Europa League

ManU und ManCity werden für ihre Arroganz bestraft

Unterschätzen die beiden Klubs aus Manchester die Europa League? Die Hinspiel-Pleiten im Achtelfinale legen den Verdacht nahe.

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Vorher hatten sie sich noch pragmatisch gegeben. Nach dem gleichsam überraschenden wie peinlichen Ausscheiden aus der Champions League sahen Englands Spitzenvereine Manchester United und Manchester City in der Europa League die Chance, ihre Titelsammlung auf vermeintlich leichte Weise zu erweitern. „Wir waren nie ein Teil der Europa League und wer weiß, wann wir mal wieder die Gelegenheit bekommen, sie zu gewinnen“, sagte Uniteds Michael Carrick. Hätte er den Mund mal nicht so voll genommen. Einen Tag und zwei Niederlagen für Englands Vorzeigeklubs später lautet die Antwort: womöglich vorerst gar nicht.

2:3 (1:1) verlor United sein erstes Heimspiel in der Europa League gegen Athletic Bilbao, mit einer 0:1 (0:0)-Niederlage reiste Stadtrivale City vom Auswärtsspiel gegen Sporting Lissabon zurück auf die Insel. Entsprechend ratlos blieben die Protagonisten zurück, selbst die englischen Medien titelten eher schockiert statt wie üblich vernichtend.

„Wir haben verdient verloren. Sie waren das bessere Team“, kommentierte ManUniteds Trainer Sir Alex Ferguson nüchtern. Eine eher schmeichelhafte Sicht auf das Spiel, denn die stark aufspielenden Spanier hätten gut und gerne vier oder fünf Tore in Old Trafford erzielen können. Als Wayne Rooney die Red Devils in Führung brachte (22.), schien noch alles seinen erwarteten Verlauf zu nehmen, doch Fernando Llorente (44.), Oscar de Marcos (72.) und Iker Muniain (90.) drehten das Spiel und spielten den Favoriten phasenweise schwindelig. Ronneys zweiter Treffer per Foulelfmeter in der Nachspielzeit (90. +2) hielt den Schaden lediglich überschaubar.

Mancini macht sich „keine Sorgen“

Doch Aufgeben ist nicht im englischen Sinne, und so flüchtet sich auch Fergusons Trainerkollege Roberto Mancini vom Stadtrivalen City in Parolen: „Ich mache mir keine Sorgen. Wir werden weiterkommen.“ Zumal der englische Tabellenführer im Vergleich zum ManUnited eher unglücklich verlor. Abwehrchef Vincent Kompany musste verletzungsbedingt früh vom Feld (8.) und spätestens mit der Einwechslung von Mario Balotelli und Samir Nasri zur zweiten Halbzeit drückte der Tabellenführer Englands auf den Sieg. Doch das Tor schoss Xandao für Sporting (51.).

Chelsea, Arsenal, Manchester City, Manchester United – vier mit viel Geld und Titelambitionen gestartete Klubs aus der laut Selbstverständnis besten Liga Europas, die im Viertelfinale der europäischen Pokalwettbewerbe keinen Vertreter mehr zu stellen droht, denn auch die „Blues“ aus London stehen nach einem 1:3 im Achtelfinal-Hinspiel beim SSC Neapel vor dem Aus in der Champions League. „Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man“, sagte Mancini achselzuckend. Sie bleiben eben pragmatisch.