Europa League

Der BVB braucht einen kühlen Kopf bei Tottenham

Während Dortmund im Achtelfinal-Rückspiel auf seinen Vorsprung baut, wartet auf Leverkusen eine kaum lösbare Aufgabe gegen Villarreal.

Dortmunds Kapitän Mats Hummels (l.) war im Hinspiel gegen Tottenhams Joshua Onomah wachsam

Dortmunds Kapitän Mats Hummels (l.) war im Hinspiel gegen Tottenhams Joshua Onomah wachsam

Foto: Revierfoto / picture alliance / dpa

Berlin.  Wirklich gute Erinnerungen an London hat Borussia Dortmund sicher nicht. 2013 verlor der Bundesligist das Champions-League-Finale gegen den FC Bayern, im Anschluss gab es Tränen. Das soll sich am Donnerstag nicht wiederholen, wenn der BVB seine gute Ausgangslage bei Tottenham Hotspur nutzen und ins Viertelfinale der Europa League einziehen will (21.05 Uhr, Sport1).

Einen ähnlichen Spaziergang wie beim 3:0 vor einer Woche, als ein glänzend aufgelegter Marco Reus zweimal traf, erwartet auch Sportdirektor Michael Zorc nicht: „Wir sind noch nicht durch. Es hat in der Europapokalgeschichte schon viele Überraschungen gegeben.“

Diese Vorsicht scheint geboten. Erstens fallen Ilkay Gündogan und Sven Bender verletzt aus. Zweitens schärft der Blick auf die jüngste Heimbilanz des Gegners die BVB-Sinne. Immerhin sind die „Spurs“ auf europäischer Ebene vor eigenem Publikum seit neun Spielen ungeschlagen und gewannen die letzten beiden Partien an der White Hart Lane gegen den AC Florenz (3:0) und gegen AS Monaco (4:1) mit drei Toren Unterschied. Deshalb hat Tottenhams Abwehrspieler Kevin Wimmer den Glauben an ein kleines Fußballwunder nicht verloren. „Das noch zu drehen, ist nicht die einfachste Aufgabe. Sie ist fast unlösbar gegen einen Gegner wie Dortmund. Aber wenn uns ein frühes Tor gelingt, ist vielleicht noch etwas möglich.“

Bloß kein Gegentor in Leverkusen

Ähnlich motiviert wie die Spurs gegen Dortmund geht Bayer Leverkusen ins Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Villarreal (19 Uhr, Sky). „Wir wollen etwas Großes schaffen“, kündigte Torwart Bernd Leno an. „Wenn es jemand schafft, dann wir“, tönte Jung-Profi Julian Brandt trotz des 0:2 beim spanischen Tabellenvierten vor einer Woche. Auch Nationalspieler Karim Bellarabi glaubt: „Es ist noch alles drin.“ Wirklich? Der Sieg gegen den Hamburger SV (1:0) war kein spielerischer Befreiungsschlag. „Das wird schwierig. Ich bin aber überzeugt, dass wir in der Lage sind aufzuholen“, meinte Stürmer Stefan Kießling. „Doch da muss alles passen.“

Einen perfekten Abend braucht es sicher, auch wenn Villarreal beim 2:4 in der Primera Division beim FC Sevilla zuletzt gepatzt hat. Doch Vorsicht: Wieder war Villarreal-Torjäger Cédric Bakambu brandgefährlich, schaffte wie im Hinspiel gegen die Leverkusener einen Doppelpack. Bei einem Gegentor in der BayArena dürfte die Aussicht auf ein Bayer-Wunder und den ersten Einzug in ein Europacup-Viertelfinale seit acht Jahren vorbei sein.

„Wir sind noch nicht ausgeschieden. Gerade zu Hause können wir Außergewöhnliches schaffen“, stimmte Trainer Roger Schmidt in den Chor der Bayer-Optimisten ein: „Ich hoffe auf ein großes Spiel, ein absolutes Topspiel.“