Berlin-Liga

TeBe und Tasmania treffen sich zum finalen Showdown

Im Topspiel der Berlin-Liga empfängt Spitzenreiter Tennis Borussia am Sonntag den Verfolger SV Tasmania. Eine Vorentscheidung im Aufstiegsrennen scheint dabei genauso möglich wie ein Zuschauerrekord.

Foto: Jörg Krauthoefer

„Am Sonntag“, sagt Daniel Volbert, „geht’s um die Wurst.“ Der Trainer von Tennis Borussia fiebert dem Topspiel gegen den SV Tasmania am Sonntag (14 Uhr, Mommsenstadion) genauso euphorisch entgegen wie alle anderen Beteiligten. TeBe gegen Tas, das ist das Duell der großen Namen auf der kleinen Bühne. Die Berlin-Liga mag zwar nur die sechsthöchste Spielklasse des Landes sein – von der Dramaturgie her hätte sie aber das Zeug für höhere Ansprüche.

Fünf Spieltage vor Saisonende trennen Spitzenreiter TeBe nur drei Punkte von seinem Verfolger. „Bei einem Sieg machen wir einen riesigen Schritt in Richtung Oberliga“, sagt Volbert, und auch Tasmanias Vorsitzender Detlef Wilde weiß, dass im Fall einer Niederlage wohl ein mittelgroßes Fußballwunder vonnöten ist, um noch aufzusteigen.

Für die Berlin-Liga ist die Konstellation die denkbar beste Werbung. Schon im Hinspiel (1:1) stachelten sich die Rivalen zu Höchstleistungen an, Fans und Verantwortliche schwärmten wahlweise von Oberliga- oder Regionalliga-Niveau.

Tasmania fehlt ein Knipser

Seither hat sich allerdings viel verändert. Anfang März trennte sich Tasmania von Trainer Abu Njie. Der Erfolgscoach hatte die Neuköllner im Vorjahr ins Berliner-Pokalfinale und zur Vizemeisterschaft geführt, stolperte aber über Mobbingvorwürfe.

Als Nachfolger wurde Miroslav Jagatic verpflichtet. Dessen bisherige Bilanz: Sechs Siege, zwei Unentschieden, eine Niederlage. „Bis zum Sechzehner sieht unser Spiel gut aus“, sagt der 38-Jährige, „aber uns fehlt ein Knipser.“

Auch bei TeBe läuft längst nicht alles rund. Am vergangenen Wochenende kassierten die „Veilchen“ die zweite Pleite der Rückrunde – eine perfekte Steilvorlage für die Tasmanen. Die aber patzten selbst. Beim abstiegsbedrohten Berliner SC reichte es nur zu einem 1:1.

Volbert suspendiert Raychouni

Von der Souveränität der Hinrunde ist nicht mehr viel zu sehen bei TeBe. Den Grund dafür sieht Volbert auch in den teils desolaten Platzverhältnissen. Damit, den Ball zu kontrollieren, hätten selbst seine besten Techniker Probleme. Einen davon hat er gerade suspendiert – Flügelspieler Ramy Raychouni. Die vielsagende Begründung: „In unserer Situation brauche ich Mannschaftsspieler.“

Statt Raychouni werden andere vorangehen müssen. Torjäger-Phänomen Michael Fuß etwa, mit 37 Jahren und 24 Treffern noch immer der beste Stürmer der Liga, oder der frühere Herthaner Lennart Hartmann.

Bei den Fans ist der Zuspruch schon vor dem „Spiel des Jahres“ gewaltig. TeBe hofft auf 1500 Zuschauer, was eine neue Liga-Bestmarke wäre. Nicht utopisch – das Hinspiel sahen knapp 800. Damals kamen die Tas-Anhänger in den Gästeblock und verteilten Kuchen. Wie sich die kreativen TeBe-Fans revanchieren, wird sich am Sonntag zeigen.