Champions League

Arjen Robben fehlt dem FC Bayern gegen Juventus Turin

Der Ausfall des Mittelfeldstars macht das Spiel gegen Juventus Turin für Trainer Guardiola noch schwerer. Nicht seine einzige Sorge.

München.  Die Italiener waren gut beraten, so zu planen. Das Abschlusstraining absolvierte Juventus a casa, also zu Hause in Turin – bei Sonne. Nach der Landung um 17 Uhr in München stand nur eine Platzbegehung an, ohne die verletzt ausfallenden Paulo Dybala, Claudio Marchisio und Giorgio Chiellini.

Die Bayern dagegen kämpften am Dienstag mit Schnee und Temperaturen um den Gefrierpunkt. „Es gab viel Schnee, daher war es zu gefährlich für die Spieler“, sagte Pep Guardiola. München präsentierte sich ganz in Weiß am Tag vor dem Achtelfinal-Rückspiel der Bayern gegen Juve (20.45 Uhr, ZDF und Sky).

Bayern-Trainer Guardiola wirkte aufgeräumt und entschieden. Nervosität? Großer Druck? Er ließ sich nichts anmerken, auch nicht von der Tatsache, dass Arjen Robben wegen Erkältung tatsächlich für das Spiel gegen Juventus Turin ausfällt.

Der Niederländer fehlte am Mittag beim traditionellen Anschwitzen des Fußball-Rekordmeisters, wie die TV-Sender Sport1 und Sky sowie die „Bild“ berichteten. Damit werde der Offensivstar nicht im Kader für die Partie sein, hieß es. Der FC Bayern bestätigte das Aus des Offensivstars auf Anfrage nicht. Für ihn rückt wohl Franck Ribéry ins Team.

Scheitern im Achtelfinale wäre ein Schock für den Verein

Im ersten Pep-Finale. Ob er sich generell Sorgen mache vor diesem Duell mit dem italienischen Meister, der im Hinspiel erst nach dem 2:0 der Bayern sein wahres, sein kämpferisches Gesicht gezeigt und zum 2:2 ausgeglichen hatte?

„Ein Champions-League-Spiel hat mich nie besorgt. Ich bin privilegiert, das hier aus nächster Nähe erleben zu dürfen“, sagte Guardiola, „wenn wir verlieren sollten, würde es für ein paar Tage hart werden. Aber danach schauen wir auch wieder auf das nächste Spiel.“

Schön gesagt. Aber ein Aus gegen Juventus wäre eine Zäsur, ein Schock für den Verein, ein Magenschwinger für Guardiola. Für die Bayern steht nicht weniger als das Triple auf dem Spiel. Mit einem Ausscheiden würde man sich genauso früh aus Europa verabschieden wie 2011, als man im Achtelfinale gegen Inter Mailand nach einem 1:0 auswärts daheim 2:3 verlor.

Eliminiert Juve die Bayern, wäre es das letzte Champions-League-Heimspiel in München bis September. Heißt: Nicht nur ein Verlust an Reputation, sondern auch, was die Uefa-Prämien betrifft. Und Guardiola? Ketzerisch könnte man sagen, er hätte mehr Zeit, um die Kaderplanung bei Manchester City, seinem Verein ab Juli, voranzutreiben.

„Ich akzeptiere diese Rolle und den Druck“

Ob er den Druck spüre – diese Frage musste kommen. Er, der in seinen ersten beiden Jahren in München im Halbfinale der Königsklasse gescheitert ist, 2014 an Real Madrid, letztes Jahr am FC Barcelona. Schwer zu sagen, was Guardiola mehr weh getan hat. Ein Trainer dieser Kategorie definiert sich über den Henkelpott, den er mit Barça zweimal stemmen durfte.

„Ich weiß, was passiert, wenn wir die Champions League nicht gewinnen“, antwortete er gestern gefasst und fügte hinzu: „Ich akzeptiere diese Rolle und diesen Druck. Die Mentalität jedes großen Vereins ist: weiter, immer weiter. Wenn man gewinnt, will man sich trotzdem weiter verbessern.“

Und wenn man verliert, kommt der Bumerang. Vor allem dies steht für den Spanier auf dem Spiel: Verliert er, verliert er wohl auch die Rolle, sakrosankt zu sein und von seinen Vorgesetzten stets geschützt zu werden.

Beckenbauer kritisiert Guardiolas parallele Arbeit

Laut „Bild“ soll er versucht haben, David Alaba zu Manchester City zu locken, zu Guardiolas künftigem Arbeitgeber. Der Spanier habe den 23-Jährigen „heimlich“ umworben – und verloren, da Alaba kurz vor einer Vertragsverlängerung bei Bayern bis 2021 stehe. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge dementierte, doch ein Geschmäckle bleibt.

Zu Guardiolas paralleler Arbeit für Bayern und City sagte Ehrenpräsident Franz Beckenbauer in „Bild“: „Ich finde es schwierig - für alle Beteiligten, also für Bayern und für Pep. Das sorgt für immer neue Spekulationen.“

Letzten Montag war Guardiola nach Amsterdam geflogen und hatte sich mit City-Sportdirektor Txiki Begiristain getroffen. Das, so Beckenbauer, sei „kein Problem, solange er seine Pflichten in München nicht vernachlässigt“. Eine sanfte Warnung. Beckenbauer kann das aussprechen, was die Bosse nicht sagen können. Das einfachste wäre: Guardiola kommt weiter. Und erwartet im Viertelfinale sein nächstes Finale.

Und wie besiegt man Juventus? „Wir müssen unsere Stärken ausnutzen, unser Positionsspiel“, erklärte Guardiola, „wenn das gut ist, können wir alles kontrollieren. Ich bewundere die Defensiv-Stärke von Juventus. Ich mag das nicht, aber ich bewundere es.“