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Der Fürther Edgar Prib ist der neue Frank Mill

Edgar Prib hätte der Fürther Matchwinner in Frankfurt werden können, aber der Franke traf aus sechs Metern nicht das leere Tor sondern nur Aluminium.

Eintracht Frankfurt und die SpVgg Greuther Fürth konnten kein Kapital aus dem Punktverlust von Zweitliga-Tabellenführer Fortuna Düsseldorf schlagen. Zum Abschluss des 18. Spieltages trennten sich die beiden Verfolger in einer hitzigen Partie am Montagabend mit 0:0 .

Vor 35.000 Zuschauern erspielten sich beide Mannschaften viele Chancen, die jedoch allesamt ungenutzt blieben. „Wir wollten uns eigentlich eine gute Ausgangsposition für die Rückrunde verschaffen“, sagte Frankfurts Klubchef Heribert Bruchhagen, „aber wir hätten uns über eine Niederlage heute nicht beklagen dürfen.“

Das Spiel zwischen dem Tabellenzweiten und dem Dritten gingen beide Teams offensiv an, die Zweikämpfe wurden teilweise sehr hart geführt. Die erste Gelegenheit hatte Edgar Prib für die Gäste (4.). Oka Nikolov, der nach seiner verletzungsbedingten Auszeit wieder in die Frankfurter Startformation zurückgekehrt war, parierte. Im Gegenzug scheiterte Alexander Meier aus 16 Metern nach einem Zuspiel von Theofanis Gekas (5.).

Prib wie Mill

Danach war Fürth am Drücker: Edgar Prib konnte nach einem Zuspiel von Stephan Schröck zwar Nikolov umspielen, setzte den Ball jedoch aus sechs Metern an den Pfosten (18.) – ein kuriose Fehlleistung vor dem leeren Tor. „Das kommt in jeden Jahresrückblick“, sagte Fürths Trainer Mike Büskens nachher, „ich will es lieber nicht noch mal sehen.“ Prib sagte: „Ich habe gedacht, ich schieb den locker rein, dann ist das Ding durch.“

Die Szene erinnerte an Dortmunds Stürmer Frank Mill, der 1986 im Spiel beim FC Bayern München ebenfalls das leere Tor vor sich nur den Pfosten traf. Aber der Winkel damals war erheblich spitzer.

Sercan Sararer ließ eine Minute später die gesamte Frankfurter Hintermannschaft stehen und schoss Nikolov aus elf Metern durch die Beine – Constant Djakpa klärte unmittelbar vor der Torlinie zur Ecke.

In der 25. Spielminute hatte der bereits verwarnte Frankfurter Stürmer Mohamadou Idrissou Glück, dass er nach einem Ellogeneinsatz gegen Bernd Nehrig nicht von Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer vom Platz gestellt wurde. Frankfurt war bei Standards gefährlich: Meier verfehlte nach einer Ecke knapp per Kopf (32.), Idrissou nach einem Freistoß von Benjamin Köhler (38.).

Nikolov rettet einen Punkt

Nun hatten sich die Mannschaften von Armin Veh und Mike Büskens besser aufeinander eingestellt. Fürth blieb aber aus dem Spiel heraus gefährlich: Torjäger Olivier Occean scheiterte mit einem Flachschuss an Nikolov (66.), Sararer verzog aus 18 Metern knapp (67.).

Frankfurt setzte bei Standards seine Akzente. Idrissou verfehlte nach Freistoß von Köhler knapp das Tor (75.). In der 87. Minute schoss Fürstner für Fürth noch einmal gefährlich, Nikolov parierte.

Fürth zog neues Selbstvertrauen aus dem Remis: „Wir haben richtig klasse gespielt“, sagte der unglückliche Prib. „Darauf bauen wir auf, auch wenn ich den Sieg hätte klarmachen müssen.“

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