Briefkastenfirmen

Panama Papers: Auch Fifa-Chef Infantino ist wohl involviert

In die dubiosen Finanzgeschäfte soll auch der Fifa-Boss verwickelt sein. Es geht um Fernsehrechte. Derweil hat sich Rosberg geäußert.

In Erklärungsnot: Fifa-Boss Gianni Infantino

In Erklärungsnot: Fifa-Boss Gianni Infantino

Foto: Mauricio Duenas Castaneda / dpa

Berlin.  – Durch die sogeannten "Panama Papers" gerät offenbar auch der neue Fifa-Chef Gianni Infantino in Erklärungsnot. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet in ihrer Mittwochausgabe, dass der 46-Jährige in seiner Zeit beim Europa-Verband Uefa in dubiose Geschäfte mit einer Briefkastenfirma verstrickt war. Dabei ging es um Fernsehrechte.

Infantino hat demnach als Direktor der Uefa-Rechtsabteilung Verträge mit einer Briefkastenfirma gezeichnet, deren Eigentümer zwei der heutigen Angeklagten im Fifa-Skandal waren. Die südamerikanischen TV-Rechtehändler Hugo und Mariano Jinkis erwarben durch diese Verträge Rechte an der Champions League und verkauften diese mit hohem Gewinn in Lateinamerika weiter.

In den vergangenen Monaten hat die SZ dazu mehrere schriftliche Anfragen an Infantino geschickt. Sprecher des Fußball-Weltverbandes erklärten, Infantino "persönlich" habe in seiner Zeit bei der Uefa mit den beiden TV-Rechtehändlern und deren Firma weder "geschäftlich" noch "wissentlich anderweitig zu tun gehabt". Auch die UEFA leugnete die Verbindung zunächst. Vor wenigen Tagen räumte der Verband ein: Der fragliche Vertrag trage Infantinos Unterschrift.

„Rosberg hat sich steuerrechtlich korrekt verhalten“

Formel-1-Rennfahrer Nico Rosberg hat Berichte über den Besitz einer Briefkastenfirma in Panama dementieren lassen. Die durch die „Panama Papers“ bekanntgewordene Kanzlei Mossack Fonseca habe dem Mercedes-Piloten vielmehr eine Briefkastenfirma auf den Britischen Jungferninseln eingerichtet, teilte Rosbergs Anwalt Christian Schertz am Dienstag mit.

„Der alleinige Grund hierfür waren haftungsrechtliche Fragen und die Möglichkeit, international zu agieren. Mit steuerrechtlichen Fragen hat diese Einrichtung nichts zu tun“, heißt es in der Mitteilung.

Rosberg habe sich „steuerrechtlich in jeder Hinsicht korrekt verhalten“. Der gebürtige Wiesbadener hat seinen Wohnsitz in Monaco, dort sei er auch steuerpflichtig. Sämtliche Vergütungen des Formel-1-Teams Mercedes seien „direkt nach Monaco bezahlt“ worden.

Daher gebe es für ein Fehlverhalten Rosbergs keinen Raum, versicherte sein Anwalt. Zuvor hatte die „Tagesschau“ darüber berichtet, dass Rosbergs Name in den „Panama Papers“ auftaucht.

Ein Mercedes-Sprecher hatte im Fall Rosberg auf das Vertraulichkeitsprinzip bei Geschäftsbeziehungen verwiesen, Verstöße gegen interne Verhaltensregeln aber bestritten. „Unser Compliance Management System ist risikobasiert und wir hatten bezogen auf unsere Geschäftspartner und unsere Aktivitäten in dieser Konstellation keine Auffälligkeiten“, hieß es. Weiter wolle man sich dazu nicht äußern.