Bayern München

Pep Guardiola: „Warum vertraut mir niemand?“

Bayern-Coach Pep Guardiola beklagt mangelnden Respekt gegenüber den Trainern und offenbart eine ungewöhnliche Seite an sich.

Foto: Peter Kneffel / dpa

München.  Pep Guardiola verspürte vor dem Topspiel bei Bayer Leverkusen am Sonnabend (18.30 Uhr, Sky) keine Lust, über seine Zukunft bei Manchester City zu plaudern. Noch knapp vier Monate hat der FC Bayern absolute Priorität für den Startrainer.

Den Spagat zwischen Gegenwart und Zukunft könne er ­locker bewältigen. Er sei da „wie die Frauen“, scherzte Guardiola: „Ich kann beide Sachen kontrollieren!“

Zu den Beweggründen, ManCity als Arbeitgeber in der reichen Premier League ausgewählt zu haben, schwieg der 45 Jahre alte Katalane am Freitag: „Über Manchester City werde ich erst im Mai, Juni reden. In England werde ich über Manchester City sprechen.“ Auch zu den Spekulationen, dass er dem neureichen Scheichklub schon vor längerer Zeit sein Ja-Wort gegeben habe, gab es keine klärenden Aussagen.

„Für unseren Beruf gibt es keinen Respekt mehr“

Guardiola ahnt, dass die restliche Zeit beim FC Bayern zumindest in der Zusammenarbeit mit den Medien keine einfache sein wird. Er vermisst ­allerdings nicht nur in München den nötigen Respekt gegenüber den ­Trainern. „Für unseren Beruf gibt es heutzutage keinen Respekt mehr. Es ist egal, was wir sagen“, behauptete Guardiola ­pauschal.

Und in Bezug auf seine ­Person, ergänzte der Starcoach: „Ich weiß nicht, warum die Leute meinen ­Worten nicht vertrauen.“ Die Situation, dass er den Verein im Sommer nach drei Jahren freiwillig verlasse, sei halt ungewohnt beim FC Bayern.

Normalerweise würde der Klub sich vom Trainer trennen. Nun geraten zum Ende der kurzen Guardiola-Ära mehr Spekulationen in Umlauf, etwa über eine angeblich schlechte Stimmung im Team oder Undiszipliniertheiten einzelner Spieler, zuletzt von Arturo Vidal.

Matthias Sammer kritisiert das „Zündeln“

Sportvorstand Matthias Sammer beklagte ein von außen betriebenes ­„Zündeln“. Nationaltorwart Manuel Neuer versicherte vor dem Härtetest des Tabellenführers in Leverkusen mit Nachdruck, im Mannschaftsgefüge sei ­alles im Reinen. „Es knistert außen, aber innen bei der Mannschaft knistert gar nichts. Die Stimmung ist gut bei uns.“

Neuer bescheinigte Guardiola einen Arbeitsethos wie eh und je. „Er hat keinen Deut nachgelassen“, erklärte der Weltmeister. Guardiola versicherte, die Störfeuer von außen ertragen zu ­können. „Ich kann mit der Situation die letzten vier Monate ohne Probleme leben. Die Zeitungen können mich jeden Tag attackieren“, sagte er.

Guardiola sagt, er könne sich selbst verteidigen

Auch brauche er keinen verbalen Schutz seitens des Vereins, wie es Sammer unter der Woche tat: „Ich kann mich selbst verteidigen.“ Er kenne die Situation gut genug aus seiner Zeit beim FC Barcelona, den er 2012 ebenfalls auf ­eigenen Wunsch hin verlassen hatte.

Sportlich freut sich Guardiola auf die Herausforderung beim Tabellen-Vierten Leverkusen. „Wir spielen gegen eine der besten Mannschaften in Deutschland“, sagte er. Es sei der Auftakt in eine „interessante Englische Woche“ mit drei Auswärtsspielen. Im Pokal-Viertelfinale geht es anschließend zum Zweitligisten VfL Bochum, zum Abschluss folgt das bayrische ­Derby beim FC Augsburg. „Diese ­Woche ist sehr wichtig“, sagte Pep ­Guardiola.

Serdar Tasci fällt gegen Bayer Leverkusen aus

Es geht auch darum, weiterhin Lösungen für den Abwehrnotstand zu finden und zu testen. Der von Spartak Moskau ausgeliehene Neuzugang Serdar Tasci fällt nach einem Trainingsunfall mit einer leichten Gehirnerschütterung in Leverkusen aus, er darf erst Anfang kommender Woche wieder trainieren.

Mittelfeldspieler Joshua Kimmich dürfte erneut neben dem einzigen verbliebenen Innenverteidiger Holger Badstuber im Abwehrzentrum auflaufen. Das Duo muss versuchen, die starke Leverkusener Doppelspitze mit ­Javier Hernández und Stefan Kießling in Schach zu halten. Gerade vor dem Mexikaner „Chicharito“ (13 Tore) warnte Guardiola: „Seine Nase im Strafraum ist außergewöhnlich.“