Europa League

Favres Gladbacher und Stuttgart spielen nur Remis

Mönchengladbach und Stuttgart sind mit Unentschieden in die Europa League gestartet. Gladbach vergab in letzter Sekunde einen Elfmeter.

Trainer Lucien Favre hat hoch gepokert und zumindest nicht verloren. Doch das 0:0 zum Auftakt der Europa League bei Zyperns Meister AEL Limassol ist für Borussia Mönchengladbach eindeutig zu wenig. Oscar Wendt vergab in der letzten Sekunde der Nachspielzeit sogar einen Handelfmeter, als er am Aluminium scheiterte. Ohne Spielgestalter Juan Arango, Kapitän Filip Daems und Zwölf-Millionen-Mann Luuk de Jong blieben die Fußballer vom Niederrhein den Beweis ihrer Klasse der vergangenen Saison schuldig.

Der Bundesliganeunte, den rund 900 Fans unterstützten, begann vor 11.000 Zuschauern stürmisch und hatte hochkarätige Möglichkeiten. Alexander Ring lag schon nach 30 Sekunden die Führung auf dem Fuß. Der Finne zog den Ball indes aus spitzem Winkel vorbei. Vier Minuten später scheiterte Mike Hanke am Pfosten.

Gladbach startet gut

Nach einer guten Anfangsviertelstunde ließ die Borussia nach. Das AEL-Team, in der Königsklassen-League-Qualifikation wie Mönchengladbach erst in den Playoffs gescheitert, befreite sich mehr und mehr aus der Defensive. Dann gab es zwei Schrecksekunden: Branimir Hrgota (23.) wegen einer Gesichtsverletzung und Keeper Marc-André ter Stegen (24.) wegen einer Oberschenkelblessur nach einer Klärungsaktion gegen den Portugiesen Rui Miguel mussten behandelt werden, konnten aber weitermachen.

Erst in der 40. Minute bot sich Tolga Cigerci bei einem Freistoß aus gut 25 Metern eine weitere Borussia-Chance. Doch Limassols Schlussmann Matias Degra klärte. In den zweiten 45 Minuten schickte der Schweizer Favre seinen Landsmann Granit Xhaka für Hrgota auf das Feld.

Chancen hatte aber zunächst Limassol: ter Stegen musste gegen Vouho (49.) und Rui Miguel (51.) klären. Drei Minuten danach verfehlte der freistehende Patrick Herrmann den Ball, ehe Xhaka den Argentinier Degra per Kopf zu einer Glanzparade zwang (60.).

Wenige Sekunden davor hatte Dosa Júnior aus kurzer Distanz an ter Stegens Gehäuse vorbeigeköpft. Auf der Gegenseite verfehlte Hankes Schuss knapp sein Ziel (68.). Fünf Minuten vor dem Ende scheiterte der eingewechselte Igor de Camargo per Kopf. In der Schlussphase setzten beide Mannschaften auf den entscheidenden Treffer – doch der blieb wegen des Fehlversuchs von Wendt aus.

Beim vermeintlich leichtesten Konkurrenten in der Gruppe C, in der die Borussia noch gegen Fenerbahce Istanbul und Olympique Marseille antreten muss, ließ Favre kräftig rotieren. Außer de Jong, Daems und Arango fehlten am Donnerstag im Vergleich mit dem 2:3 gegen Nürnberg in der Startformation auch Xhaka und Martin Stranzl. Roel Brouwers und Oscar Wendt in der Defensive, Hrgota und Ring in der Offensive und Hanke als Mittelstürmer waren neu im Team.

Stuttgart fehlt das Glück

Auch Bundesliga-Fehlstarter VfB Stuttgart musste sich im ersten Gruppenspiel der Europa League mit einem 2:2 (1:1) gegen Steaua Bukarest begnügen und blieb somit im fünften Pflichtspiel nacheinander sieglos. Vedad Ibisevic (5. Minute) und Georg Niedermeier (85.) mit dem späten Ausgleich trafen für den VfB, Alexandru Chipciu (6.) und Raul Rusescu (80./Foulelfmeter) waren für die Rumänen erfolgreich. Vor 17.155 Zuschauern trafen Cacau und Tunay Torun zudem insgesamt dreimal Latte und Pfosten für die Stuttgarter, die ihr zweites Spiel in der Gruppe E am 4. Oktober bei Molde FK in Norwegen bestreiten.

„Wir haben eine Menge Torchancen gesehen in der zweiten Halbzeit. Die Mannschaft hat Moral gezeigt. Das Glück wird auch wieder zurückkommen“, sagte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic im TV-Sender Sky. „Wir hatte Chancen für drei Spiele“, bilanzierte Torschütze Niedermeier etwas enttäuscht.

Zunächst scheint Ibisevic der Befreiungsschlag zu gelingen

Nach dem ernüchternden Liga-Auftakt mit nur einem Tor und einem Punkt aus drei Spielen kamen die Schwaben auch gegen den 23-maligen rumänischen Meister nur schwer in die Gänge. Dabei hatte Ibisevic mit seinem vierten Treffer im laufenden Wettbewerb eigentlich die Grundlage für den ersehnten Befreiungsschlag geschaffen. Der in der Liga gesperrte Bosnier köpfte eine Flanke von Tamas Hajnal vollkommen unbedrängt zum 1:0 ein. Die Freude der Stuttgarter währte allerdings kaum länger als eine Minute. Dann nutzte Chipciu eine von zahlreichen Unaufmerksamkeiten der Abwehr zum schnellen Ausgleich für die Gäste.

Die Defensive des Bundesliga-16 leistete sich haarsträubende Aussetzer. Vor allem Niedermeier und Maza produzierten Fehlpässe, die den Gegner zu schnellen Attacken förmlich einluden. Symptomatisch für das Durcheinander war eine Szene aus der Anfangsphase, als VfB-Außenverteidiger Gotoku Sakai mit einer völlig missglückten Rückgabe die Reaktionsfähigkeit seines Keepers Sven Ulreich testete.

Martin Harnik überraschend auf der Bank

VfB-Trainer Bruno Labbadia hatte den Österreicher Martin Harnik überraschend auf der Bank gelassen, dafür besetzten Tunay Torun und Cacau die Außenpositionen. Doch trotz optischer Vorteile ergaben sich zunächst nur wenige Gelegenheiten für die Stuttgarter, die weiter auf die angeschlagenen Serdar Tasci, Tim Hoogland und Cristian Molinaro verzichten mussten. Für Gefahr im Angriff sorgte allein Ibisevic, der in der 33. Minute mit einem Kopfball an Torhüter Ciprian Tatarusanu scheiterte. Kurz darauf köpfte Maza eine Hajnal-Ecke drüber (38.).

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Labbadias Elf das Tempo und spielte endlich druckvoller. Bei einer Doppelchance für Cacau und Torun verhinderten Latte und Pfosten das mögliche 2:1 (53.) für den VfB, dessen Hintermannschaft bei den schnell vorgetragenen Angriffen der Rumänen aber weiter bedenklich wackelte. In der 68. Minute wurde Cacau endgültig zum Pechvogel des Abends, als er nach Zuspiel des eingewechselten Shinji Okazaki erneut an der Latte scheiterte. Ein Foul von Maza im Strafraum führte schließlich zum 1:2, doch Niedermeier rettete den Hausherren mit seinem Kopfballtor zumindest einen Zähler.