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Stefan Effenberg darf jetzt sogar absteigen mit Paderborn

Der Präsident gibt Effenberg nach dem1:1 in Bielefeld einen Freifahrtschein. Allerdings gilt dessen Vertrag nicht für die 3. Liga.

Foto: Thomas Starke / Bongarts/Getty Images

Bielefeld.  Stefan Effenberg muss nicht mehr um seinen Job beim Fußball-Zweitligisten SC Paderborn zittern. „Wir halten an ihm fest. Dafür nehmen wir notfalls auch den Abstieg in Kauf“, sagte Vereinspräsident Wilfried Finke am Sonntag nach dem 1:1 (1:0) im Ostwestfalen-Derby bei Arminia Bielefeld.

Der SCP liegt weiter auf dem Relegationsplatz und ist akut in Gefahr. Mit der Steigerung der Mannschaft, die nun seit zehn Spielen sieglos ist, hat sich für Finke die Diskussion um Effenberg (47) aber erledigt.

„Kein halbwegs normaler Mensch würde nach diesem Spiel auch nur ansatzweise darüber nachdenken, den Trainer infrage zu stellen“, sagte der Möbel-Unternehmer. Ein Ultimatum habe er ohnehin nicht ausgesprochen.

Nach zwei Siegen zehn Spiele ohne Sieg

Ob Effenberg für einen Neuanfang in der 3. Liga zur Verfügung stehen würde, weiß Finke nicht. „Die 3. Liga ist vertraglich nicht vereinbart. Da müssten wir dann neu drüber sprechen“, sagte er. Effenberg hatte Paderborn anfangs neuen Schwung gebracht, auf zwei Siege nach seiner Amtsübernahme folgten jedoch zehn Spiele ohne Sieg.

„Ich werde die Dinge mit dem Vorstand besprechen, aber meine eindeutige Empfehlung ist, die Saison mit Stefan Effenberg zu Ende zu spielen“, sagte Finke. Effenberg selbst meinte: „Das war ein Teilerfolg. Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Tagen in Ruhe arbeiten können.“

Gegen Bielefeld wollte Effenberg sein Glück förmlich erzwingen: Der Trainer änderte seine Startelf im Vergleich zum 0:4-Debakel gegen Kaiserslautern gleich auf fünf Positionen. Unter anderem ersetzte überraschend mit Daniel Heuer Fernandes den Stammtorwart Lukas Kruse.

„Der Plan ist aufgegangen“

Nach dem 1:0-Führungstreffer durch Stürmer Nicklas Helenius (30.) ballte Effenberg, der trotz des Regens im Pullover viel an der Seitenlinie stand und Anweisungen gab, kurz die Hände zu Fäusten. Es war das erste Paderborner Tor im neuen Jahr.

Effenberg selbst bescheinigte seiner Mannschaft Fortschritte. „Der Plan ist aufgegangen. Genau so wollten wir spielen. Das war eine hoch intensive Leistung meiner Mannschaft, da bin ich absolut mit zufrieden“, sagte er: „Ruhe kriegt man nur durch Erfolg.

Bielefeld begann in einem kampfbetonten Derby nach der Pause vielversprechend – der Ausgleich fiel aber, als der Druck nachgelassen hatte. Nöthe erzielte sein viertes Saisontor.