Traditionsmasters

Herthas Altstars gewinnen beim Budenzauber in der Schmeling-Halle

Ailton, Karl-Heinz Körbel und jede Menge Berliner Fußball-Ikonen: Das Traditionsmasters versetzte gut 8000 Zuschauer in Hochstimmung. Neben dem Finale begeisterte besonders das Berliner Derby.

Foto: Hannibal Hanschke / picture alliance / dpa

Der „Kugelblitz“ hatte früh Feierabend. Ailton war beim AOK-Traditionsmasters in der Max-Schmeling-Halle eine der großen Attraktionen, schied mit Werder Bremen aber schon in der Vorrunde aus. „Futbol isse Futbol“, sagte der Brasilianer in typischer Ailton-Art. Gerne hätte er noch ein paar Tore mehr geschossen. Bei seinem Auftritt in Berlin waren es immerhin deren zwei. Auf eines sei schließlich Verlass: „Ailton schieße kein Tor – geht nicht.“

Ailton, Ex-Nationalspieler Bernd Schneider oder Bundesliga-Rekordspieler Karl-Heinz Körbel von Eintracht Frankfurt – es sind diese lebenden Legenden, die das Traditionsmasters zu einem Publikumsmagneten machen. Die Berliner Fußball-Prominenz wollte sich da natürlich nicht lumpen lassen.

Hertha BSC hatte Europameister Fredi Bobic und Edeltechniker wie Dariusz Wosz oder Stefan Beinlich im Aufgebot. Für den 1. FC Union liefen Steffen Baumgart, Goran Markov oder Ronny Nikol auf.

Berliner Fans feiern ihre alten Helden

„Es herrscht einfach eine wunderbare Atmosphäre“, sagte Beinlich, der das Wiedersehen mit den alten Kollegen und die Nähe zu den Fans sichtlich genoss. „Wir wollen aber auch zeigen, dass wir noch ganz gut kicken können.“

Tatsächlich waren die Blau-Weißen am Sonnabend das Maß aller Dinge. Mit einem 5:1 gegen Bayer Leverkusen brachte sich der Titelverteidiger schnell auf Betriebstemperatur. Das war auch vonnöten, schließlich stand in der zweiten Partie gefühlt das erste Endspiel an. Zum Abschluss der Gruppenphase erlebte das Turnier nämlich ein Derby.

Sehr zur Freude der 8032 Zuschauer, die sich farblich bestens sortiert hatten. Zahlenmäßig überwog zwar Rot-Weiß, in puncto Lautstärke lieferten sich die Fanlager aber ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Union hat im Derby das Nachsehen

Ähnlich eng ging es zunächst auch auf dem Spielfeld zu. Zweimal ging Union in Führung, zweimal glich Hertha aus. Im Schlussspurt hatte das Traditionsteam des Bundesligisten allerdings die größeren Reserven – Lewan Kobiashvili traf zum 5:2-Endstand. „Hertha hat eine super Truppe und am Ende seine Qualität ausgespielt“, sagte Baumgart.

Ein zweites Derby blieb den Fans allerdings verwehrt. Während Hertha im Halbfinale 4:3 gegen Leverkusen gewann, verlor Union erst 1:3 gegen Sparta Prag und dann 1:8 gegen Leverkusen. Die „Eisernen“ belegten somit Rang vier. Hertha hingegen hatte im Endspiel mehr Mühe, als erwartet.

„Wir haben Sparta wohl ein bisschen unterschätzt“, sagte Wosz, der im Finale fünf Treffer erzielte. Den Zuschauern war’s recht. In einem spektakulären Schlagabtausch bekamen sie zum Abschluss 15 Tore zu sehen. Und weil auch Kobiashvili (2 Tore), Bobic, „Zecke“ Neuendorf und Ante Covic trafen, blieb der Pokal nach dem 10:5 in Berlin.