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Jürgen Klopp holt ausgerechnet einen Schalker nach Liverpool

Innenverteidiger Joel Matip wechselt im Sommer ablösefrei nach England. Schalke verliert ein weiteres Talent. Weitere könnten folgen.

Da mochten sie sich noch nicht: Schalkes Joel Matip diskutiert mit dem damaligen BVB-Trainer Jürgen Klopp am 25. März 2014 über ein Foul

Da mochten sie sich noch nicht: Schalkes Joel Matip diskutiert mit dem damaligen BVB-Trainer Jürgen Klopp am 25. März 2014 über ein Foul

Foto: firo Sportphoto/Ralf Ibing / picture alliance / augenklick/fi

Gelsenkirchen.  – Kumpel bleiben? Kumpel gehen! Schalke 04 verliert die nächste Identifikationsfigur. Nach monatelanger Hängepartie hat sich Innenverteidiger Joel Matip gegen einen Verbleib auf Schalke entschieden, der 24-Jährige folgt dem Ruf der Premier League und wechselt im Sommer ablösefrei nach England zu Jürgen Klopp und dem FC Liverpool.

Auch der Treueschwur von Kapitän und Weltmeister Benedikt Höwedes, der in der Vorwoche mit emotionalen Worten seine Vertragsverlängerung bis 2020 bekannt gegeben hatte (“Kohle geht, Kumpel bleiben“), konnte Matip offenbar nicht mehr zum Bleiben bewegen.

„Ich habe immer gesagt, dass ich von Schalke nur aus einem Grund Abschied nehmen würde: um etwas ganz Neues kennen zu lernen. Deswegen kam ein Wechsel innerhalb der Bundesliga nie für mich in Betracht“, erklärte Matip am Montag.

Ihm sei die Entscheidung definitiv nicht leicht gefallen, dennoch sei er überzeugt, „dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, diesen Schritt zu tun“. Er werde in den kommenden Monaten alles dafür tun, das Maximale aus dieser Saison herauszuholen.

Wiedersehen mit alten Bekannten

Beim traditionsreichen LFC trifft Matip neben dem ehemaligen Dortmund-Coach Klopp auf weitere Bekannte aus der Bundesliga, künftig spielt er an der Seite des deutschen Nationalspielers Emre Can (Bayer Leverkusen, Bayern München) und des Brasilianers Roberto Firmino (1899 Hoffenheim).

Schalke hatte laut Sportvorstand Horst Heldt seit Mai vergangenen Jahres in „vielen intensiven Gesprächen“ um den kamerunischen Nationalspieler (27 Länderspiele) geworben. „Dabei war schnell klar, dass für Joels Entscheidung Faktoren den Ausschlag geben würden, die wir letztlich nicht beeinflussen konnten“, sagte Sportvorstand Horst Heldt.

Auch Schalkes Trainer André Breitenreiter hat sich vergeblich für Matips Verbleib stark gemacht: „Ich würde mir sehr wünschen, dass er bei uns bleibt. Er ist ein wichtiger Eckpfeiler, ein hervorragender Spieler und ein besonderer Mensch“, hatte er gesagt.

Auch Sané und Goretzka umworben

Matip, geboren in Bochum, ist seit dem Jahr 2000 im Verein, 2009 rückte er in den Profikader auf. Seitdem absolvierte er für die Königsblauen 243 Pflichtspiele (23 Tore, 12 Torvorlagen), davon 181 in der Bundesliga. Mit Schalke wurde er Vizemeister (2010), gewann den DFB-Pokal (2011) und stand im Halbfinale der Champions League (2011).

Der Exodus der Schalker Talente setzt sich damit fort. Zuletzt war Julian Draxler für allerdings stattliche 36 Millionen Euro zum VfL Wolfsburg gewechselt, weitere Beispiele sind Manuel Neuer und einst Mesut Özil.

Auch Leroy Sané wird bereits aus England umworben, in kleinerem Rahmen gilt das auch für Leon Goretzka. „Schalke 04 wird eine große Familie für mich bleiben. Ich war immer stolz darauf, für diesen tollen Klub zu spielen“, sagte Matip. Eine Zukunft auf Schalke erschien ihm dennoch nicht reizvoll genug.