1:5-Niederlage

Turbine Potsdam erlebt Debakel gegen Olympique Lyon

Die Chancen auf ein deutsches Champions-League-Finale sind nach einem Debakel für Meister 1. FFC Turbine Potsdam auf ein Minimum gesunken.

Foto: Foto Huebner

Die Hoffnungen auf das erneute Erreichen des Champions League-Endspiels kann Turbine Potsdam wohl begraben: Der deutsche Frauenfußball-Meister erlebte im Halbfinal-Hinspiel gegen Olympique Lyon ein Debakel und kassierte ein desillusionierendes 1:5 (0:3). Damit sind die Chancen im Rückspiel am kommenden Sonntag auf ein Weiterkommen im Karl-Liebknecht-Stadion in Potsdam gegen die überragenden Französinnen gleich null. „Im Rückspiel wollen wir wenigstens das Gesicht wahren“, sagte Turbine-Trainer Bernd Schröder nach der Partie. Im zweiten Halbfinal-Hinspiel siegte der FFC Frankfurt bei Arsenal London 2:1.

Vor halbleeren Rängen

Der deutsche Frauenfußballmeister stand am Sonntag auf regennassem und sehr schwer bespielbarem Rasen in Lyon von Beginn an auf verlorenem Posten. Vor halbleeren Rängen gingen die Gastgeberinnen nach einem Blitzstart schon nach sechs Minuten mit einem sehenswerten 20 Meter-Treffer von Amandine Henry in Führung. Der Ball passte genau unter die Latte. Das 2:0 vor 5000 Zuschauern fiel nach einem perfekt getretenen Freistoß durch Anne Francoise Abily in der 20. Minute. Zwei Minuten später war die Partie auf dem tiefen Geläuf quasi entschieden: Die Schwedin Charlotta Eva Schelin schoss ihre Elf mit 3:0 in Führung.

Danach steckten die Gastgeberinnen zunächst etwas zurück. Aber die jetzt etwas druckvoller agierenden Potsdamerinnen erspielten trotzdem keine zwingende Torchance gegen den Titelverteidiger. Nach dem Wechsel rollte die Torlawine im Dauerregen weiter. Die Schweizerin Lara Dickenmann erzielte in der 60. Minute das 4:0 gegen die völlig überforderten Potsdamerinnen, die im Vorjahr das Champions League-Finale gegen Lyon 0:2 verloren hatten. Den Schlusspunkt für Lyon setzte Abily mit ihrem zweiten Treffer.

Den Ehrentreffer erzielte Bianca Schmidt eine Minute vor Schluss, nachdem Lara Vidarsdottir für Potsdam zuvor in der 74. Minute die größte Chance vergeben hatte. „Der Gegner war uns von Beginn an gedanklich überlegen. Wir kamen überhaupt nicht in die Zweikämpfe und hatten zu viele Ausfälle. Zwei Spielerinnen erreichten Normalform“, schimpfte Schröder nach der heftigen „Klatsche“.