Trainer und Kolumnist

Wie Mario Basler zwei Jobs unter einen Hut bekommt

Trainer Mario Basler steckt mit Rot-Weiß Oberhausen mitten im Abstiegskampf der 3. Liga. Der Ex-Nationalspieler macht sich aber auch Gedanken über Hertha BSC.

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Gar lustig ist dieses Trainerleben. Mit diesem überlieferten Textabsatz hat er sich schon vor acht Jahren gut zugeredet, besser: schöngeredet, als die Zeichen um ihn herum mal wieder auf Sturm standen, und er konnte nicht mal was dafür.

Wenn also einer seiner Stürmer mal wieder neben das Tor geschossen hat, obwohl er, der Trainer, eindeutig für ins Tor plädiert hatte, wenn Mario Basler (48) sich mal wieder fühlte wie ein hilfloser Spielball fremder Mächte, da fand er diesen Job nicht mal halb so lustig wie geplant, wie sich das höchstens ein ahnungsfreier Liedermacher hatte ausdenken können.

Ahnungslos und am besten auch noch heimatverbunden, au Mann, da hätte er dann doch lieber etwas anderes sein wollen als ausgerechnet Trainer.

„Aber so ist das nun mal,“ sagt Basler heute lapidar, Trainerstation Nummer fünf in sieben Jahren hat daran auch nichts ändern können, gnadenlose Pfostentreffer und ahnungslose Präsidenten, das sind de facto die übelsten Kumpanen, weil sie die Trainer ohne Glück und ohne Händchen schon aus der eigenen Unfähigkeit heraus über die Klinge springen lassen, wenn ihnen nichts Wirkungsvolleres einfällt.

Dann verweigern sie sich zumindest nach außen hin und auf der Stelle jedem weiteren Durchfüttern, in Treue fest – kostet nur Geld und bringt wahrscheinlich genauso so viel oder wenig wie reiner Aktionismus.

Rot-Weiß Oberhausen, 3. Liga, höchste Abstiegsgefahr – besonders schwer wird für den Trainer die Lage dann, wenn er in einem sogenannten Traditionsklub zur Arbeit geht.

262 Bundesligaspiele und 62 Tore

Dann werden nämlich im neuen/alten Verein meist von den Veteranen die ganz alten Zeiten herauf beschworen, Mensch, damals haben sich die Jungs noch reingeschmissen, irgendein Histörchen vom Stürmerspiel mit gebrochenem Wadenbein findet sich meistens, warum kriegt der Trainer so was heute nicht auch mal wieder hin?

Mario Basler, von dem wir eigentlich vermutet hatten, er fabriziere gerade wieder für die „Bild“ Kolumnen mit ein paar neue Gemeinheiten über formschwache Erstligaspieler, dieser Basler also plädiert für sich auf mildernde Umstände. Ob wir denn das Augenzwinkern übersehen hätten, ohne das er den sensiblen Job als Max Merkels fieser Nachfolger gar nicht würde ausüben können?

Er hat ganz oben gespielt und ganz unten, beim FC Bayern München und beim BCA Oberhausen, 262 Bundesligaspiele, 62 Tore, auch das nur eine Statistik. Ein guter Trainer ist für ihn, Basler, einer, der einer Mannschaft seinen Stil aufdrücken kann, der Erfolg nicht nur in reichen Klubs einfährt, der eine Autorität ausstrahlt, fachlich oder menschlich, die seine Kicker schon mal per se in die Knie zwingt, wenn es denn sein soll.

Hertha fehlt das nötige Kleingeld

Dem der Vorstand alle Jahre wieder die besten Spieler ranschafft, so etwas ist nämlich auch nicht alltäglich. So wäre auch Otto Rehhagel durchaus noch etwas zuzutrauen in Berlin, bloß fehle der Hertha außer der Zeit auch noch das nötige Kleingeld, um Schritt für Schritt voranzukommen.

Die Erfahrung besitze Rehhagel ja wohl, noch einmal in der Bundesliga zu bestehen, ob er sich damit einen Gefallen tun würde, sei einmal dahin gestellt. Jedenfalls ist Hertha BSC nun der einzige Bundesligaverein, in dem auch sportlich eine Frau – Ottos Ehefrau Beate nämlich – ganz viel zu sagen hat. Das kann gut gehen – muss aber nicht.