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Pep Guardiola: „Ich brauche eine neue Herausforderung“

Der Startrainer erklärt endlich, warum er die Bayern verlässt. Und was er mit ihnen noch vorhat.

Der Blick von Pep Guardiola richtet sich nach England

Der Blick von Pep Guardiola richtet sich nach England

Foto: Peter Kneffel / dpa

München.  Er hatte ein einfaches blaues Shirt mit V-Kragen angezogen, trug schwarze, schnürsenkellose Sommersneaker. Doch was Pep Guardiola vor allem zur Schau trug an diesem Dienstagnachmittag, war Erleichterung. Lockerheit. Gelöstheit.

Nachdem der FC Bayern am 20. Dezember bekannt gegeben hatte, dass der spanische Trainer seinen Vertrag über Juni 2016 hinaus nicht verlängern werde, lieferte der Abtrünnige nun, am zweiten Trainingstag der Wintervorbereitung, die Erklärung nach.

Die zwei, drei Kernsätze: „Der Grund warum ich meinen Vertrag nicht verlängere, ist sehr einfach: Ich will in der Premier League trainieren. Ich bin jung, ich brauche eine neue Herausforderung. Es ist erst meine zweite Erfahrung in einem Verein. Drei Jahre sind genug.“ Der 44-Jährige zieht weiter. Zu welchem Klub in England? Er sagt nichts dazu. Manchester City ist in der Favoritenrolle.

„Meine Zeit hier wäre nicht komplett ohne Champions-League-Titel“

Pep goes England. Der Guardiola-Fußball sucht eine neue Bühne. Die Bundesliga hat er mit zwei Meistertiteln und einem weiteren in Reichweite bereits erobert, immer wieder betonte er, wie „Wahnsinn“ es sei, nur eines von 51 Hinrundenspielen verloren zu haben.

Und nun? „Ich habe keinen Zweifel, dass meine Spieler das Beste für den Verein geben werden in der Rückrunde. Thomas Müller hatte recht. Es ist egal, wer trainiert. Wichtig ist, dass der Klub gewinnt.“ Das Triple? Um einen Abschied mit dem ganz großen Bang zu feiern? „Ich weiß, wo ich bin“, sagte Guardiola, „meine Zeit hier wäre nicht komplett ohne den Champions-League-Titel.

Das ist mein Druck. Aber: Ich bin nicht hier, um gegen das Erbe von Jupp Heynckes zu kämpfen.“ Den Triple-Trainer von 2013, die ewige Messlatte aller aktuellen und künftigen Bayern-Coaches wie Carlo Ancelotti, der im Sommer übernimmt.

„Ich mag neue Restaurants, neue Stadien“

Während der 45-minütigen Pressekonferenz verfiel der Katalane immer mal wieder ins Englische, sprach von einer „new challenge“ und dass er sich irgendwann selbst gesagt habe: „Do that!“ Mach et, Pep! Der Getriebene braucht eine neue Mission.

„Ich brauche eine neue Aufgabe, einen neuen Klub, neue Spieler, will etwas Neues probieren“, sagt er. Denn: „Es ist nicht about, nein – es geht nicht um Geld, die Stadt oder die Familie. Ich mag neue Restaurants, eine neue Stadt, neue Stadien. Auch für unsere Kinder ist es gut: neue Orte, neue Länder.“

Ist das Risiko nicht zu groß, dass er mit seinem Stil und Anspruch an das Spiel in der Premier League scheitere? Pep lächelt, zögert. Nur nichts Falsches sagen. Er antwortet: „That’s why I like it. Für mich wäre es gemütlich hierzubleiben.“