Fußball

Schalke fühlt sich vom Schiedsrichter betrogen

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Der FC Schalke 04 muss nach einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters um den Einzug ins Viertelfinale der Europa League bangen. Beim niederländischen Pokalsieger Twente Enschede verlor das Team von Huub Stevens 0:1 (0:0).

Luuk de Jong verwandelte vor 30.000 Zuschauern im Stadion De Grolsch Veste einen unberechtigten Foulelfmeter (61. Minute). Für Schalke war es die erste Pleite im zehnten Spiel in Serie in der Europa League.

In der 60. Minute war dem schottischen Schiedsrichter Craig Thomson die folgenschwere Fehlentscheidung unterlaufen. Torjäger de Jong war im Laufduell mit Joel Matip hingefallen. Thomson entschied prompt auf Elfmeter, obwohl de Jong nur gestolpert war - und das sogar noch außerhalb des Strafraums. Der Gefoulte verwandelte selbst zum 1:0. "Der fällt über seine eigenen Füße. Das ist eine Vollkatastrophe. So macht das echt keinen Spaß, wenn da solche Amateure stehen", schimpfte der erzürnte Schalker Manager Horst Heldt auf die Schiedsrichter. Auch Huub Stevens war bedient. "Das war der Pfiff des Tages, des Jahres", sagte Schalkes Trainer, "das war einfach lächerlich. Da stehen schon drei Leute an der Linie, da sollten am Besten acht stehen. Ich bin einfach nur wütend."

Matip wird nach seiner Roten Karte auch im Rückspiel in einer Woche in Gelsenkirchen fehlen. Die nächste Baustelle für Stevens. Denn schon in Enschede musste er die beiden verletzten Innenverteidiger Benedikt Höwedes und Christoph Metzelder ersetzen. Nach dem Elfmeter ging es für die dezimierten Schalker um Schadensbegrenzung. "1:0 ist nicht das beste Ergebnis für Twente", machte sich Verteidiger Christian Fuchs Mut. Stevens fügte hinzu: "Kompliment an die Jungs, wie sie gekämpft haben. Selbst mit zehn Leuten haben wir versucht, nach vorne zu spielen."

"Außerordentlich zufrieden"

Besser sieht es für den anderen Bundesligisten im Wettbewerb aus: Hannover 96 darf weiter von seiner ersten Viertelfinal-Teilnahme im Europacup träumen. Die Niedersachsen erreichten im Achtelfinal-Hinspiel beim zehnmaligen belgischen Meister Standard Lüttich ein verdientes 2:2 (1:2) und haben dadurch im Rückspiel am Donnerstag alle Trümpfe in der Hand.

Vor 22.000 Zuschauern waren die Niedersachsen in der 22. Minute durch einen verwandelten Foulelfmeter von Lars Stindl in Führung gegangen. Yoni Buyens (27.) und Mohammed Tchite (30.) drehten aber innerhalb von vier Minuten mit einem Doppelschlag das Spiel zugunsten der Gastgeber. Mame Biram Diouf sorgte mit dem Ausgleich in der 56. Minute dann für eine hervorragende Ausgangssituation des Bundesligisten in der nächsten Woche vor eigenem Publikum.

"Das Ergebnis ist verdient. Mit dem 2:2 können wir sehr gut leben", urteilte 96-Manager Jörg Schmadtke. "Wir haben uns reingebissen in das Spiel, jetzt haben wir eine recht ordentliche Ausgangsposition", sagte Trainer Mirko Slomka. "Mit dem 2:2 sind wir außerordentlich zufrieden", fügte er hinzu.

( dpa/sid/mim )