Transferwahnsinn

ManCity will Sané für 55 Millionen Euro – Schalke sagt Nein

Schalke erteilt dem Werben aus Manchester eine Absage. Auf dem Transferkarussell geht es um so viel Geld wie nie zuvor. Ein Überblick.

Sagt erstmal nicht Tschüss. Leroy Sané soll trotz Rekordangebots von Manchester City auf Schalke bleiben

Sagt erstmal nicht Tschüss. Leroy Sané soll trotz Rekordangebots von Manchester City auf Schalke bleiben

Foto: Guido Kirchner / dpa

Gelsenkirchen.  – Fußball-Bundesligist Schalke 04 hat einen Transfer von Nationalspieler Leroy Sané im Winter trotz des angeblichen Interesses finanzstarker internationaler Spitzenklubs ausgeschlossen.

Man habe entschieden, „Leroy nicht abzugeben, und auch der Spieler will Schalke nicht verlassen“, sagte Aufsichtsratschef Clemens Tönnies der „Bild“-Zeitung: „Es liegt bisher kein offizielles Angebot vor. Wenn es ein Interesse an Leroy gibt, bestätigt das unsere hervorragende Nachwuchsarbeit auf Schalke.“

Für Sané soll laut „Bild“-Zeitung der englische Vizemeister Manchester City eine Transferofferte in Höhe von 55 Millionen Euro vorbereiten. Im Falle eines Wechsels in dieser Dimension wäre der erst 19 Jahre alte Offensivspieler, der noch bis 2019 bei Schalke unter Vertrag steht, der teuerste deutsche Spieler.

Bisher Özil teuerster deutscher Spieler

Seit 2013 sind die 50 Millionen Euro des FC Arsenal für die Verpflichtung von Weltmeister Mesut Özil von Real Madrid die höchste Transfersumme für einen deutschen Profi.

Sanés Berater Jürgen Milewski hatte sich aber bereits vor Silvester auch schon gegen einen Wechsel seines Klienten ausgesprochen. „Schalke ist für Leroy der beste Ort, an dem er sein kann“, sagte Milewski: „Ein Transfer im Winter ist kein Thema. Er fühlt sich auf Schalke sehr wohl.“

Sané ist im Schalker Mittelfeld mit Max Meyer (20), Leon Goretzka (20) und Johannes Geis (22) nicht nur der jüngste, sondern auch der auffälligste Spieler.

Der Sohn des senegalesischen Ex-Nationalspielers und früheren Bundesliga-Profis Souleyman Sané sowie der deutschen Sportgymnastin Regina Weber kam in den Pflichtspielen der Gelsenkirchener in der laufenden Saison bislang auf fünf Tore und fünf Vorlagen.

In der Nationalmannschaft debütierte der Teenager beim denkwürdigen Länderspiel am 13. November des vergangenen Jahres in Paris gegen Frankreich.

Auch BVB-und Gladbach-Spieler im Fokus

Die Rekordsumme für einen Jung-Nationalspieler zeigt, wie überhitzt derzeit der Markt ist: Neben den 55 Millionen Euro für Sané stechen angebliche Angebote in Höhe von 57 Millionen Euro für Pierre-Emerick Aubameyang, 30 für Ilkay Gündogan, und jeweils 15 für Christoph Kramer und Granit Xhaka ins Auge.

Wenn sich die Bundesliga-Manager bis zum Schluss des Winter-Transfer-Fensters am 1. Februar nicht Augen und Ohren zuhalten, ist die „Weltmeister-Liga“ zu Beginn der Rückrunde um einige Stars ärmer.

Ins Reich der Fabeln sind die Transfergerüchte spätestens seit dem Rekord-Wechsel von Kevin De Bruyne nicht mehr zu verweisen. Ende August zahlte Manchester City 75 Millionen Euro für den Belgier im Dienste des VfL Wolfsburg – bislang Rekord für einen Bundesligaspieler.

