Champions League

Arsenal-Fans fordern Rücktritt von Coach Arsene Wenger

Der Trainer hat vor dem Rückspiel in Barcelona keine Hoffnung mehr für sein Team. Die Fans gehen auf die Barrikaden.

Symptomatisch: Arsene Wenger gestikuliert verzweifelt am Spielfeldrand

Symptomatisch: Arsene Wenger gestikuliert verzweifelt am Spielfeldrand

Foto: Hannah McKay / REUTERS

London.  Der Meistertitel ist so gut wie futsch, der Hattrick im FA-Cup passé, in der Champions League hilft nur ein Wunder – doch Per Mertesacker weigert sich aufzugeben. „Die Saison ist noch nicht vorbei!“, sagte der deutsche Kapitän der Gunners vor dem Achtelfinal-Rückspiel am Mittwoch bei Titelverteidiger FC Barcelona (20.45 Uhr, Sky).

Nach dem 0:2 im Hinspiel klingen die Worte von Mertes­acker aber wie das Pfeifen im Walde. „Sie sind derzeit die ultimative Mannschaft“, sagte Mertesacker über das Star-Ensemble um Lionel Messi. Und Arsenal? Ultimativ erfolglos!

Das Team um Mertesacker und Mesut Özil steht wieder einmal vor einem Scherbenhaufen. Als am Montag Leicester City dank eines Fallrückziehers von Shinji Okazaki Newcastle ­United mit 1:0 (1:0) bezwang, zerschlug sich auch die letzte Gunners-Hoffnung.

Elf Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter

Leicesters erster Meistertitel, der laut Gary Lineker „wohl unwahrscheinlichste Triumph in der Geschichte des Mannschaftssports“, nimmt Gestalt an. Arsenal, das ein Spiel weniger bestritten hat, hat elf Punkte Rückstand auf den Sensations-Spitzenreiter.

Am Wochenende war für die Kanoniere bereits der Traum vom dritten FA-Cup-Triumph hintereinander vorzeitig geplatzt. Kein Wunder, dass die Fans unverhohlen die Trennung von Arsène Wenger fordern.

Vor einer Woche hielten sie der Trainer-Legende ein Banner entgegen, das einem Fanal glich. „Arsène, thanks for the memories but it’s time to say goodbye“, hieß es da („Danke für die Erinnerungen, aber es ist Zeit zu gehen“).

Wenger, seit 1996 (!) im Amt, reagierte abweisend. „Schauen Sie sich die ­Geschichte des Klubs an – ich muss keine Angst haben“, sagte er. Weil sich die Klubbosse schon an die Dauer-Fehlschläge gewöhnt haben?

Verpflichtung von Luis Suarez verpatzt

Der Trip nach Barcelona führt Arsenal mal wieder vor Augen, wie es hätte laufen können. Barca-Stürmer Luis Suarez wäre 2013 beinahe in London gelandet, hätten sich die Gunners mit ihrem Angebot, das ein Pfund über der festgeschriebenen Ablösesumme von 40 Millionen Pfund lag, nicht lächerlich gemacht.

„Was rauchen die da drüben am Emirates eigentlich?“, fragte John Henry, Besitzer von Suarez’ damaligem Klub FC Liverpool. Drei Jahre später vermisst Arsenal noch immer am meisten einen Torjäger vom Format des Uruguayers.

Die Einschätzung von Wenger zum Rückspiel in Barcelona: Nach dem ­Hinspiel sagte der Trainer, Arsenal sei „zu 99 Prozent“ raus.