Fussball-Ticker

Fifa: Coca-Cola und McDonald's fordern Rücktritt von Blatter

Die Fifa-Großsponsoren Coca-Cola und McDonald's forderten am Freitag den sofortigen Rücktritt von Joseph Blatter. Alle weiteren Fußball-Nachrichten gibt es hier im Ticker.

Der Druck auf Fifa-Präsident Joseph Blatter wächst

Der Druck auf Fifa-Präsident Joseph Blatter wächst

Foto: Marcus Brandt / dpa

Sponsoren fordern Rücktritt von Blatter

22:07 Uhr: Die ersten Sponsoren fordern das sofortige Ende der Amtszeit von Joseph Blatter an der Spitze der Fußball-Weltverbandes Fifa. Am Freitag formierten sich die beiden US-Unternehmen Coca-Cola und McDonald's gegen den 79 Jahre alten Schweizer, gegen den in der Schweiz ein Strafverfahren läuft. „Mit jedem Tag, der vergeht, werden das Bild und der Ruf von der Fifa weiter befleckt“, hieß es vom Getränkehersteller Coca-Cola.

Zum Wohle des Sports rufe Coca-Cola Blatter daher auf, sofort zurückzutreten, so dass ein glaubwürdiger und nachhaltiger Reformprozess so früh wie möglich beginnen könne. Ähnlich formulierte es McDonald's in seinem Statement: „Wir glauben, dass es im Interesse des Spiels wäre, wenn Fifa-Präsident Sepp Blatter sofort zurücktreten würde, so dass der Reformprozess mit der Glaubhaftigkeit geführt werden kann, die notwendig ist.“

Die unmissverständlichen Aufforderungen kamen vier Tage, nachdem Blatter an seinem Amtssitz in Zürich allerdings klargemacht hatte, nicht vor der Neuwahl am 26. Februar abzutreten. Er hatte am Montag in einer Rede vor Fifa-Mitarbeitern betont, nichts Illegales getan zu haben.

Und auch nach den Mitteilungen der Fifa-Partner bekräftigte Blatter, nicht vor den Wahlen seinen Posten zu räumen. In einem Statement seiner Anwälte hieß es, dass Blatter respektvoll der Position von Coca-Cola widerspreche. Wenn er nun sein Büro verlassen würde, wäre das nicht zum besten Wohle der Fifa und es würde auch nicht den Reformprozess voranbringen, glaube er. Die Konsequenz: Er werde nicht zurücktreten.

Vor einer Woche hatte die Schweizer Bundesanwaltschaft mitgeteilt, dass gegen Blatter „ein Strafverfahren wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie – eventualiter – wegen Veruntreuung eröffnet“ wurde. Die FIFA wird seit Monaten vom schwersten Korruptionsskandal ihrer Geschichte erschüttert.

Herz-OP: Lichtsteiner fällt 30 Tage aus

18.21 Uhr: Fußball-Profi Stephan Lichtsteiner vom italienischen Meister Juventus Turin fällt nach einer Operation am Herzen für etwa 30 Tage aus. Der Schweizer Nationalspieler sei am Freitag operiert worden, teilte der Champions-League-Finalist mit. Der 31-Jährige hatte sich zuvor wegen Atemproblemen mehreren Herz-Untersuchungen unterziehen müssen. Dabei wurden gutartige Herzrhythmusstörungen festgestellt, wie der Serie-A-Club erklärte. Der Außenverteidiger war vor eineinhalb Wochen beim Spiel gegen Frosinone Calcio mit Atemproblemen ausgewechselt und in ein Turiner Krankenhaus gebracht worden. Lichtsteiner verpasst damit auch das Duell in der Champions League mit Bundesligist Borussia Mönchengladbach Ende Oktober.

Mourinho: "Die schlechteste Phase meiner Karriere"

17.26 Uhr. Der Fehlstart des englischen Fußball-Meisters FC Chelsea geht alles andere als spurlos an Star-Trainer José Mourinho vorbei. "Das ist die schlechteste Phase meiner Karriere mit den schlechtesten Ergebnissen meiner Karriere", sagte der Portugiese, fügte aber hinzu: "Ich sehe das als fantastische Erfahrung. Aber auch als eine, die ich nie wieder machen will."

Diese Phase solle nun am Sonnabend im Heimspiel gegen den FC Southampton enden. Nach sieben Spieltagen liegen die Blues mit acht Punkten nur auf dem 14. Tabellenrang, am Dienstag gab es zudem eine 1:2-Niederlage beim FC Porto in der Champions League.

