2. Fussball-Bundesliga

Der FC St. Pauli quält sich zum Sieg in Duisburg

Während St. Pauli mühevoll in Duisburg gewann, ließ der SC Paderborn im Heimspiel gegen Dresden Punkte liegen. Der Karlsruher SC verlässt die Abstiegsränge.

Foto: Bongarts/Getty Images/Getty

Der FC St. Pauli hat sich zumindest für eine Nacht an die Spitze der 2. Fußball-Bundesliga gesetzt. Die Männer vom Hamburger Kiez schlugen den MSV Duisburg am Freitagabend auswärts mit 1:0 (1:0) und verdrängten Fortuna Düsseldorf vorübergehend von Platz eins.

Die Rheinländer treten erst an diesem Sonntag bei 1860 München an. Der SC Paderborn musste im Aufstiegskampf einen neuerlichen Dämpfer einstecken: Eine Woche nach der 1:5-Klatsche bei Greuther Fürth kamen die Ostwestfalen gegen Dynamo Dresden nur zu einem 2:2 (1:1). Der am Tabellenende feststeckende Karlsruher SC gewann zum Auftakt des 22. Spieltages gegen Energie Cottbus mit 2:0 (0:0).

Mit einem sehenswerten Kopfballtreffer brachte Fabian Boll (21. Spielminute) St. Pauli gegen das Duisburger Mittelklasse-Team in Führung. Ansonsten kamen die Hamburger in einer Partie auf mäßigem Niveau vor der Pause kaum einmal zu Torchancen. Im Anschluss verpassten Max Kruse (49.) und Kevin Schindler (53.) auf schwerem Geläuf die 2:0-Führung.

Auf der Gegenseite zielte Duisburgs Daniel Brosinski (68.) aus kurzer Distanz knapp neben das Paulianer Tor. "Das war ein dreckiger Sieg, aber das ist mir wurscht", sagte St. Paulis Florian Bruns pragmatisch.

Doppelpack von Dedic

16 Partien in Serie war Paderborn zuletzt ungeschlagen geblieben, bis das Team von Trainer Roger Schmidt in Fürth mächtig Haue kassierte. Die angestaute Wut entlud sich gegen Dresden in einem Blitzstart, schon nach drei Minuten traf Jens Wemmer zur Führung.

Ein umstrittener Elfmeter brachte die Gäste zurück ins Spiel: Paderborns Verteidiger Florian Mohr brachte Zlatko Dedic zwar klar zu Fall - allerdings knapp außerhalb des Strafraums. Referee Christian Leicher entschied dennoch auf Elfmeter, Dedic besorgte den Ausgleich (18.).

Kurz vor dem Abpfiff traf der Slowene (79.) trotz einer deutlichen Paderborner Feldüberlegenheit gleich nochmal. Der Doppeltorschütze profitierte von einem Fehler von Keeper Lukas Kruse, der den Ball per Fußabwehr vor seine Füße gelenkt hatte. In der Schlussminute sicherte Matthew Taylor den Paderbornern zumindest noch einen Zähler.

"Es wäre ein großer Sieg gewesen, es ist sehr schade, dass wir den Vorsprung nicht bis zum Schluss gehalten haben", sagte Dresdens Doppel-Torschütze Dedic und Paderborns Trainer Roger Schmidt resümierte: "Ich bin besonders mit der Art und Weise zufrieden, wie wir doch noch den Punkt erkämpft haben. Es entspricht nicht unserer Mentalität aufzugeben. Die Spielgeschichte war nicht auf unserer Seite. Es wollte nur eine Mannschaft gewinnen, und das waren wir."

Erster Schuss sitzt

Beim KSC saß gegen Cottbus direkt der erste Schuss aufs gegnerische Tor – das allerdings dauerte bis zur 50. Minute, ehe Klemen Lavric traf. Kurz danach entschied Alexander Iaschwili (57.) gegen harmlose Gäste die Partie.

Vor der Pause hatte Mittelfeldmann Pascal Groß den besten Eindruck beim Abstiegskandidaten hinterlassen, jedoch zwei vielversprechende Möglichkeiten ausgelassen (35./41.). Die Mannschaft von Trainer Jörn Andersen setzte sich dank des Erfolges vorerst auf den 15. Tabellenrang, einem Nichtabstiegsplatz.

"Ich dachte, ich bin im falschen Film", klagte Bommer nach der Partie: "In der ersten Halbzeit waren wir klar besser und machen dann nach der Pause ganz dumme Fehler. Ich muss die Ernsthaftigkeit meiner Spieler hinterfragen." Sein Gegenüber Andersen freute sich über einen gelungenen taktischen Kniff. "In der Pause haben wir das System im Mittelfeld umgestellt und die Raute aufgegeben. Danach lief es viel besser", sagte der Norweger.