Trainerwechsel

Guardiolas Abgang lässt Bayern noch mehr vom Triple träumen

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Patrick Strasser
Pep Guardiola (l.) sagt im Sommer Adios beim FC Bayern. Sein Nachfolger wird Carlo Ancelotti (r.)

Pep Guardiola (l.) sagt im Sommer Adios beim FC Bayern. Sein Nachfolger wird Carlo Ancelotti (r.)

Foto: Javier Lizon / dpa

Bayerns Vorstandsboss Rummenigge glaubt, dass die Mannschaft „jetzt noch intensiver arbeiten wird“. Ancelotti übernimmt im Sommer.

Hannover.  Um 18.05 Uhr war Pep Guardiola am Sonnabend weg. Aus Hannover. Noch in den Katakomben des Stadions hatte sich der Spanier die sensationelle Schlussphase mit den späten Toren des 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund angesehen. 2:1 nach 0:1. Er schüttelte verwundert, aber erleichtert den Kopf. Schöne Bescherung für ihn und den FC Bayern – acht Punkte Vorsprung auf den Verfolger. Ein schönes Polster für die letzten 17 Bundesligaspiele, die Guardiola auf der Bayern-Bank coachen wird. Eine Rückrunde als Abschiedstournee.

Am Sonntag war Guardiola (44) dann offiziell weg. Per Flieger in den Weihnachtsurlaub in seine Heimat Barcelona – bevor er im Sommer wieder umzieht, auf die Insel, wohl nach Manchester zu City. Dort arbeitet Guardiolas Vertrauter Txiki Begiristain als Sportdirektor. Man kennt sich aus gemeinsamen Zeiten beim FC Barcelona.

Um 12 Uhr mittags bestätigten die Bayern am Sonntag die Trennung zum Saisonende. „Pep Guardiola (44) wird seinen Vertrag beim FC Bayern München nicht verlängern. Neuer Trainer des deutschen Rekordmeisters wird zum 1. Juli 2016 Carlo Ancelotti.“ Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge erklärte: „Wir sind Pep Guardiola dankbar für alles, was er unserem Verein seit 2013 gegeben hat. Ich bin überzeugt, dass Pep und unsere Mannschaft jetzt noch intensiver daran arbeiten werden, die großen sportlichen Ziele zu erreichen – gerade, weil nun feststeht, dass Pep den FC Bayern verlassen wird.“

Die Gefahr der „lame duck“ besteht nicht

Die aktuelle Mannschaft, so Ehrenpräsident Franz Beckenbauer via Facebook, sei das Werk des Katalanen, „die hat er aufgebaut, da stecken seine Gedanken und Ideen drin“. Dennoch könne man niemanden „auf ewig“ binden, sagte Beckenbauer, der in Ancelotti „einen perfekten Nachfolger“ sieht.

Wird Pep nun eine „lame duck“, ein kraftloser, weil scheidender Trainer, der nun an Macht und Einfluss gegenüber der Mannschaft verliert? Wohl kaum. Die Bayern hoffen auf den Heynckes-Effekt. Motto: Kick it like Jupp. Wie vor drei Jahren. Dem ehemaligen Coach wurde vor der Rückrunde 2013 mitgeteilt, dass Pep Guardiola im Sommer darauf sein Nachfolger wird. Bayern holte dennoch das Triple. „Der Trainerwechsel spielt für die Mannschaft keine Rolle, wir wollen einfach nur erfolgreich sein, müssen schauen, dass das Sportliche passt“, sagte Thomas Müller, der Siegtorschütze von Hannover: „Wir wollen alles gewinnen. Bei Jupp Heynckes stand auch der Abschied fest, und wir haben das Triple geholt.“ Eben. Unterm Strich: Die Mannschaft, vor allem die Pep-Fans Philipp Lahm, Manuel Neuer, Jérôme Boateng und Thiago nehmen es professionell zur Kenntnis.

Mit Blick auf den noch fehlenden Champions-League-Titel droht dem Welttrainer ein Abschied als Unvollendeter. Geht er mit dem Henkelpott, war es eine Punktlandung.