"Spiel gegen Armut"

Zidane und Freunde erspielen 250.000 Euro

Mit 5:4 mussten sich die HSV-Allstars Ronaldo, Zidane & Co. geschlagen geben. Der Erlös des "Spiels gegen die Armut" geht an Hungernde am Horn von Afrika.

Das Ergebnis war absolut zweitrangig, die Show streckenweise erstklassig: Bei einem Stelldichein ehemaliger und aktueller Fußball-Stars in der Hamburger WM-Arena am Volkspark sind rund eine Viertelmillion Euro für hungernde Menschen am Horn von Afrika erlöst worden. Das von den Vereinten Nationen unterstützte „Spiel gegen die Armut“ zwischen den HSV-Allstars und Ronaldo, Zidane und friends endete mit einem 5:4 (3:2)-Erfolg der Gäste.

Zidane, Weltmeister von 1998, ging dabei auf dem Spielfeld mit gutem Beispiel voran, stand als einziger Akteur eine Stunde lang auf dem Rasen und erfüllte anschließend nahezu jeden Autogrammwunsch. Die Tore für das siegreiche Team erzielten Didier Drogba (22.), Ronaldo (27.), Joan Capdevila (39.), Michel Salgado (59.) und Luis Figo (72.). Für den HSV trafen Mladen Petric (8.), Ze Roberto (19.), Tomas Rincon (64.) und Heung Min Son (89.).

Feine Dribblings von Ronaldo

Die 24.300 Zuschauer durften sich bei feuchtkalter Witterung an den technischen Kabinettstückchen der Helden von einst erfreuen. So brillierte Ronaldo mit feinen Dribblings, vom Tempo her allerdings war der füllig gewordene Brasilianer nicht mehr wiederzuerkennen. Andere wie der Niederländer Edgar Davids hingegen wirkten noch drahtig und engagiert.

Nach wie vor hoch im Kurs bei den HSV-Fans war Mehdi Mahdavikia, der Iraner wurde wie zu seinen besten Zeiten in der Hansestadt mit dem langgezogenenen „Meeediii“ angefeuert. Einen Sonderapplaus erntete auch HSV-Kultmasseur Hermann Rieger bei einem Kurzeinsatz in der 85. Minute.

Auch an der Seitenlinie wurde Prominenz aufgeboten: Als Trainer des Gästeteams fungierten Marcello Lippi und Bora Milutinovic. Geleitet wurde das muntere Spielchen von Lippis italienischem Landsmann Pierluigi Collina, zwischen 1998 und 2003 sechsmal in Folge Welt-Schiedsrichter des Jahres. Da fiel es kaum ins Gewicht, dass „Teammanager“ Boris Becker wegen einer Grippe kurzfristig seine Teilnahme absagte.

Hamburger SV verzichtete auf Stadionmiete

Die bereits neunte Auflage dieser Partie – zum zweiten Mal nach 2005 (Düsseldorf) in Deutschland ausgetragen – ist für Zidane, mittlerweile Sportdirektor bei Real Madrid und ehrenamtlich UN-Goodwillbotschafter, eine echte Herzensangelegenheit. „Wir wollen nicht nur Geld sammeln, sondern auch sensibilisieren für die Not von Menschen. Die Botschaft muss heißen, dass wir uns um bedürftige Menschen kümmern müssen“, sagte der Franzose.

UN-Schätungen zufolge leben rund 13 Millionen Menschen in Dschibuti, Somalia, Äthiopien und Kenia in bitterster Armut und sind vom Hungertod bedroht. Gastgeber und Arena-Besitzer Hamburger SV unterstützte das Match durch einen Verzicht auf die Stadionmiete. Nach dem Spiel wurde gefeiert: Einem festlichen Dinner im noblen Elbvorort Neumühlen folgte eine After-Match-Party an der Elbe.

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