Frauenfussball

Frankfurt gewinnt Pokalfinale gegen Potsdam

Im vierten Anlauf gewinnt der 1. FFC Frankfurt sein erstes Pokalfinale gegen Turbine Potsdam und holt damit in dieser Saison auch noch einen Titel.

Die Fußballerinnen des 1. FFC Frankfurt haben Turbine Potsdam das "Double“ verdorben und zum achten Mal den DFB-Pokal der Frauen gewonnen. Die von Birgit Prinz angeführten Hessinnen sicherten sich am Samstag die Silbertrophäe im 31. Frauen-Endspiel gegen den deutschen Meister Potsdam mit einem 2:1 (1:1)-Erfolg. Vor 20.312 Zuschauern im Kölner Rhein-Energie-Stadion bescherten Svenja Huth (15. Minute) und Kerstin Garefrekes (48.) dem einstigen Branchenführer den ersten Titel seit drei Jahren. Yuki Nagasato (42.) hatte zwischenzeitlich für den Ausgleich gesorgt. Doch am Ende gelang Frankfurt die erfolgreiche Revanche für die drei gegen Potsdam erlittenen Final-Niederlagen 2004, 2005 und 2006.

„Wir haben es uns in diesem Jahr verdient. Das ist super schön“, sagte Birgit Prinz nach dem verdienten Erfolg. Drei Monate vor dem Start der Heim-Weltmeisterschaft betrieben die mit zahlreichen Nationalspielerinnen gespickten Teams beste Werbung für den Frauenfußball. Insgesamt standen elf Akteurinnen auf dem Platz, die zum vorläufigen WM-Kader von Silvia Neid gehören. Die Bundestrainerin verfolgte ebenso wie Bundespräsident Christian Wulff und DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg das zum zweiten Mal in Köln ausgetragene Finale auf der Tribüne. Anschließend sollte das Trio gemeinsam die Siegerehrung vornehmen.

Der Vizemeister aus Frankfurt, der sich über eine Siegprämie von 60.000 Euro freuen konnte, hatte den „Pott“ bereits 1999 bis 2003 sowie 2007 und 2008 gewonnen. Dem Team von Bernd Schröder bleibt nach dem Meister-Coup vor zwei Wochen nun noch die Hoffnung auf die erfolgreiche Titelverteidigung in der Champions League. Im Halbfinale der Königsklasse treffen die Brandenburgerinnen auf den FCR Duisburg. „Das ist ein kleiner Trost, aber heute ist man erst einmal frustriert“, sagte Turbine-Abwehrchefin Babett Peter.

Auch ohne die Rot-gesperrte Innenverteidigerin Saskia Bartusiak erwischte das FFC-Team von Sven Kahlert gegen die in Bestbesetzung angetretenen Turbinen den besseren Start. Beim Führungstor profitierte U 20-Weltmeisterin Huth aber von einem Abwehr-Patzer von Inka Wesely. Auf der Gegenseite hatte die agile Fatmire Bajramaj (21.) eine gute Ausgleichschance, wurde jedoch von Nationalkeeperin Nadine Angerer in letzter Sekunde gestoppt.

Prinz (25.) hätte kurz darauf auf 2:0 erhöhen können. Doch als die überragende Rekordnationalspielerin die Potsdamer Torfrau Anna Felicitas Sarholz schon umkurvt hatte, blockte Josephine Henning den Schuss noch ab. Ein Schuss von Turbine-Abwehrchefin Babett Peter (40.) streifte knapp an Angerers Gehäuse vorbei, ehe es Nagasato besser machte: Nach einem Pass von Jennifer Zietz zog die Japanerin davon und ließ Angerer keine Chance. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hatte Gina Lewandowski Pech mit einem Kopfball an die Latte.

Kurz nach dem Wechsel ging der FFC durch einen Abstauber von Garefrekes erneut in Führung, konnte sich gegen die nie aufgebenden Potsdamerinnen aber bis zum Abpfiff nicht sicher fühlen. Den vermeintlichen Ausgleich durch Zietz erkannte Schiedsrichterin Christina Jaworek nicht an, weil Peter Frankfurts Torfrau Angerer behindert haben soll. Dennoch hätte der FFC sogar noch höher gewinnen können, konnte die Chancen von Prinz und der eingewechselten Conny Pohlers aber nicht mehr nutzen.