Champions League

Kroos und Schweinsteiger schießen Bayern zum Sieg

Der FC Bayern München ist gegen Valencia siegreich in die Champions League gestartet. An dem 2:1 gab es nur eins zu kritisieren: das Gegentor.

Foto: Kerstin Joensson / dapd

Sechstes Saisonspiel, sechster Sieg: Bayern Münchens Erfolgssträhne hält auch in der Königsklasse an. 123 Tage nach der bitteren Finalpleite gegen den FC Chelsea setzte sich der deutsche Rekordmeister zum Start in die Champions League in der heimischen Arena gegen den FC Valencia ungefährdet mit 2:1 (1:0) durch.

Den Sieg beim gelungenen Startelfdebüt von 40-Millionen-Mann Javier Martinez leitete ausgerechnet Bastian Schweinsteiger mit seinem Treffer in der 38. Minute ein. Beim Endspiel vor exakt vier Monaten war er wegen seines Elfmeter-Fehlschusses noch die tragische Figur gewesen. Der starke Toni Kroos sorgte in der 76. Minute gegen den vermeintlich stärksten Kontrahenten der Gruppe F für die Entscheidung, obwohl die Schlussphase noch mal hektisch wurde.

Nachdem der Ex-Dortmunder Nelson Valdez in der Nachspielzeit (90.+1) für Valencia verkürzt hatte, verschoss auf der Gegenseite der eingewechselte Mario Mandzukic noch einen Foulelfmeter (90.+3). Adil Rami hatte in der Szene zuvor nach einem Foul an Arjen Robben die Gelb-Rote Karte gesehen. Für die Bayern war es der neunte Auftaktsieg in der Königsklasse in Folge.

Heynckes kritisiert das Gegentor

Die Position als haushoher Favorit in der Vorrundengruppe F hat die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes durch den geduldigen, unaufgeregten und vor allem sehr ballsicheren Auftritt gegen den vermeintlich stärksten Gruppengegner durchaus gefestigt.

„Heute kritisiere ich nur, dass wir das 2:1 bekommen, denn so wurde es noch einmal spannend“, sagte Kapitän Philipp Lahm im ZDF über den späten Anschlusstreffer. Auch Heynckes sah das Tor kritisch: „Das darf einer Mannschaft nicht passieren, dass man sich zu sicher fühlt.“

Heynckes ließ für die genesenen Franck Ribery und Robben sowie den überraschend in der Startelf stehenden Claudio Pizarro seine besten Torschützen Mandzukic und Thomas Müller zunächst auf der Bank Platz nehmen. „Es ist ganz normal, dass wir variieren“, sagte Heynckes. Martinez sei „nach drei Wochen Eingewöhnung bereit“. Hinter der Offensivreihe durfte also das „Traum-Duo“ Martinez und Schweinsteiger zum ersten Mal von Beginn an ran, musste sich gegen die clever verteidigenden Spanier aber zunächst in Geduld üben. Häufig konnten die beiden defensiven Mittelfeldspieler aus der Abwehrreihe gar nicht erst angespielt werden, weil die Räume dicht waren. Valencia wehrte sich, hatte nach vorne aber so gut wie keine Ambitionen. „Manchmal ist es ein Geduldsspiel, wenn man weiß, wie der Gegner spielt“, sagte Heynckes. Arjen Robben wollte von der Endspiel-Niederlage nichts mehr wissen: „Wir fangen wieder von vorne an.“

Neu-Bayer Martinez lässt sein Können aufblitzen

War Martinez am Ball, ließ er seine Ballsicherheit und technische Brillanz zumindest zeitweise aufblitzen. Der 40-Millionen-Mann tat den Bayern gut, auch wenn dem Spiel der Gastgeber in der ersten halben Stunde gegen das Abwehrbollwerk der Zug zum Tor fehlte.

Die Bayern sortierten sich vor knapp 70.000 Zuschauern geduldig und warteten auf die passende Gelegenheit für das entscheidende Zuspiel. So verpasste Ribery eine Hereingabe von Robben nur knapp (15.), ehe Toni Kroos zum ersten Mal den spanischen Keeper Diego Alves prüfte (19.).

Zeitweise positionierte sich der Tabellenelfte der Primera Division wie eine Handball-Mannschaft um den eigenen Strafraum. Manuel Neuer musste in der ersten Hälfte lediglich einmal bei einem harmlosen Schuss eingreifen. Gleich im Gegenzug wurde allerdings das Geduldsspiel der Münchner belohnt.

Von Ribery über Robben gut in Szene gesetzt schoss Schweinsteiger den Ball zum längst verdienten 1:0 ins linke Toreck der Spanier (38.). Der dritte Saisontreffer des Nationalspielers dürfte zumindest ein wenig für den bitteren Fehlschuss im Finale vor exakt vier Monaten an selber Stelle entschädigt haben. Auch nach der Pause spielten die Münchner munter nach vorne, verloren aber zunehmend die Ordnung. Kroos (58.) und Robben (63.) scheiterten erneut an Diego Alves, ehe der spanische Nationalstürmer Roberto Soldado beinahe zum Ausgleich traf (68.).

Der auf seiner Lieblingsposition in der Zentrale aufblühende Kroos sorgte dann für die Erlösung. Bei seinem leicht abgefälschten Sonntagsschuss aus 20 Metern war Diego Alves machtlos (76.). In der Nachspielzeit wurde es noch einmal spannend, als Valdez nach einer Flanke von der linken Seite am höchsten stieg und ins rechte Eck köpfte. Doch quasi im Gegenzug foulte Adil Rami Robben im Strafraum und sah zudem die Gelb-Rote Karte. Mandzukic scheiterte jedoch an Alves.

Die Münchner wollen nun am 2. Oktober im zweiten Gruppenspiel beim weißrussischen Vertreter Bate Borissow nachlegen.