Russischer Milliardär

Lieber Monaco retten als für die Ex-Frau bezahlen

Der Milliardär Dmitri Rybolowlew kauft AS Monaco, zuvor erwarb seine Tochter das teuerste Penthouse New Yorks. Alles, um das Geld vor der Ex-Frau zu retten.

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Sieben Meistertitel hat die Association Sportive de Monaco Football Club in der franzözischen Liga gewonnen, 2004 hatte man nur knapp das Finale der Champions League gegen den von einem gewissen Jose Mourinho trainierten FC Porto verloren (0:3 in Gelsenkirchen). Auch deutsche Stars wie Jürgen Klinsmann und Oliver Bierhoff verdienten sich im Herbst ihrer Karriere noch ein paar dicke Schecks.

In der Loge des kuscheligen Stade Louis II (18.523 Sitzplätze) sah man oft Mitglieder der monegassischen Fürstenfamilie, Fürst Albert II. gilt als besonders glühender Anhänger des Vereins. Doch von all dem Glanz war in dem Stadion, in dem 2012 auch wieder der europäische Supercup ausgetragen werden wird, zuletzt nichts geblieben.

Es droht der Sturz ins Bodenlose


Nach 34 Jahren war man im Sommer in die zweite Liga abgestiegen, trotz eines Trainerwechsels im September drohte der Sturz ins Bodenlose. AS Monaco ist mit 13 Punkten als 20. Letzter der zweiten Liga.

Kein Wunder also, dass sich Fürst Albert zuletzt emsig um neue Investoren bemühte. Über die Weihnachtstage wurde dem Monarchen nun der größte Wunsch für seinen Herzensklub erfüllt. Der russische Milliardär Dmitri Rybolowlew erwarb nach Angaben des Vereins 66,67 Prozent der AS-Aktien. Statt dem Sturz in die Drittklassigkeit winkt nun eine rosige Zukunft. Rybolowew habe sich verpflichtet, in den nächsten vier Jahren mindestens 100 Millionen Euro in den Klub zu investieren, heißt es. Nach Medienberichten unterbreitete Rybolowlew umgehende ein Millionenangebot für den zurzeit besten Torschützen der ersten portugiesischen Liga, den Senegalesen Papa Diawara von Maritimo Funchal (9 Tore in 13 Spielen).


Eine neue Ära für AS Minaco

Der Verkauf des Klubs sei unvermeidlich gewesen, da die Anforderungen des modernen Fußballs nicht nur Monaco, sondern sehr viele Klubs vor finanzielle Problemen stellten, meinte Fürst Albert II dazu. Der Monarch versicherte, eine „neue Ära des für Monaco so teuren“ Klubs beginne.

Es dürfte eine Äre ohne Gledsorgen sein. Mit einem geschätzten Vermögen von 9,5 Milliarden US-Dollar (knapp sieben Milliarden Euro) wird der 45 Jahre alte Rybolowlew in der jüngsten Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt an 93. Stelle geführt. Möglich macht das sein Monopol an der ehemaligen sowjetischen Kunstdünger-Industrie, er war aber auch an Goldminen beteiligt.

Dem neuen Verwaltungsrat gehört unter anderen Tochter Jekaterina (23) an, die zuletzt 88 Millionen US-Dollar für das teuerste Appartement in der Geschichte New Yorks ausgegeben und damit weltweit für Schlagzeilen gesorgt hatte . Die junge Russin kaufte die 626 Quadratmeter große Wohnung mit zehn Zimmern am Central Park, weil sie zurzeit in den USA studiert. Wie ihr Vater wohnt die passionierte Springreiterin, die auch schon auf Turnieren der Global Champions Tour startete, sonst aber in Monaco und in der Schweiz.

Die Neuerwerbungen Rybolowlews, so mutmaßen Insider, könnten auch geeignet sein, einen Teil des Vermögens dem Zugriff von dessen Gattin Jelena zu entziehen. Das Ehepaar Rybolowlew, das seit 23 Jahren verheiratet ist, führt einen erbarmungslosen Scheidungskrieg, der vor einem Genfer Gericht ausgetragen wird. Rybolowlews Noch-Ehefrau fordert nicht weniger als sechs Milliarden Dollar von ihrem Gatten.

Der hat sich in den vergangenen Monaten nach Zypern zurückgezogen, auf die Insel, die russisches Kapital auf der Flucht in der Vergangenheit immer gerne als Rückzugsterritorium genutzt hat. Der russische Düngemittel-König, der seine Anteile an seinem einstigen Unternehmen Uralkali inzwischen für 6,5 Milliarden Dollar verkauft hat, betätigt sich nun eher im Bankgeschäft. Unter anderem erwarb er Anteile an der Bank of Cyprus.

Rybolowlew, der nach seinem Medizinstudium zeitweilig als Arzt in der Kardiologie tätig war, hat aber auch eine dunkle Vergangenheit. 1996 waren er und sein Partner wegen Mordes am Generaldirektor der Aktiengesellschaft Neftjechimik angeklagt. Rybolowlew, der den Verlust seines 40-prozentigen Anteils an Neftjechimik befürchtete, soll den Mord in Auftrag gegeben haben. Er saß elf Monate in Untersuchungshaft. Dann kam er gegen Zahlung einer Kaution frei. Ein gewisser Lomakin erhielt als Organisator der Bluttat eine langjährige Haftstrafe, der Auftraggeber wurde nie gefunden. Aber das scheint Fürst Albert offenbar unwichtig zu sein. Hauptsache, der Ball seines Lieblingsklubs rollt wieder in der Beletage des Fußballs.

Mit Material von dpa, Mitarbeit: Manfed Quiring