Fifa-Skandal

Fußball-Weltverband sperrt Jerome Valcke für zwölf Jahre

Der Franzose soll sich bei Ticketverkäufen bereichert haben. Nicht der einzige Vorwurf gegen Blatters ehemalige rechte Hand.

Jerome Valcke war bei der Fifa jahrelang der starke zweite Mann hinter Joseph Blatter

Jerome Valcke war bei der Fifa jahrelang der starke zweite Mann hinter Joseph Blatter

Foto: ARND WIEGMANN / REUTERS

Zürich.  Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes Fifa hat den ehemaligen Generalsekretär Jerome Valcke für zwölf Jahre gesperrt. Der Franzose, einst die rechte Hand des inzwischen bis 2023 gesperrten Fifa-Präsidenten Joseph S. Blatter, soll sich nach Erkenntnissen der Ermittler beim Ticketverkauf für WM-Endrunden persönlich bereichert haben.

Das Strafmaß liegt damit über dem der suspendierten Chefs von Fifa und Uefa, Joseph Blatter und Michel Platini, die im Dezember von der Fifa-Ethikkommission bereits für jeweils acht Jahre gesperrt wurden.

Bereits im Januar gefeuert

Zudem wird dem 55-Jährigen vorgeworfen, private Reisen auf Kosten des Weltverbandes unternommen zu haben. Valcke bestreitet alle Vorwürfe.

Die Ermittlungskammer der Fifa-Ethikkommission hatte im Januar gegen den bislang suspendierten Generalsekretär Jérôme Valcke eine Sperre von neun Jahren gefordert.

Die Fifa selbst hatte Valcke bereits am 17. September 2015 suspendiert, am 8. Oktober folgte dann auch die Ethikkommission mit einer vorläufigen Sperre von 90 Tagen. Zuvor waren diverse Korruptionsvorwürfe gegen den langjährigen Fifa-Funktionär laut geworden.

Katar versprach ihm eine Gewinnbeteiligung

Konkret soll sich Valcke beim Ticketverkauf für Endrunden von Weltmeisterschaften persönlich bereichert haben. Er hatte Zeugen zufolge zudem im Rahmen von Verhandlungen schon vor der offiziellen Vergabe erklärt, die WM 2022 sei ungeachtet aller Bedenken fest an den umstrittenen Bewerber Katar zugesagt.

Die Vorwürfe hatte die in Zürich ansässige Agentur JB Sports Marketing bei einer Präsentation kurz vor Valckes Suspendierung durch die Fifa am 17. September 2015 erhoben. Dem 55-Jährigen sei im Gegenzug eine Gewinnbeteiligung seitens Katars versprochen worden.

Die US-Justiz verdächtigt zudem Valcke, im Rahmen der Vergabe der WM 2010 zehn Millionen Dollar aus Südafrika an die von Skandalfunktionär Jack Warner kontrollierten Fußball-Verbände Concacaf und CFU weitergeleitet zu haben.

Valcke war in Blatters bestens organisiertem Machtgefüge die Nummer zwei, bis der Weltverband ihn von allen Aufgaben entband. Der Verband teilte damals mit, er habe „von einer Reihe von Vorwürfen Kenntnis erhalten, die den Generalsekretär betreffen“.