Werder wohl ohne Johannson gegen Hannover

15.51 Uhr: Werder Bremen muss am Sonnabend im Duell bei Hannover 96 (15.30 Uhr/Sky) aller Voraussicht nach auf Stürmer Aron Johannsson verzichten. Der 24 Jahre alte Amerikaner verpasste das Abschlusstraining am Freitag aufgrund von anhaltenden Adduktorenproblemen, die schon einen Einsatz bei der 0:3-Niederlage gegen Bayer Leverkusen verhindert hatten.

Lemke sieht Platini weiter "in großer Erklärungsnot"

14.45 Uhr: Willi Lemke, Sonderbotschafter bei den Vereinten Nationen, sieht den Fifa-Präsidentschaftskandidaten Michel Platini nach dessen umstrittener Annahme einer Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken weiter "in großer Erklärungsnot". Mit der Äußerung des Uefa-Bosses, dass er "von 1999 bis 2002 für die Fifa gearbeitet hat und 2011 dann dafür bezahlt worden ist", gebe er sich nicht zufrieden, sagte Lemke bei Sky Sport News HD.

Platini (60) hatte erklärt, die Summe rechtmäßig als Honorar für eine frühere Fifa-Tätigkeit erhalten zu haben. Die ausgezahlte Summe sei der Restbetrag des vereinbarten Honorars gewesen, nachdem erste Teilbeträge gezahlt worden waren.

"Ich habe lange genug im Fußball und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens gearbeitet - aber so etwas habe ich noch nicht gehört", sagte Lemke, Sonderbeauftragter für Sport im Dienste von Entwicklung und Frieden bei der Uno. Gleichzeitig warnte er aber auch vor einer Vorverurteilung Platinis: "Es ist in unserer Gesellschaft so, dass man zunächst abwarten muss, ob er erklären kann, was da gelaufen ist. Dann werden wir weitersehen."

Real ehrt Rekordschützen Ronaldo

14.40 Uhr: Real Madrid hat seinen neuen Rekordtorschützen Cristiano Ronaldo geehrt. Präsident Florentino Perez (68) überreichte dem 30 Jahre alten portugiesischen Weltfußballer im heimischen Estadio Santiago Bernabéu eine silberne Trophäe, bestehend aus einem Schuh und einem Ball, nachdem Ronaldo mit seinen beiden Treffern in der Champions League bei Malmö FF (2:0) sein Torkonto im Dress der Königlichen auf 323 geschraubt hatte.

"Ich möchte mich bei meinen Teamkollegen bedanken, ohne sie und auch meine Trainer hätte ich es nicht schaffen können", sagte Ronaldo.

Die Rekordschützen der Champions League

Einspruch abgelehnt: Neymar bleibt gesperrt

14.19 Uhr: Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat den Einspruch des brasilianischen Verbandes CBF gegen die Sperre von Superstar Neymar (23) abgelehnt. Der Stürmer des FC Barcelona wird dem fünfmaligen Weltmeister damit in den kommenden beiden WM-Qualifikationsspielen fehlen.

Der CBF hatte Einspruch gegen die Entscheidung der südamerikanischen Konföderation CONMEBOL eingelegt, Neymar nach dessen Platzverweis während der Copa America auch für die WM-Qualifikation zu sperren.

Zwei Partien seiner Vier-Spiele-Sperre hat Neymar bereits abgesessen, die nächsten beiden sind nun die Spiele in Chile (8. Oktober) und gegen Venezuela (13. Oktober) auf dem Weg zur WM 2018 in Russland.

Nationaltrainer Dunga (51) hatte bereits einen 22-köpfigen Kader ohne Neymar berufen.

Hrubesch holt zwei Neue in die U21

13.38 Uhr: DFB-Trainer Horst Hrubesch hat für die anstehenden EM-Qualifikationsspiele der U21-Nationalmannschaft die Rückkehrer Marc Stendera (Eintracht Frankfurt) und Torwart Odisseas Vlachodimos (VfB Stuttgart) sowie Neuling Janik Haberer vom VfL Bochum nominiert. Angeführt wird das Team von Kapitän Leon Goretzka sowie Max Meyer (beide Schalke 04) und Joshua Kimmich (Bayern München).

"Wir wollen die Gruppe gewinnen. Dafür muss man beide Spiele ernst nehmen", sagte Hrubesch vor den Begegnungen gegen Tabellenführer Finnland am 9. Oktober (18 Uhr/Eurosport) in Essen und gegen Gastgeber Färöer am 13. Oktober (18.30 Uhr).

