Bundesliga

Dortmund gewinnt Gipfel gegen Bayern mit 1:0

Borussia Dortmund hat einen Meilenstein auf dem Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung gesetzt. Ein freches Hackentor brachte den Sieg.

Foto: DAPD

Titelverteidiger Borussia Dortmund ist die achte deutsche Meisterschaft der Klubhistorie kaum noch zu nehmen. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp feierte in einem packenden Spiel gegen Bayern München am Mittwochabend ein 1:0 (0:0) durch das 20. Saisontor von Robert Lewandowski (77.) und geht nach dem vierten Liga-Sieg in Folge gegen den Rekordmeister vier Spieltage vor dem Ende der 49. Saison in der Fußball-Bundesliga mit einem Vorsprung von sechs Punkten auf die Zielgerade. Der 22-malige Meister aus München, der durch Arjen Robben einen Foulelfmeter nicht nutzen konnte, hingegen muss wohl ein weiteres Jahr auf die nächste Schale warten. Ehrenpräsident Franz Beckenbauer hatte vor dem Anpfiff als Experte des TV-Senders Sky erklärt: „Wenn die Dortmunder heute gewinnen, dann hätten sie sechs Punkte Vorsprung. Das wäre die Meisterschaft.“

Die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes wird ihr Hauptaugenmerk nun auf die Halbfinalspiele in der Champions League gegen Real Madrid legen, um das Finale am 19. Mai in der Allianz Arena zu erreichen. Gelegenheit zur Revanche gegen Dortmund gibt es am 12. Mai im DFB-Pokal-Finale. Am Samstag geht es für beide Konkurrenten aber zunächst in der Liga weiter, Bayern trifft auf den FSV Mainz 05, für Dortmund steht das Derby bei Schalke 04 an.

Bundestrainer Löw auf der Tribüne

Die knisternde Stimmung am Spieltag war spürbar in einem Stadion, in dem im Schnitt 80.000 Menschen die Heimspiele besuchen. 8.000 Fans unterstützten den 22-maligen Meister aus München. Der Schwarzmarkt blüht, im Internet wurden Karten zu Preisen zwischen 800 und 1.000 Euro gehandelt. Der Fernsehrekord von 200 zugeschalteten Ländern weltweit aus dem Hinspiel, das die Dortmunder mit 1:0 gewannen, wurde eingestellt. Das ließ sich natürlich auch nicht Bundestrainer Joachim Löw entgehen, er saß auf der Haupttribüne.

Der sah das Beste vom Besten in der Bundesliga und den Großteil des personellen Gerüst der deutschen Nationalmannschaft, die sich am 4. Juni auf den Weg in das Quartier Dwor Oliwski nach Danzig zur Europameisterschaft in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) macht. Mats Hummels sowie die Bayern-Garde mit Kapitän Philipp Lahm, Torwart Manuel Neuer, Holger Badstuber, Jerome Boateng, Thomas Müller, Toni Kroos und Torjäger Gomez. Lediglich zwei Stars fehlten. Mittelfeldstar Mario Götze, Torschütze im Hinspiel, wurde nach zehn Tagen Mannschaftstraining von Klopp noch nicht in den Kader aufgenommen. Bastian Schweinsteiger blieb, obwohl er beim 2:1 gegen den FC Augsburg erstmals seit seiner langen Verletzungspause durchgespielt hatte, auf der Bank.

Intensives Duell von Beginn an

Die Zuschauer im Stadion und am TV-Schirm rund um den Globus bekamen von Beginn an eine intensive Auseinandersetzung auf höchstem technischen Niveau geboten. Schon nach 57 Sekunden hatte Gomez nach einem Freistoß von Kroos eine Kopfballchance, doch BVB-Keeper Roman Weidenfeller war zur Stelle. Eine Minute später dann der BVB, doch Jakub Blaszczykowski verfehlte nach einem Pass von Ilkay Gündogan das Tor. Wenig später hatte dann Kevin Großkreutz nach wunderbarer Vorarbeit von Shinji Kagawa und Gündogan die Riesenmöglichkeit zur Führung, scheiterte aus kurzer Distanz aber am überragenden Neuer.

Danach bekämpften sich beide Teams dann zwischen den Strafräumen verbissen, die Dortmunder mit ihrem gewohnten Pressing. Torchancen bleiben Mangelware. Bayerns Flügelzange Arjen Robben und Franck Ribery kam nie zur Entfaltung. Dafür sorgte Toni Kroos für ein Highlight, als sein 16-Meterschuss nur knapp das Bayern-Tor verfehlte (25.). Pech hatten die Gastgeber dann in der 37. Minute, als nach Flanke von Blaszczykowski sein polnischer Nationalmannschaftkollege Robert Lewandowski nur den Pfosten traf. Seinen ersten richtig gefährlichen Auftritt auf der rechten Seite hatte Robben in der 43. Minute, seine scharfe Hereingabe konnte Hummels aber gerade noch zur Ecke befördern.

Bananen fliegen auf Neuer

Als Manuel Neuer zu Beginn seinen Platz im Tor vor der Südtribüne bezog, ging auf den ehemaligen Schalker Keeper zunächst ein Bananenregen nieder. Stadionsprecher Norbert Dickel musste die Fans zur Ordnung rufen. Die Gastgeber übernahmen zunächst die Initiative, mit einem Kopfball von Kagawa hatte Neuer aber keine Probleme. „Die Dortmunder sind den Bayern in allen Belangen überlegen. Sie sind lauffreudiger, spritziger“, sagte Beckenbauer in der Halbzeit. Das Heynckes-Team übernahm aber mehr und mehr die Initiative und hatte durch den ersten starken Auftritt von Ribery eine Riesenmöglichkeit. Doch der Schuss des Franzosen ging ans Außennetz. Dann kam Schweinsteiger für Müller. Aufregung gab es, als Ribery im Zweikampf mit Marcel Schmelzer zu Fall kam. Der Pfiff von Schiedsrichter Knut Kircher blieb aber aus.

Doch die Dortmunder berappelten sich wieder. Einen Schuss von Großkreutz von der Strafraumgrenze fälschte Lewandowski unhaltbar für Neuer ins Tor ab – der Jubel kannte keine Grenzen. Schon gar nicht, als Roman Weidenfeller einen Foulelfmeter von Arjen Robben fünf Minuten vor dem Ende parierte. Kurz vor Schluss lenkte Subotic noch eine Flanke per Kopf an die eigene Latte, kurz darauf scheiterte auf der Gegenseite auch Lewandowski am Querbalken.