Champions League

Der VfL Wolfsburg kann sich blamieren oder triumphieren

Dienstagabend hat der VfL Wolfsburg sein Rückspiel gegen KAA Gent. Alles andere als der Viertelfinal-Einzug wäre peinlich.

Christian Träsch (l.) greift Kenny Saief von KAA Gent an. Eine Szene aus dem Hinspiel, das Wolfsburg 3:2 gewann

Christian Träsch (l.) greift Kenny Saief von KAA Gent an. Eine Szene aus dem Hinspiel, das Wolfsburg 3:2 gewann

Foto: Dean Mouhtaropoulos / Getty Images

Wolfsburg.  Bayern München und Borussia Dortmund. Das sind die einzigen Mannschaften, die den VfL Wolfsburg in dieser Spielzeit in der VW-Arena besiegen konnten. Das Weltklasse-Ensemble von Pep Guardiola sowie die Hochgeschwindigkeits-Truppe von Thomas Tuchel holten drei Punkte in Wolfsburg – und heute Abend soll ausgerechnet die unbekannte KAA Gent diese Wolfsburger Festung stürmen?

Im Rückspiel ums Viertelfinale der Champions League muss der belgische Meister am Dienstag (20.45 Uhr, Sky) nach der 2:3-Pleite im Hinspiel mindestens zwei Tore schießen, um das Ticket für die besten acht Teams Europas noch zu buchen. Der VfL darf in diesem Szenario jedoch nicht selbst treffen – was die Aufholjagd für die Belgier noch schwieriger macht.

Denn in nur einem der letzten 43 Bundesliga-Heimspiele trafen die „Wölfe“ in ihrem Wohnzimmer nicht. Anders gesagt: Der VfL ist klarer Favorit. Der Traum heißt das Erreichen der Runde der letzten Acht. Das wäre der größte Erfolg für den VfL auf internationaler Ebene.

Hecking: „Das wird noch mal 90 Minuten knüppelharte Arbeit“

Im Viertelfinale warten die dicken Fische aus dem europäischen Teich vom Schlage FC Barcelona, Real Madrid oder ­Manchester City. Nach dem 3:2 im Hinspiel in Belgien wäre das Verpassen des Viertelfinales für die Wolfsburger eine Blamage.

Weshalb Trainer Dieter Hecking darauf hinweist: „Das wird noch mal 90 Minuten lang knüppelharte Arbeit werden.“ Seine Betonung liegt auf der Zahl 90. Denn im Hinspiel überragte sein Team 80 Minuten lang, führte 3:0 und stand mit anderthalb Beinen im Viertelfinale. In den letzten zehn Minuten aber erzielte Gent noch zwei Tore und sogar fast noch den Ausgleich.

„Ich habe vorher gesagt, dass wir zwei gute Tage brauchen“, sagte Hecking und warnte: „Den ersten guten Tag haben wir gehabt, jetzt brauchen wir den zweiten. Die laufen um ihre Chance. Wir müssen dafür sorgen, dass sie gar nicht erst dran riechen können.“ Bei allen Mahnungen sagte Hecking aber auch: „Man muss den Gegner auch nicht stärker machen, als er ist.“

Kruse, Draxler, Arnnold wollen spielen

Einer, der KAA Gent einschätzen kann, ist Koen Casteels. Der belgische Torwart des VfL, der seit Wochen den verletzten Stammtorwart Diego Benaglio vertritt, sagte: „Das ganze Land hofft, dass Gent das Resultat aus dem Hinspiel noch drehen kann.“

Immerhin scheint der Pokalsieger rechtzeitig zum Saison-Endspurt gerade noch die Kurve bekommen zu haben. Vier Siege aus den vergangenen sechs Spielen stärken das Selbstvertrauen, so etwa das überzeugende 2:1 am Wochenende gegen Mönchengladbach.

Mit Blick auf die Belastung sagt Hecking: „Die ­Frische könnte ein entscheidender Faktor sein. Daher könnten auch ein paar frische Kräfte zum Einsatz kommen.“

Zum Personal: Max Kruse, Julian Draxler und Maximilian Arnold haben leichte Wehwehchen aus dem Sonnabendspiel davongetragen. Aber alle drei wollen am heutigen Dienstag dabei sein. Arnold sagt: „Da müssten mich schon zehn Pferde treten, dass ich da nicht auflaufen kann.“ Das sehen Draxler und ­Kruse, die Torschützen gegen Gladbach, genauso.