Stendera und Vlachodimos hatten beim 3:0 in Aserbaidschan zum Start der EM-Qualifikation noch gefehlt. "Ich freue mich darauf, beide in der Mannschaft willkommen zu heißen", sagte Hrubesch. Bochums Haberer habe "in dieser Saison bisher Topleistungen gezeigt und sich eine Nominierung verdient".

Das DFB-Team trifft in der Qualifikation zur U21-EM in Polen 2017 auf Aserbaidschan, Färöer, Finnland, Österreich und Russland.

Leipzig bangt um Topstürmer Forsberg

12.49 Uhr: Zweitligist RB Leipzig muss am Sonntag (13.30 Uhr) im Verfolgerduell gegen den 1. FC Nürnberg auf Mittelfeldspieler Rani Khedira verzichten. Der 21-Jährige zog sich einen Muskelfaserriss in der Wade zu, wie Trainer Ralf Rangnick am Freitag erklärte. Die Einsätze von Emil Forsberg, Anthony Jung und Massimo Bruno sind wegen Blessuren ungewiss. Auch Stürmer Yussuf Poulsen konnte in dieser Woche noch nicht trainieren, soll aber bis zur Partie gegen den punktgleichen FCN wieder fit sein.

Löw nominiert Leno und ter Stegen

12.27 Uhr: Joachim Löw setzt im Endspurt der EM-Qualifikation auf personelle Kontinuität. Der Bundestrainer nominierte am Freitag für die abschließenden Partien am kommenden Donnerstag in Irland und vier Tage später gegen Georgien praktisch den gleichen Kader wie für die September-Länderspiele. Lediglich Torwart Bernd Leno rückt anstelle von Ron-Robert Zieler ins 23 Akteure umfassenden Aufgebot des Fußball-Weltmeisters. Als möglicher Ersatz für Stammtorwart Manuel Neuer ist auch wieder Marc-André ter Stegen dabei. Marco Reus hatte zuletzt wegen eines Zehenbruchs für das DFB-Team passen müssen, der Dortmunder kehrt wie erwartet zurück.

Schalker Heldt mit Spitze gegen den BVB

12.15 Uhr: Am Sonntag (17.30 Uhr) steht bekanntlich das große Bundesliga-Gipfeltreffen zwischen Bayern München und Borussia Dortmund an. Und während von den unmittelbar Beteiligten nahezu jeder bereits seinen Senf dazu abgegeben hat, wurde auch Schalkes Manager Horst Heldt gebeten, etwas zu dem Top-Duell zu sagen. Doch dieser hatte offenbar wenig Lust dazu. „Traditionell interessieren wir uns nicht so sehr für die Spiele unseres Nachbarn", entgegnete Heldt schließlich mehr oder weniger diplomatisch auf die Frage, was er vom „Erzrivalen“ BVB im Spiel bei den Bayern erwartet.

Müller, Neuer und Kroos auf Weltfußballer-Liste

11.17 Uhr: Die Weltmeister Thomas Müller, Manuel Neuer (beide Bayern München) und Toni Kroos (Real Madrid) sind die einzigen Deutschen auf der Kandidatenliste für die Wahl zum Weltfußballer 2015. Die spanische Tageszeitung El Mundo Deportivo sowie die italienische Gazzetta dello Sport veröffentlichten am Freitag die 59 Namen umfassende Vorauswahl. Als Favoriten für die Preisverleihung am 11. Januar 2016 gelten erneut Lionel Messi (FC Barcelona) und Cristiano Ronaldo (Real Madrid).

Die spanischen Topklubs Real Madrid und FC Barcelona sind mit je sieben Namen vertreten, Bayern München folgt mit sechs Spielern. Neben Müller und Neuer sind dies Arturo Vidal, Robert Lewandowski, Arjen Robben und David Alaba.

Überraschend dabei sind zudem Eduardo Vargas (1899 Hoffenheim), der ehemalige Mainzer Shinji Okazaki (Leicester City) sowie der Ex-Leverkusener und frühere HSV-Profi Heung-Min Son (Tottenham Hotspur).

Wählen durften weltweit die Spielführer und Trainer der Nationalmannschaften, dazu ausgewählte Fachjournalisten (pro Land maximal ein Journalist). Der Ballon d'Or wird im Januar erneut in Zürich überreicht. Neben dem besten Spielern werden auch die beste Spielerin sowie die Trainer des Jahres im Männer- und Frauenfußball ausgezeichnet.

