Fussball

Was will die Fifa jetzt ändern? Die wichtigsten Reformen

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Die Fifa will alles auf den Kopf stellen, um Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen

Die Fifa will alles auf den Kopf stellen, um Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen

Foto: Patrick Seeger / dpa

Neben der Wahl ihres Präsidenten hat sich der Weltfußballverband die Verabschiedung vieler Neuerungen vorgenommen. Ein Überblick.

Zürich.  Kurz vor dem Tag der Wahrheit hat das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes Fifa an alle Mitglieder appelliert, am Rande der Präsidentenwahl auch das dringend nötige Reformpaket durchzuwinken.

„Die Augen der Welt sind auf uns gerichtet“, sagte Interimspräsident Issa Hayatou (Kamerun): „Die Verabschiedung der Reformen wird ein starkes Signal senden, dass wir zugehört haben und die nötigen Schritte zur Wiederherstellung des Vertrauens gehen werden.“

Jede der Reformen, für deren Verabschiedung am Freitag eine Zweidrittelmehrheit der stimmberechtigten 207 Verbände (Kuweit und Indoesien sind immer noch suspendiert) nötig sein wird, sei „entscheidend für die Zukunft der Fifa und des globalen Fußballs“, sagte Hayatou.

Die Stimmen der Verbände verteilen sich wie folgt auf die Kontinente: Afrika (54), Europa (53), Asien (44), Nord- und Mittelamerika/Karibik (35), Ozeanien (11), Südamerika (10). Die Morgenpost gibt einen Überblick über die wichtigsten Reformpunkte.

GEWALTENTEILUNG
Das derzeit allmächtige Exekutivkomitee wird in eine Art Aufsichtsrat mit mehr Mitgliedern (36 statt 24, darunter mindestens sechs Frauen) umgewandelt - und entmachtet. Das operative Geschäfte liegt komplett in den Händen des Generalsekretariats. Der neue Generalsekretär wird dadurch zum mächtigen CEO. Er wird aber weiterhin vom dann nur noch repräsentativen Präsidenten vorgeschlagen. Der Rat (Fifa-Council) ernennt den Nachfolger von Markus Kattner und kann ihn auch entlassen.

INTEGRITÄT
Jedes neue Council-Mitglied (gewählt wird weiterhin in den Konföderationen der jeweiligen Kontinente) muss einen umfangreichen Integritäts- und Eignungscheck bestehen. Dafür gibt es extra eine zuständige Kommission. Für die aktuellen Mitglieder des Exekutivkomitees gilt das jedoch nicht rückwirkend. Über allem steht in der neuen Fifa-Organisationsstruktur zudem die unabhängige Audit- und Compliance-Kommission, die beispielsweise alle Geldflüsse überwacht.

AMTSZEITBESCHRÄNKUNG
Schluss mit den Langzeitherrschern. Die Funktionäre in den hohen Ämtern dürfen diese lediglich zwölf Jahre behalten (dreimal vierjährige Amtszeiten). Aber auch hier: Das gilt nicht rückwirkend - auch für die Exko-Mitglieder, die gefühlt schon ewig bei der Fifa sind und die Skandale mitgetragen haben, wird die Uhr nicht auf null gesetzt. Die Amtszeit des früheren DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach endet also auch erst 2019.

FRAUENQUOTE
Im neuen Council sitzen mindestens sechs Frauen (eine pro Konföderation). Zudem wird es entsprechende Passagen in den Statuten geben. Das Ziel des Weltverbands ist künftig eine Quote von um die 30 Prozent.

TRANSPARENZ
Viel zu oft wurde gefragt: „Was verdient Blatter?“ Mit den Reformen werden die Gehälter der hohen Amtsträger veröffentlicht. Vielleicht schon für 2015, also auch für die Zeit, in der der Schweizer Jospeh Blatter (seit 1998 im Amt) noch nicht suspendiert war.