Bundesliga

Ligapräsident beruhigt – Anstoßzeiten bleiben

| Lesedauer: 3 Minuten

Foto: dpa / dpa/DPA

Trotz der anstehenden TV-Rechteverhandlungen müssen sich die deutschen Fußballfans nicht auf neue Anstoßzeiten einstellen, sagt Liga-Präsident Rauball.

Die deutschen Fußballfans müssen sich nicht erneut auf eine Änderung der Bundesliga-Anstoßzeiten einstellen. "Es wird die gleiche Spielplanstruktur mit den bekannten Spieltagen und Anstoßzeiten geben", erklärte Reinhard Rauball mit Verweis auf die in der neuen Saison anstehenden TV-Rechteverhandlungen.

Anders als beim vorigen TV-Poker 2009 soll diesmal der Status quo gewahrt bleiben. "Darauf kann sich jeder einrichten – in beiden Ligen. Die Bundesliga hat derzeit fünf verschiedene Anstoßzeiten mit dem Samstag als Kernspieltag – dabei bleibt es", sagte der Liga-Präsident.


Verhältnisse wie in anderen europäischen Top-Ligen hält Rauball für wenig erstrebenswert: "Die Ligue 1 in Frankreich führt gerade sieben verschiedene Anstoßzeiten pro Wochenende ein, die Spanier diskutieren über neun. Damit gibt es dort keinen Kernspieltag mehr, eine Zusammenfassung wie die 'Sportschau' oder eine Live-Konferenz ist also gar nicht mehr möglich. Ligaverband und DFL sind der Meinung, dass das zu weit geht und weder Clubs, Fans noch Sponsoren zuzumuten ist."

Rauball ist zuversichtlich, dass die Bundesliga nach dem Vorstoß auf Rang drei in der UEFA-Fünfjahreswertung weiter an Boden gewinnt. Die veränderte Arbeit der Clubs, die erfreuliche Entwicklung junger Stars und die Einführung der Nachwuchsleistungszentren beginne sich auszuzahlen. "Das alles wird dazu beitragen, dass wir diesen Platz nicht nur halten, sondern in einem durchaus überschaubaren Zeitraum den zweiten Rang im UEFA-Ranking angreifen werden."

Positive Effekte verspricht er sich von der Einführung des Financial-Fair-Plays in der Saison 2012/13. Diese Regel schreibt den europäischen Clubs ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ausgaben und Einnahmen vor: "Da die Bundesliga auch in der Vergangenheit im Grundsatz für wirtschaftlich solides Handeln stand, müssen sich andere Ligen von ihren bisherigen Wettbewerbsvorteilen trennen. Das kann für die Bundesliga nur von Vorteil sein."

Der Liga-Präsident hofft auf eine effektive Umsetzung des Financial-Fair-Plays und erklärte mit Blick auf den Präsidenten der Europäischen Fußball-Union (UEFA): "Es wird für Michel Platini der Lakmustest sein, ob es auch so durchgezogen wird, wie es unsere Erwartung ist. Es nützt nichts, ein Konzept auf dem Papier zu haben, was de facto umgangen wird."

In dem seit langer Zeit währenden ligainternen Streit um die sogenannte 50+1-Regel, die eine Machtübernahme von Großinvestoren in Vereinen verhindern soll, hofft Rauball auf eine nahe Einigung. Auf einen Kompromiss hoffen lasse der Vorschlag von Hannover-Präsident Martin Kind, seinen Club in dieser Angelegenheit ähnlich zu behandeln wie die von großen Konzernen unterstützten Konkurrenten aus Leverkusen und Wolfsburg.

Rauball äußerte sich zuversichtlich, "dass der Kelch des kompletten Wegfalls der 50+1-Regel an der Liga vorbeigeht. Eine komplette Aufhebung wäre in der Bedeutung für den deutschen Fußball mit dem Bosman-Urteil vergleichbar gewesen."

( dpa/ )