nach der letzten Saison das nächste Level erreichen.“

Zweitliga-Planungen beriets aufgenommen

Ein Jahr zuvor hatte Minge nach einer enttäuschenden Rückrunde Coach Stefan Böger entlassen – und bald Neuhaus präesentiert. „Er hat bewiesen, dass er über einen längeren Zeitraum auf hohem Niveau Prozesse begleiten kann“, erklärte Minge damals.

Nun lobte er noch andere Stärken: „Er ist ein sehr sachlicher und zielführender Trainer. In unserem manchmal etwas hektischem Umfeld sind diese Eigenschaften natürlich von Vorteil.“

Auch SG-Präsident Andreas Ritter lobte: „Uwe Neuhaus hat es verstanden, dieser jungen Mannschaft konstante Leistungen abzufordern und dabei für ein sehr gutes Arbeitsklima zu sorgen. Er ist der Vater des Erfolgs.“

Seine Zweitliga-Planungen hat Neuhaus längst aufgenommen. „Wir werden gut vorbereitet in die neue Saison gehen. Von uns kann man ehrlichen Fußball und Begeisterung erwarten. Aber wir wissen, dass es eine ganz schwere Aufgabe wird. Alles beginnt wieder von vorn“, betonte der 56-Jährige. Das Wiedersehen mit Union macht ihm sicher besondere Freude.