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Jürgen Klinsmann steht selbst nach 4:0 noch in der Kritik

Der USA gelingt zwar die Revanche für die Blamage in Guatemala, doch Klinsmann ist umstritten – das wurde während des Spiels deutlich.

Jürgen Klinsmann schaut trotz des Sieges gegen Guatemala sorgenvoll in die Zukunft

Jürgen Klinsmann schaut trotz des Sieges gegen Guatemala sorgenvoll in die Zukunft

Foto: Tyson Hofsommer / picture alliance / ZUMAPRESS.com

Columbus.  Der Gegner ist lediglich die Nummer 95 der Weltrangliste. Doch der klare Erfolg der USA gegen Guatemala war für Trainer Jürgen Klinsmann mehr als nur ein Pflichtsieg auf dem Weg zur WM nach Russland. Nach dem 4:0 (2:0) kam der Nationalcoach kaum aus dem Schwärmen heraus.

„Die Einstellung war außerordentlich. Wir haben wunderbar mit der großartigen Kulisse harmoniert, die die Jungs von Beginn an gepusht hat“, sagte Klinsmann nach dem Qualifikationsspiel.

Beim TV-Sender Fox Sports wurde der Erfolg weniger euphorisch aufgenommen: „Es hat sich nichts verändert, weil die USA gegen Guatemala gewonnen haben. Das ist, was das US-Programm derzeit ausmacht – Enttäuschung, Versagen, keine klare Richtung. Und das sagen uns die letzten 18 Monate, nicht 90 Minuten zu Hause gegen ein Team, das nicht annähernd auf dem Level der Amerikaner ist.“

Fünf Veränderungen nach dem 0:2

Klinsmann hatte als US-Trainer noch nie so sehr unter Druck gestanden. Vier Tage zuvor hatten sich seine Schützlinge beim 0:2 in Guatemala blamiert, von „Albtraum“ und „Horrorshow“ sprachen die Medien. Nun nahm Klinsmann fünf Veränderungen vor. Die Abwehr stand dadurch stabiler, in der Offensive setzte Spielmacher Michael Bradley die Nebenleute gut in Szene.

Clint Dempsey (12. Minute), Geoff Cameron (35.), Graham Zusi (46.) und Jozi Altidore (89.) trafen vor 20.624 Zuschauern. „Wir haben in dieser Drucksituation viel Herz und Charakter gezeigt“, sagte Dempsey. Das war auch nötig.

Flugzeug mit Anti-Klinsmann-Banner über dem Stadion

Während der Partie überquerte sogar ein Flugzeug das Stadion mit einem Banner, auf dem Klinsmanns Entlassung gefordert wurde. Die Amerikaner verdrängen mit sieben Punkten Guatemala von Platz zwei der Gruppe C.

Es führt Trinidad & Tobago (10), das sich gegen St. Vincent und die Grenadinen deutlich mit 6:0 durchsetzte. Der Erste und Zweite erreichen die Sechser-Endrunde des Kontinentalverbandes Concacaf.

Besonders durfte sich Debütant Christian Pulisic freuen. In der 81. Minute wechselte Klinsmann ihn ein. Mit 17 Jahren und 193 Tagen ist der Profi von Borussia Dortmund der jüngste Spieler der amerikanischen Fußball-Geschichte, der in einer WM-Qualifikationspartie zum Einsatz kam.