Europa League

Dortmund geht in ein erstklassiges Duell der Zweiten

Den BVB lässt das Gerede um den Wechsel von Ilkay Gündogan vor dem Europa-League-Spiel gegen Tottenham kalt. Das hat seinen Grund.

Foto: Bernd Thissen / dpa

Dortmund.  Für Steffen Freund wird ein Albtraum Wirklichkeit. So zumindest hatte der ehemalige Profi von Borussia Dortmund und Tottenham Hotspur die Auslosung kommentiert, die seine Ex-Klubs im Achtelfinale der Europa League zu Gegnern werden lässt.

„Beide Teams haben das Zeug, die Europa League zu gewinnen“, ist für Freund dieses Duell, das am Donnerstagabend mit dem Hinspiel in Dortmund (19 Uhr, Sky) beginnt, das vorweggenommene Finale.

Eben dieses Endspiel am 18. Mai in Basel hat der BVB zum Ziel. Deshalb soll auch nichts die Konzentration beim Bundesliga-Zweiten stören. Auch nicht, dass ein gewisser Ilhan Gündogan am Mittwoch europaweit in den Zeitungen zu sehen war.

Angebliche 30-Millionen-Offerte

Der Onkel und Berater von Ilkay Gündogan war in Amsterdam abgelichtet worden – an der Seite von Txiki Begiristain, Sportdirektor von Manchester City, und Pep Guardiola, Noch-Bayern- und Bald-City-Trainer.

„Ilkay weiß und spürt sehr, sehr genau, was er hier hat. Mir sind die Berichte völlig egal“, lässt sich BVB-Trainer Thomas Tuchel die Laune nicht verderben von einer angeblichen 30-Millionen-Euro-Offerte für den Nationalspieler (Vertrag bis 2017).

Eine Prognose zur Entscheidung von Gündogan gab er nicht ab: „Ob ich überzeugt bin, dass er bleibt? Nein. Wie könnte ich das sein? Aber wir wissen sehr genau, was wir bieten können.“

Stiller Meisterschaftsanwärter

Zum Beispiel ein Duell auf Augenhöhe gegen den aktuellen Zweiten der Premier League. Im medialen Schatten des Sensations-Spitzenreiters Leicester City oder des vom einstigen BVB-Trainer Jürgen Klopp gecoachten FC Liverpool hat sich der dreimalige Europapokalsieger aus dem Norden Londons zum Meisterschaftanwärter gemausert.

Ausnahmefußballer wie Nationalstürmer Harry Kane oder der französische Nationalkeeper Hugo Lloris sind Garanten für den Aufschwung.

„Sie haben jetzt einen anderen Weg eingeschlagen, arbeiten mehr mit jungen englischen Talenten“, erklärte Steffen Freund die Veränderungen in seinem Ex-Klub: „Ryan Mason oder Dele Alli haben jetzt den Durchbruch geschafft. Dazu erfahrene Führungsspieler wie Hugo Lloris, ein sehr handlungsschneller Torwart, und Christian Eriksen, der als Zehner jetzt sogar mit der Defensivarbeit beginnt – das ist eine sehr talentierte Mannschaft.“

Noch nie gewann ein deutsches Team an der White Hart Lane

Ähnlich wie der BVB gegen die Bayern (0:0) wurden auch die Spurs wenige Tage zuvor gegen den FC Arsenal (2:2) auf höchstem Niveau gefordert. „Es wartet ein weiteres großes Spiel auf uns. Aber wir sind keine Maschinen. Deswegen müssen wir den Spielern vollen Rückhalt geben, weil die Art und Weise, wie sie arbeiten und auftreten, fantastisch ist“, so Coach Mauricio Pochettino.

Dortmund braucht ein gutes Ergebnis im Hinspiel, schließlich hat noch nie ein deutsches Team an der White Hart Lane gewonnen. „Wir wissen um die Heimstärke der Spurs. Von daher müssen wir vorlegen“, sagte Roman Weidenfeller, der statt Roman Bürki im Tor stehen wird. Damit das Rückspiel am 17. März nicht zu einem Albtraum für den BVB wird.