WM-Qualifikation

Deutschland schlägt die Färöer glanzlos 3:0

Die Mannschaft von Joachim Löw erzielte den 500. Länderspielsieg. Nächster Gegner auf dem Weg zur WM in Brasilien ist Österreich.

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Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist mit dem 500. Sieg ihrer Länderspiel-Geschichte in die Qualifikationsrunde für die WM 2014 in Brasilien gestartet. Mit dem 3:0 (1:0) gegen die Färöer startete die deutsche Fußball-Nationalmannschaft 640 Tage vor dem Beginn des nächsten großen Turnieres in eine neue Epoche. Die Mittelfeldspieler Mario Götze (28. Minute) und Mesut Özil (54., 72.) erzielten die Tore in einer Partie, die als Aufbauprogramm und zum Einspielen zur sicher deutlich schwereren Aufgabe am Dienstag in Wien gegen Österreich diente.

Im zweiten Spiel nach dem Ausscheiden im EM-Halbfinale gegen Italien überraschte Joachim Löw erneut mit der Aufstellung. Allerdings musste der Bundestrainer unfreiwillig eine unerwartete Abwehrformation präsentieren. Mit Per Mertesacker, Mats Hummels und Holger Badstuber liefen alle drei Innenverteidiger auf. Der Münchner Badstuber wurde wie bei den ersten Spielen der WM 2010 auf die linke Außenseite verschoben, weil sich der dort vorgesehene Dortmunder Marcel Schmelzer im Abschlusstraining eine Fußprellung zugezogen hatte. Für die zweite defensive Position im Mittelfeld neben Sami Khedira entschied sich Löw für Götze, der dies schon einmal vor der EM beim 3:5 in der Schweiz gespielt hatte, aber die Rolle sehr offensiv interpretieren durfte.

Färöer-Torwart Nielsen wird zum Held des Abends

Zum Helden des Abends wurde Färöer-Torwart Gunnar Nielsen. Der 25-Jährige gehört dem erweiterten Kader von Manchester City an und wurde beim englischen Meister bisher ein einziges Mal eingewechselt. Er bewies sein großes Potenzial, nachdem er den Vorzug vor dem 42-jährigen Jakup Mikkelsen erhalten hatte. Miroslav Klose, Marco Reus, Thomas Müller, Özil und alle anderen Deutschen bissen sich die Zähne an dem tüchtigen Keeper aus, der ausgezeichnete Paraden bot. „Wir belohnen uns nicht, wir brauchen zu viele Chancen, um Tore zu erzielen.“ Das war eine der negativen Erkenntnisse von Löw aus der EM-Analyse gewesen. Und im zweiten Saisonspiel nach dem 1:3 im Test vor drei Wochen gegen Argentinien trat das Manko wieder zutage.

Götzes Treffer zum 1:0 nach einem Solo und einem Flachschuss gegen den Innenpfosten wurde so tatsächlich zu einer Befreiung. Nielsen wurde durch das technisch perfekte Götze-Tor auf dem falschen Fuß erwischt. Aber gegen den Tempofußball der Deutschen blieb er der Fels in der Brandung. Der WM-Dritte und EM-Halbfinalist löste gegen die Nordeuropäer, die auf Platz 154 der Weltrangliste stehen, die von Löw gestellten Aufgaben halbwegs. Frühes Stören schon im letzten Drittel vor des Gegners Tor, aggressives Pressing für eine schnelle Balleroberung – so lautete die Strategie. Nach einem sehr schnellen Angriffszug fiel das 2:0, als Özil eine Flanke von Müller direkt verwandelte.

„Wir wollen uns so teuer verkaufen, wie es geht”

Aber die Färinger, die sich auch vor der EM 2004 in zwei Qualifikationsspielen gegen den damaligen Vize-Weltmeister Deutschland mit einem 0:2 und einem 1:2 achtbar aus der Affäre gezogen hatten, kennen die Bedrängnis praktisch aus vielen Länderspielen. „Wir wollen uns so teuer verkaufen, wie es geht“, sagte Trainer Lars Olsen, ein Däne, der beim 2:0 im EM-Endspiel 1992 gegen Deutschland dabei war.

Das Ziel erfüllten die Gäste vor 32.769 Zuschauern auf jeden Fall. Dass die AWD-Arena mit 44.000 Plätzen nicht ausverkauft war, lag vielleicht auch an der Hochpreispolitik des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Gegen einen Gegner der Kategorie C minus, wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ schrieb, kostete ein Sitzplatz, für den Hannover 96 gegen den FC Bayern rund 40 Euro verlangt, gut doppelt so viel. Aber die Nationalelf, so argumentiert der DFB, sei doch etwas besser als Hannover.

In neun weiteren Qualifikationsspielen kann die Löw-Auswahl dies nun beweisen. Neben dem Rückspiel auf den Färöer-Inseln kommen je zwei Partien in der Gruppe C gegen Irland, Schweden, Kasachstan und Österreich hinzu. Nur der Gruppensieger qualifiziert sich direkt für die WM. Ein zweiter Schritt Richtung Brasilien soll am Dienstag in Wien gemacht werden.