2. Fussball-Bundesliga

1860 München schlägt KSC – Frankfurt feuert Boysen

Der Karlsruher SC überwintert nach der Niederlage gegen 1860 München auf einem Abstiegsplatz. Der VfL Bochum sorgt bei FSV Frankfurt für eine Trainer-Entlassung.

Foto: dpa / dpa/DPA

Der Karlsruher SC und der FSV Frankfurt setzen in der 2. Fußball-Bundesliga ihre Talfahrt fort. Durch die fünfte Heimpleite mit 1:3 (0:1) gegen 1860 München schlittert der KSC weiter scheinbar hilflos dem Abstieg entgegen und verliert das rettende Ufer zunehmend aus dem Blickfeld. Die Frankfurter verloren daheim 0:2 (0:2) gegen den VfL Bochum und trennten sich anschließend von Trainer Hans-Jürgen Boysen. Ein Nachfolger für Boysen, der seit Oktober 2009 am Bornheimer Hang arbeitete, steht noch nicht fest.

Die fünfte Niederlage im fünften Spiel unter Trainer Jörn Andersen durch Tore von Daniel Bierofka (33. und 87., Foulelfmeter) und Stefan Aigner (80.) bedeutete für den KSC trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs durch Marco Terrazzino (72.) einen Negativrekord: In der zuvor schwächsten Bilanz eines neuen Coaches hatte Lothar Strehlau in der Bundesliga-Abstiegssaison 1982/83 in seinem fünften Spiel den ersten Punkt geholt.

Entsprechend kursierten am Samstag rund um den Wildpark bereits Spekulationen über einen neuerlichen Trainer-Wechsel in der bevorstehenden Winterpause. 1860 blieb durch seinen vierten Auswärtssieg zum fünften Mal ungeschlagen und rückte ins obere Tabellendrittel vor.

Der VfL Bochum feierte derweil eine gelungene Generalprobe für das DFB-Pokal-Achtelfinale am Dienstag (19.00 Uhr/Sky) gegen Rekord-Cup-Gewinner Bayern München. Im Meisterschaftsspiel beim FSV Frankfurt siegten die Westfalen souverän und setzten ihre Aufholjagd in der 2. Liga fort.

Björn Kopplin (20.) und Chong Tese (22.) sorgten mit einem Doppelschlag Mitte der ersten Halbzeit für die frühe Entscheidung. Aus den letzten drei Spielen holte die Mannschaft von Trainer Andreas Bergmann sieben Zähler.

FSV-Sportgeschäftsführer Uwe Stöver den insgesamt achten Trainer-Wechsel in der laufenden Zweitliga-Saison: "Die bisherige Punkteausbeute inklusive der sieglosen Heimbilanz und die negative Leistungstendenz der Mannschaft veranlassten uns zu diesem Schritt, der uns nicht leicht gefallen ist. Doch wir sahen in der momentanen Situation nicht die Perspektive, die Mannschaft aus dem Tal herauszuführen. Wir möchten nun mit frischen Kräften in die Wintervorbereitung gehen, um im neuen Jahr das Ruder herum reißen zu können und den Klassenerhalt zu bewerkstelligen.“

Unmittelbar nach Bochums Sieg, durch den die Westfalen ihre Aufholjagd fortsetzten, hatte Boysen einen Rücktritt ausgeschlossen. Ein solcher Schritt, betonte der Coach auf der Pressekonferenz, „Feigheit. Weglaufen ist nicht das Thema“.

Der VfL ist mit 24 Punkten Tabellenneunter, während die Hessen auf den 16. Rang mit 14 Zählern abrutschten. Seit zehn Spielen ist der FSV nun sieglos. Die Diskussion um Frankfurts Trainer Hans-Jürgen Boysen dürfte sich damit wieder verstärken. In 36 Spielen 2011 gab es für die Frankfurter nur vier Siege.

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