Und obwohl Deutschlands teuerster Spieler derzeit bei seinem Klub herausragt – gerade wurde Özil zum Arsenal-Spieler des Monats Dezember gewählt – , soll BVB-Torjäger Aubameyang den Gunners noch sieben Millionen Euro mehr wert sein.

Watzke: „Verein ist nie von einem Spieler abhängig“

Da kann man rasch nervös werden. Beim Trainingsauftakt des BVB am Dienstag fehlte der Top-Torjäger aus Gabun – „wegen eines privaten Termins“, wie Pressesprecher Sascha Fligge schnell aufklärte.

Der BVB wünscht sich Aubameyangs Verbleib sehnlich. „Wir hoffen alle sehr, dass er bleibt“, sagte Weltmeister Matthias Ginter vor der ersten Einheit am Vormittag. Dies gelte auch für den ebenfalls begehrten deutschen Nationalspieler Ilkay Gündogan. „Wir sind alle froh, wenn sie so lange wie möglich bei uns bleiben“, sagte Ginter: „Ich hoffe, dass sie ihre Verträge verlängern.“

Die Vereinsführung bleibt gelassen, Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke betonte zuletzt, der BVB sei nie von nur einem Spieler abhängig.

Neapel will Kramer oder Xhaka

Das gilt sicher auch mit Blick auf Ilkay Gündogan. Der italienische Rekordmeister Juventus Turin hat zuletzt seine Bemühungen um den Nationalspieler intensiviert. Laut eines Berichts der „Gazzetta dello Sport“ ist Juve bereit, 30 Millionen Euro für den 25 Jahre alten Mittelfeldspieler zu zahlen.

Schließlich gilt Gündogan als Wunschspieler von Trainer Massimiliano Allegri. Doch auch andere europäische Top-Klubs sollen an Gündogan dran sein. Dazu gehört – wie sollte es anders sein – Manchester City mit seinem designierten neuen Trainer Pep Guardiola.

Neben Juve hat auch der SSC Neapel seine Fühler über die Alpen ausgestreckt. Laut „Corriere dello Sport“ stünden 15 Millionen Euro für Weltmeister Christoph Kramer von Bayer Leverkusen bereit. Und falls der Transfer nicht klappt, könnte das Geld auch für den Schweizer Granit Xhaka an Borussia Mönchengladbach überwiesen werden.

Hertha kauft Sinan Kurt

Vergleichsweise bescheiden erscheinen da die Summen, mit denen Hertha BSC arbeitet. Das Überraschungsteam der Hinrunde (Platz drei) hat jetzt Sinan Kurt vom FC Bayern geholt. Der 19-Jährige wollte früher wechseln, um mehr Eingewöhnungszeit zu haben. Am Mittwoch soll der Linksaußen den Medizincheck absolvieren und danach einen Drei-Jahresvertrag bis 2019 unterzeichnen. Das berichtet der „Kicker“.

Statt der geplanten Ausleihe konnte Preetz einen Kauf für etwas weniger als eine Million Euro aushandeln und geht damit nach Mitchell Weiser und Niklas Stark im Sommer weiter den Weg, auf junge, deutsche Talente zu setzen. Der FC Bayern aber hat sich eine Rückkaufoption gesichert..

Kurt, beim Rekordmeister mit einem Vertrag bis 2018 ausgestattet, war im August 2014 für angeblich 2,5 Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach zu den Bayern gewechselt. Der Linksaußen konnte sich aber nicht durchsetzen, er kam in der Bundesliga nur einmal zum Einsatz – Ende April gegen Hertha.

Der Außenbahnspieler stand bei 21 Regionalliga-Spielen nur zehn Mal in der Startelf der zweiten Mannschaft von Bayern München. Dabei gilt er als eines der größten deutschen Talente – neben Leroy Sané. Nur dass der auch bei den finanziellen Angeboten mittlerweile drei Klassen höher spielt.