In den vergangenen sieben Jahren haben stets Messi oder Ronaldo den Goldenen Ball in Empfang genommen. Nur 2010 gelang es dem Spanier Andrés Iniesta (FC Barcelona), in die Phalanx der beiden Superstars einzubrechen und wurde hinter Messi Zweiter.

Rückschlag für Hope Solo vor Rekordkulisse

10.13 Uhr: Die Fußballfrauen des Kansas City FC haben den Titel der US-Profiliga NWSL verteidigt. In Portland/Oregon gelang der erneute Erfolg mit einem 1:0 (0:0) gegen Vorjahresgegner Seattle Reign FC. Den Siegtreffer gegen Nationaltorwartin Hope Solo erzielte Weltmeisterin Amy Rodriguez in der 78. Minute per Kopf. Die 13 264 Zuschauer im Providence Park waren eine Rekordkulisse für das NWSL-Endspiel.

Manchester-Pleiten tun weh in der Fünfjahreswertung

9.03 Uhr: Deutschland war am zweiten Spieltag der Gruppenphase in den Europapokalen der große Verlierer der Top-4 in der Uefa-Fünfjahreswertung. Die Bundesliga holte nur fünf von 14 möglichen Punkten, was im Ranking lediglich 0,714 Zähler ausmacht. Besonders bitter waren dabei die Niederlagen von Wolfsburg und Mönchengladbach gegen die direkte Konkurrenz aus England. Der Tabellendritte kam so auf 0,750 Zähler und verkürzte den Rückstand auf Deutschland auf jetzt 2,482 Zähler.

Ärgerlich war die Niederlage von Leverkusen in Barcelona, aber nicht tragisch. Ranking-Führer Spanien ist mit 18,679 Zählern Vorsprung der Bundesliga sowieso auf Jahre enteilt. (1,142 am 2. Spieltag).

Deutsche Clubs verspielen Überraschungen – nur Bayern siegt

Tagessieger war Italien mit 1,333 Zählern. Deutschlands Vorsprung auf den Vierten beträgt aber noch beruhigende 5,952 Zähler, sodass der vierte Champions League-Startplatz der Bundesliga noch nicht in Gefahr gerät.

Portugal und Frankreich haben in den Top-Ten wieder mal Platz fünf und sechs getauscht (Rückstand des EM-Ausrichters: 0,332 Zähler). Frankreich hat neben Spanien, Deutschland und Russland noch alle Starter im Teilnehmerfeld; 26 der 54 europäischen Verbände sind schon komplett ausgeschieden.

In dieser Saison liegt Russland mit gesammelten 5,900 Punkten sogar noch vor Spanien (5,785). Erschreckend ist der Absturz der Niederlande (nur 2,583 Punkte) und Belgiens (2,400, nur Niederlagen an diesem Spieltag).

Die aktuelle Uefa-Fünfjahreswertung

Löw nominiert Kader für letzte Quali-Spiele

8.50 Uhr: Mit bewährtem Personal will Bundestrainer Joachim Löw das EM-Ticket einfahren. Bei der Nominierung für das Aufgebot der letzten Qualifikationsspiele am 8. Oktober in Dublin gegen Irland und drei Tage später in Leipzig gegen Georgien werden am Freitag keine großen Überraschungen erwartet. Der Dortmunder Marco Reus wird nach seinem Zehenbruch wohl wieder im wahrscheinlich 23 Spieler umfassenden Kader stehen.

Spannung verspricht die Torwartfrage: Kandidaten neben Manuel Neuer und Ron-Robert Zieler sind Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona und Leverkusens Bernd Leno. Die Weltmeister Sami Khedira (Juventus Turin) und Benedikt Höwedes (Schalke 04) feierten im Europacup nach Verletzungspausen gerade erst ihre Comebacks.

Mit einem Remis in Irland könnte die DFB-Auswahl das EM-Ticket lösen. Bei einer Niederlage in Dublin müsste in Leipzig gegen Georgien ein Sieg her, um sicher bei der EM-Endrunde vom 10. Juni bis 10. Juli 2016 in Frankreich dabei zu sein.

Vor dem letzten Doppelspieltag führt Weltmeister Deutschland die Gruppe D mit 19 Punkten vor Polen (17), Irland (15) und Schottland (11) an. Löw wird sein Team erst am Montagabend - einen Tag nach dem Bundesliga-Spitzenspiel zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund - in Frankfurt versammeln.