DFB-Präsident

Zwanziger will schon im Frühjahr 2012 zurücktreten

Theo Zwanziger plant, früher als gedacht zurücktreten. "Ich halte einen Termin Ende Februar oder Anfang März durchaus für realistisch", sagt der DFB-Präsident.

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DFB-Präsident Theo Zwanziger kündigt in einem Interview mit „Morgenpost Online“ an, wesentlich früher als angekündigt zurückzutreten. Ursprünglich wollte er im Oktober 2012 die Amtsgeschäfte übergeben.

Nun sagt er: „Ich halte einen Termin Ende Februar oder Anfang März durchaus für realistisch.“ Er habe den Oktober-Termin nur für den Fall genannt, dass Wolfgang Niersbach sich nach reiflicher Überlegung erneut nicht zu einer Kandidatur durchringen könne: „Dann hätten wir eine längere Zeit gebraucht, um einen anderen Kandidaten zu bestimmen und den Landesverbänden nahezubringen. Das ist nun nach Niersbachs Zusage aber nicht mehr nötig.“

Kritik an DFL-Geschäftsführer Seifert

Die Frage, ob er sein Mandat im Weltverband Fifa bis 2015 erfüllen wird, lässt er offen: „Dieses Projekt ist zunächst ebenfalls bis 2013 angelegt. Bis dahin will ich auf jeden Fall weitermachen. Ob ich danach meine Amtszeit bis 2015 fortsetze, kann ich mir heute zwar vorstellen, doch wenn allerdings gewünscht wird, dass dann der amtierende DFB-Präsident dieses Amt übernimmt, habe ich dafür auch Verständnis.“

Zuletzt hatte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert Bedenken geäußert, dass der lange Zeitraum für die Staffelübergabe zwischen Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach ein Problem werden könnte. Zwanziger reagierte pikiert auf diese Aussage: „Ich benötige in Fragen, die meine Amtszeit betreffen, bestimmt nicht den Ratschlag von Herrn Seifert. Ich denke, dass ihm als Vertreter einer klugen und jungen Managergeneration, die ich durchaus schätze, aktuell noch ein bisschen Lebenserfahrung, vor allem aber Respekt vor der Lebensleistung älterer und erfahrener Menschen fehlt.“

"Krönung meiner Laufbahn"

Zwanziger sieht den DFB für die Zukunft gut aufgestellt. „Ich habe, ohne jemals das Kerngeschäft des Verbandes zu vernachlässigen, im Bereich der Nachwuchsförderung gearbeitet, habe soziale Themen angepackt, mich gegen Diskriminierung positioniert, für Integration eingesetzt und zuletzt auch noch für Nachhaltigkeit. Diese Dinge stehen“, sagt der scheidende Präsident. Jetzt werde man sehen müssen, ob die Mitglieder verstehen, „dass Fußball wirklich mehr ist als ein 1:0“.

Er scheide „mit guten Gefühlen“ aus dem Amt, weil er den Zeitpunkt, diesen wichtigen Lebensabschnitt abzuschließen, selbst bestimmen könne: „Dieses Amt war die Krönung meiner Laufbahn. Jetzt gibt es wieder die kleinen Dinge des Lebens, die auch sehr schön sind: der Amateur- und Frauenfußball, die DFB-Kulturstiftung, meine kleine Privatstiftung und nicht zuletzt vier süße Enkelkinder, die sich mehr Zeit von ihrem Opa wünschen und nun bekommen werden.“

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